Kundenbetreuer, eine tolle Jobchance für viele – Interview mit unserer Personalexpertin Jenny Ring, Teil 2

19.10.2017

Kundenbetreuer, eine tolle Jobchance für viele – Interview mit unserer Personalexpertin Jenny Ring, Teil 2

Was bisher geschah: Im ersten Teil unseres Interviews hatte uns unsere Personalexpertin Jenny viel über die gängigen Vorurteile und die doch ziemlich stark abweichende Realität des Kundenbetreuer-Jobs erzählt. Heute geht es weiter. Wir verraten euch, was einen guten Kundenbetreuer ausmacht, für wen der Job geeignet ist und was ihr im Call Center verdienen könnt.

 

Welche Fähigkeiten und welches Handwerkszeug braucht man als guter Kundenbetreuer? Was zeichnet einen guten Kundenbetreuer aus?

Jenny: Ein guter Kundenbetreuer ist ein Menschenversteher, der seinen Kunden ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann.

 

Das hört sich ja fast ein wenig poetisch an. Wie schafft ein Kundenbetreuer das?

Jenny: Dazu muss er die Kundenbedürfnisse sensibel erkennen und in einer freundlichen Art und Weise befriedigen. Entsprechend wichtig sind Fähigkeiten wie Verständnis, Empathie, Eingehen auf den Kunden, Dienstleistungsorientierung und sprachlicher Ausdruck.
Gleichzeitig sollte ein guter Kundenbetreuer Freude am Umgang mit den modernen Kommunikationstechnologien haben. PC-Kenntnisse und ein gewisses technisches Verständnis sind Pflicht. Bleibt noch die Teamfähigkeit, denn gearbeitet wird in den meisten Fällen im Großraumbüro.
Natürlich bringt nicht jeder Berufseinsteiger in die Kundenbetreuung all diese Fähigkeiten mit. Aber keine Angst, vieles davon kann man lernen. Der Arbeitgeber unterstützt dabei.

 

Immer häufiger werden mehrsprachige oder fremdsprachige Kundenbetreuer gesucht? Welche Sprachen sind aktuell sehr gefragt?

Jenny: Immer gefragt ist Englisch. Aber auch Niederländisch, Türkisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Französisch und immer häufiger Russisch.

 

Wem kannst du einen Job als Kundenbetreuer empfehlen?

Jenny: Allen, die keine Scheu haben, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

 

Für welche Menschen kann der Job als Kundenbetreuer darüber hinaus eine gute Chance bzw. ein guter Einstieg in den Arbeitsmarkt sein?

Jenny: Vor allem für Arbeitslose kann die Kundenbetreuung ein guter Wiedereinstieg ins Berufsleben sein. Ich möchte kurz erläutern warum: Viele Menschen, die länger arbeitslos sind, fallen in eine Art Loch. Ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein schwindet. Manche entwickeln gar eine Angst vor dem Telefonieren. Da kann ein Job in der Kundenbetreuung sehr heilsam sein. Der tägliche Kontakt zu den Kunden und die Bestätigung, die man durch zufriedene Kunden erfährt, bauen das Selbstbewusstsein wieder auf. Ein Job in der Kundenbetreuung ist insofern eine gute Übung und ein ideales Training für die Rückkehr ins Berufsleben. Das lässt sich z. B. durch Akten ordnen nicht erreichen.

 

Für wen noch?

Jenny: Auch für Menschen mit Migrationshintergrund ist ein Job in der Kundenbetreuung gut geeignet. Im direkten Kundenkontakt können sie ihre Sprachkenntnisse anwenden, entwickeln und vertiefen. Besser und lebendiger als in jedem Sprachkurs.
Und auch für Menschen mit körperlichen Behinderungen ist ein Job in der Kundenbetreuung geeignet. Denn um ein guter Kundenberater zu sein, muss man z. B. nicht laufen können. Die meisten Arbeitsplätze in der Kundenbetreuung sind barrierefrei.

 

Stichwort: Quereinsteiger. Aus welchen Branchen und Qualifikationen hast du schon Quereinsteiger in die Kundenbetreuung vermittelt?

Jenny: Viele Quereinsteiger kommen aus der Gastronomie. Der Vorteil: Sie bringen die wichtige Dienstleistungsorientierung bereits mit. Zahlreiche Anfragen für Jobs in der Kundenbetreuung kommen aber auch von Verkäuferinnen und Verkäufern, die nicht mehr im Einzelhandel arbeiten möchten, sowie von Bürokaufleuten, die auf dem Markt sonst nichts mehr finden.
Und dann sind da noch die Berufseinsteiger. Die meist noch in der Orientierungsphase sind und in der Kundenbetreuung in den Ferien oder neben dem Studium arbeiten möchten.

 

Stichwort: Mutti-Schichten. Ist der Job auch für Muttis oder Vatis geeignet, die Beruf und Familie unter einen Hut bekommen wollen?

Jenny: Ja, ganz klar. Immer mehr Anbieter gehen zu flexiblen Arbeitszeiten über und kommen so Muttis und Vatis entgegen.

 

Eine Frage, die viele interessiert: Was verdient ein Kundenbetreuer im Call Center eigentlich?

Jenny: Es gibt nach wie vor Call Center, die den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Bei vielen Dienstleistern verdienen die Kundenbetreuer allerdings mittlerweile mehr. Hinzu kommen Schichtzulagen sowie je nach Projekt auch Provisionen.

 

Welche Karrierechancen und Möglichkeiten für eine berufliche Weiterentwicklung haben Kundenbetreuer?

Jenny: Teilweise bieten die Dienstleister richtige Karriereprogramme an, in deren Rahmen sich Mitarbeiter vom Junior Agent zum Senior Agent und schließlich zum Teamleiter weiterentwickeln können. Zudem können Mitarbeiter gerade bei den großen Anbietern auch zwischen verschiedenen Kundenprojekten wechseln, um ihre Fähigkeiten auszubauen. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten für eine berufliche Weiterentwicklung aber begrenzt.

 

Liebe Jenny, vielen Dank für deine Zeit und die wertvollen Tipps und Infos zum Kundenbetreuer-Job. Können sich Interessenten bei dir melden?

Jenny: Natürlich, sehr gerne. Ich bin immer für Fragen offen und freue mich auf Bewerbungen. Unsere aktuellen Jobangebote für Kundenbetreuer/innen und alle, die es gerne werden wollen, gibt es in unserer Stellenbörse.