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Autoindustrie fährt nicht mehr an die Spitze: Die beliebtesten Branchen für Berufseinsteiger in Deutschland

09.10.2017

Autoindustrie fährt nicht mehr an die Spitze: Die beliebtesten Branchen für Berufseinsteiger in Deutschland.

Dieselskandal, Rückrufaktionen, Glaubwürdigkeitsverlust: Die deutsche Autoindustrie steckt in einer Krise. Darunter leidet offenbar auch die Beliebtheit der Branche als Arbeitgeber. Bei den Schülern musste die Autoindustrie ihren Spitzenplatz in der Skala der beliebtesten Branchen für Berufseinsteiger an den Öffentlichen Dienst abgeben – und das erstmals!

Sicher auf Platz 1 bei Berufseinsteigern: die Polizei

Rund ein Viertel aller deutschen Schüler hofft nach der Schule auf einen Arbeitsplatz im Öffentlichen Dienst. Die Polizei bleibt dabei der beliebteste Arbeitgeber. Die Bundeswehr kommt im Branchenranking auf Platz 3 der Wunsch-Arbeitgeber. Auf Platz 2 landet ein großer deutscher Sportartikelhersteller.

Ausgebremst: die Autoindustrie

In der deutschen Automobilindustrie wollen hingegen nur noch 21 Prozent der jungen Leute nach dem Schulabschluss starten. Noch dahinter liegen:

  • der Handel mit 16 Prozent, der ebenfalls an Attraktivität verloren hat,
  • die Konsumgüterindustrie mit 15 Prozent
  • sowie mit neun Prozent die Logistik und Tourismusbranche.

Größte Karrierestudie unter Schülern

Zu diesem Ergebnis kommt das Trendence Schülerbarometer 2017, die größte repräsentative Karrierestudie unter Schülern in Deutschland. Im Rahmen der Studie wurden rund 20.000 Schülerinnen und Schüler befragt.

Viele Berufseinsteiger unentschieden: Weitere interessante Fakten

Digital Natives ja, digitale Kompetenz nein

Die heutigen Schüler sind Digital Natives. Sie wurden mit den digitalen Medien groß. Allerdings haben nur 15 Prozent ausgeprägte digitale Kompetenzen und sind damit auch digitale Experten.

Fast ein Drittel Unentschiedene

Unter den Schülern gibt es viele Unentschiedene. Immerhin 30 Prozent der Schüler wissen noch nicht, in welchem Beruf sie nach ihrem Schulabschluss starten möchten. Sie sind sich unsicher und wünschen sich Unterstützung bei der Wahl des richtigen Berufs. Das zeigt sich unter anderem darin, dass sich vier von fünf Schülern häufig mit ihren Eltern über ihre berufliche Zukunft unterhalten. Über 40 Prozent wünschen sich noch mehr Berufsorientierungsangebote von ihren Schulen.

Idole, Idole, Idole

Interessant ist, dass auch Idole eine wichtige Rolle bei der Berufsorientierung der Schüler spielen. Über 80 Prozent informieren sich über Arbeitgeber, die ihnen von ihren Idolen präsentiert werden. Eine große Chance also für Influencer Marketing in der Berufsorientierung und -beratung.

Jungs an Schulen benachteiligt

Auch wenn sich die Schüler eine Gleichstellung von Mädchen und Jungen bei Bewerbungen und im Job wünschen, sieht die Wirklichkeit an den Schulen anders aus. Mädchen werden dort nach Ansicht der Schüler bevorzugt.

Quelle und mehr Informationen

www.trendence.com

Kundenbetreuer ungeschminkt – Interview mit unserer Personalexpertin Jenny Ring, Teil 1

06.10.2017

Tasse mit Aufschrift "I love Customers".

 

Hallo Jenny, du bist bei uns für den Bereich Call Center und Kundenbetreuung verantwortlich. Wir freuen uns sehr, dass du uns heute und in vierzehn Tagen zu diesem interessanten Jobprofil Rede und Antwort stehst. Blicken wir im ersten Teil unseres Interviews mal etwas genauer hinter die Kulissen des nachgefragten Kundenbetreuer-Jobs und sprechen wir über typische Vorurteile.

 

Der Job als Kundenbetreuer hat keinen sonderlich guten Ruf. Welche Vorurteile gegenüber dem für so viele Unternehmen enorm wichtigen Job gibt es?

