WM Anpfiff am Arbeitsplatz? Das müsst ihr zum Thema Fußballweltmeisterschaft@Work wissen

13.06.2018

Der Arbeitsplatz ist keine WM Fankurve

Ab 14. Juni verwandeln sich wieder viele Büros in farbenprächtige, lautstarke Fußballfanmeilen. Die Fußballweltmeisterschaft startet. Schwierig nur, viele WM-Spiele laufen nicht zur besten Sendezeit, sondern mitten in der Arbeitszeit. Anpfiff ist in Russland häufig schon am Nachmittag, wenn die meisten von euch noch am Arbeitsplatz schwitzen. Wer von euch live mitfiebern will, der muss also erst an der Abwehr durch den eigenen Chef vorbei. Ein Recht auf Fußballschauen während der Arbeitszeit gibt es nicht.

WM während der Arbeitszeit? Für viele Chefs kein Problem

Die gute Nachricht: Immer mehr Arbeitgeber ermöglichen ihren Mitarbeitern das Mitverfolgen der WM auch während der Arbeitszeit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Danach haben fast 60 Prozent der Vorgesetzten kein Problem damit, wenn ihre Mitarbeiter ein WM-Spiel am Radio verfolgen. 38 Prozent der Chefs stehen sogar TV-Übertragungen offen gegenüber. Einige Arbeitgeber fördern gar das Fußballfieber ihrer Mitarbeiter beispielsweise durch firmeninterne Public Viewing- Angebote.

Arbeit vs. Fußballweltmeisterschaft: Das sind die Spielregeln

Damit ihr im Job nicht die rote Karte erhaltet, solltet ihr während der Fußball-WM folgende Regeln beachten:

Der Arbeitsplatz ist keine Fankurve

Supermarkt, Tankstelle oder Schnellimbiss – überall werden euch aktuell wieder Fanartikel rund um die Fußballweltmeisterschaft entgegengestreckt. Klar, wer Fan ist, der will es auch zeigen. Am Arbeitsplatz hat eine bunte Fanartikelflut allerdings nichts zu suchen. Ein Fähnchen oder etwas zurückhaltende Deko hingegen wird meistens toleriert. Fankleidung oder gar Schminke sind nur in Ordnung, wenn sie euch nicht im Job behindern. Habt ihr Kundenkontakt, solltet ihr ganz darauf verzichten!

Spiele live verfolgen: Nur wenn der Chef ein GO gibt

Nur wenn es euer Arbeitgeber explizit genehmigt, dürft ihr WM-Spiele während der Arbeitszeit live am Bildschirm mitverfolgen. Macht ihr es ohne Zustimmung, könnt ihr eine Abmahnung kassieren. Es gibt allerdings einige Möglichkeiten für euch und eure Chefs, Arbeit und Fußball-WM flexibel miteinander zu vereinbaren – z. B. durch das Verschieben von Arbeitszeiten oder verlängerte Pausen, um ein Public Viewing-Angebot um die Ecke nutzen zu können.

Wie sieht es mit der Liveberichterstattung im Radio aus? Auch die kann der Arbeitgeber untersagen und bei Missachtung eine Abmahnung aussprechen. Bei bestimmten Tätigkeiten kann ein im Hintergrund laufendes Radio allerdings toleriert werden, so euer Hauptfokus weiter auf den Job gerichtet bleibt. Allerdings solltet ihr das vorher genau mit eurem Chef absprechen und dürft eure Kunden oder Kollegen nicht stören.

Auch das Mitverfolgen der Spiele z. B. per Livestream über das Firmeninternet kann zur Kündigung führen, wenn der Arbeitgeber eine Privatnutzung untersagt hat. Auch wenn es von eurem Chef keine klare Ansage zur Internetnutzung gibt, solltet ihr die Finger von der Privatnutzung des Firmeninternets lassen. Denn auch keine klare Ansage kommt einem Verbot gleich. Selbst wenn ihr die Spiele z. B. per Liveticker auf dem Handy verfolgen wollt, macht es nach Absprache sowie mit Feingefühl und nicht zu exzessiv. Haltet den Ball also flach!

Urlaub an Spieltagen: Eine runde Sache

Wenn ihr ganz auf Nummer sicher gehen wollt, beantragt Urlaub für die Tage, an denen die für euch wichtigen Spiele laufen. Wollen alle Kollegen ebenfalls an diesen Tagen frei haben, müsst ihr euch untereinander abstimmen, wer als Notdienst im Büro bleibt. Hierbei solltet ihr unbedingt auf Fairplay setzen!

Wer krankfeiert riskiert einen Platzverweis

Was ihr sonst noch beachten solltet: Von der möglichen Verlockung, während der WM einfach einmal krank zu feiern, um in Ruhe Fußball schauen zu können, solltet ihr unbedingt Abstand nehmen. Kommt euer wahrer „Krankheitsgrund“ ans Licht, können Abmahnung und fristlose Kündigung folgen. Ähnliches droht euch, wenn ihr im Büro heiter Fußballbierchen trinkt oder alkoholisiert am Arbeitsplatz aufkreuzt, weil ihr am letzten Abend den Sieg eurer Mannschaft über den Durst gefeiert habt. Und auch auf Pöbeleien gegenüber Kollegen, die vielleicht auf eine andere Mannschaft setzen, solltet ihr unbedingt verzichten.

Fazit

Euer Job hat Vorrang vor der Fußballweltmeisterschaft. Ungünstige Anpfiffzeiten hin oder her: Fußball ist eben doch nur die schönste Nebensache der Welt. Euern Job oder eure Karriere solltet ihr für 90 Minuten Fußballfieber nicht riskieren. Ob und wie ihr am Arbeitsplatz die WM verfolgen könnt, dazu befragt am besten euren Chef oder Vorgesetzten. Wir wünschen euch und euren Kollegen eine tolle WM-Zeit.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.gq-magazin.de
www.spiegel.de/karriere/
www.faz.net/aktuell/beruf-chance/
www.br.de
spielraum.xing.com