Jenny: Über den Job des Kundenbetreuers sind etliche Vorurteile im Umlauf. Ich möchte einmal ein paar typische nennen. Besonders verbreitet ist die Ansicht, der Job sei sehr schlecht bezahlt. Aber auch der hohe Arbeitsdruck, das angeblich negative Arbeitsklima in den anonymen Großraumbüros und der schlechte Umgang mit den Mitarbeitern in den Call Centern sind sehr geläufige Vorurteile, die man häufiger hört.

 

Schauen wir mal etwas genauer hin: Wie sieht die Realität als Kundenbetreuer aus? Du als Insiderin, die tagtäglich mit Kundenbetreuern und ihren Freuden und Nöten zu tun hast, bekommst ja viel über den Arbeitsalltag in Call Centern mit.

Jenny: Der Arbeitsalltag der Kundenbetreuer ist gut organisiert und durchgeplant. Dazu gehören auch regelmäßige Pausen, in denen sie keine Anrufe erhalten und mal abschalten können. Apropos Anrufe: Es wird ja gerne mal übersehen, dass nicht nur in Call Centern Telefonieren einen Großteil der Arbeitszeit ausmacht. Das ist auch in vielen anderen Jobs so.

 

Da hast du vollkommen Recht. Was kannst du noch über die Realität als Kundenbetreuer berichten?

Jenny: Den Dienstleistern sind Motivation und Gesundheit ihrer Mitarbeiter wichtig, daher bemühen sie sich entgegen den gängigen Vorurteilen besonders um ein gutes Arbeitsklima. Sie stellen den Kundenbetreuern Getränke und Obst zur Verfügung und legen viel Wert auf eine angenehme Bürogestaltung mit Kantinen- und Ruhebereichen. Viele Call Center sind mittlerweile zur Du-Umgangsform übergegangen, um so eine lockere und persönliche Arbeitsatmosphäre zu fördern. Bei Fragen gibt es immer einen Teamleiter oder die Kollegen, die weiterhelfen können. Durch regelmäßige Schulungen werden die Mitarbeiter fit für den Job gemacht. Dabei achten die Dienstleister darauf, keinen zu überfordern. Man kann an und in dem Job echt wachsen! Wenn du als Kundenbetreuer in einer Support-Hotline den ganzen Tag Kunden in Problemsituationen hilfst und ihnen als „rettender Engel“ die richtigen Lösungen zeigst, bekommst du viel positives Feedback und kannst ein tolles Selbstvertrauen aufbauen.

 

Das hört sich gut an. Hast du Ergänzungen?

Jenny: Ein wichtiger Vorteil des Kundenbetreuerjobs ist meiner Meinung nach, dass du nach der Arbeit nach Hause gehst und nichts mitnimmst. Keine Arbeitsaufgaben, über die du auch noch daheim nachgrübelst. Kein E-Mail-Postfach, das du auch noch von Zuhause aus überwachen musst.

 

Kundenbetreuer ist ein abwechslungsreicher Job. Was gehört alles zum Aufgabenspektrum eines Kundenbetreuers dazu?

Jenny: Im Job des Kundenbetreuers dreht sich alles um die Kommunikation. Das heißt heute aber nicht mehr nur telefonieren, sondern z. B. auch das Bearbeiten von Anfragen, die per E-Mail oder Chat eingehen. Kundenbetreuer jonglieren zudem viel mit Daten. Datenerfassung und Datenverarbeitung machen neben der Kommunikation einen wichtigen Teil der täglichen Arbeit aus. Entsprechend benötigen die Kundenbetreuer Computer- und Software-Kenntnisse. Der typische Arbeitsplatz hat heute zudem häufig zwei Monitore. Multitasking ist angesagt.

 

Über welche Stressfaktoren im Arbeitsalltag klagen Kundenbetreuer?

Jenny: Wie in jedem anderen Job gibt es natürlich auch in der Kundenbetreuung ein paar Stressfaktoren. Auf diese Faktoren reagieren jedoch nicht alle Mitarbeiter gleich. Da gibt es zum einen den Zeitdruck. Manche Dienstleister machen z. B. Vorgaben für die maximale Länge der Telefongespräche. Gleichzeitig herrscht ein permanent hoher Geräuschpegel, den die Arbeitgeber aber z. B. durch Headsets und das Absenken der Decken zu senken versuchen.
Hinzu kommt ein Großraumbüro-typischer Stressfaktor, den sicher viele kennen: das richtige Klima am Arbeitsplatz. Der eine mag es sehr gern warm, der andere wünscht sich eher frische Luft und kühlere Temperaturen für einen klaren Kopf. Entsprechend häufig gehen die Bürofenster auf und zu. Eine echte Herausforderung für das körperliche Wohlbefinden und die Gesundheit. Andere Büros sind voll klimatisiert, was manche Menschen als ähnlich anstrengend für den eigenen Körper empfinden.

 

Gibt es noch andere Stressfaktoren?

Jenny: Ja, ich möchte noch einen weiteren Faktor nennen. Einige Kundenbetreuer klagen über die Eintönigkeit ihres Jobs, z. B. wenn der Hauptteil der täglich geführten Interviews aus den immer gleichen Ja/Nein-Fragen besteht. Trotzdem müssen sie immer voll da und zu hundert Prozent aufmerksam sein. Mitdenken, genau zuhören und sich innerhalb kürzester Zeit auf die unterschiedlichen Kundentypen einstellen, das ist anstrengend.

 

Wie können Kundenbetreuer diesen Stressfaktoren begegnen und so ihre Arbeit entspannter gestalten?

Jenny: Ich empfehle auf jeden Fall ein Hobby als Ausgleich zur Arbeit. Zudem wirkt ein Austausch mit den Kollegen manchmal Wunder. Gibt’s ein Problem, kann ein Gespräch mit der Teamleitung schnell Abhilfe schaffen.
Natürlich sollte jeder Kundenbetreuer seine regelmäßigen Pausen auch zum Abschalten nutzen und nicht gleich das eigene Smartphone zücken. Ist das Arbeitspensum zu groß, sollte über die Arbeitszeitgestaltung nachgedacht werden. Viele Dienstleister kommen ihren Mitarbeitern bei einer Reduzierung der Arbeitszeiten gerne entgegen.

 

Was tun die Call Center, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden?

Jenny: Sie arbeiten einerseits am Betriebsklima und passen andererseits die Löhne an. Immer mehr Dienstleister erkennen zudem, dass sie neben der klassischen Vollzeitstelle auch Teilzeitmöglichkeiten anbieten müssen. Davon profitieren sie selbst. Denn die Erfahrungen zeigen, dass Teilzeitkräfte nicht so schnell ausgepowert sind. Dadurch arbeiten sie in der Regel motivierter und sind mit mehr Freude und Gesundheit bei der Sache. Wichtige Impulse für die Arbeitnehmerzufriedenheit setzen die Arbeitgeber zudem durch interne Qualifizierungsangebote und Wechselmöglichkeiten zwischen einzelnen Projekten. Das schafft Abwechslung und neue Perspektiven.

 

Womit können Arbeitgeber sonst noch bei – potenziellen – Mitarbeitern punkten?

Jenny: Immer gut kommen Feste, Teambuilding- und Firmenevents an. Aber auch andere Angebote wie Obsttage, kostenlose Getränke oder ein Ruheraum mit Massagesesseln werden von den Mitarbeitern gut angenommen.
Für immer mehr Arbeitnehmer spielen zudem flexible Arbeitszeiten eine wichtige Rolle. Sie wollen Familie und Beruf oder Studium und Job gut miteinander verbinden können. Die Arbeitgeber gehen auf diese Wünsche ein, da sie so wertvolle Mitarbeiter gewinnen können. Wir selbst haben auch die Erfahrung gemacht, dass Jobangebote mit Mutti- und Vati-Schichten oder studentenfreundlichen Arbeitszeiten sich größerer Beliebtheit erfreuen.
Um den Lärmpegel bei der Arbeit zu senken und das Teambuilding zu fördern, setzen die Dienstleister auf mehr Räume und kleinere Mitarbeitergruppen. Der Trend geht weg von den unbeliebten Großraumbüros mit endlosen Tischreihen, an denen die Kundenbetreuer wie Hühner auf der Stange sitzen. Durch runde Tischkonstellationen versuchen einige Dienstleister eine positivere, zugewandte Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

 

Was könnten Call Center darüber hinaus tun, um ihre Mitarbeiter zufriedener zu machen?

Jenny: Ganz einfach! Öfter mit den Mitarbeitern sprechen, regelmäßige Feedbackgespräche durchführen und Mitarbeiterbeurteilungen abgeben. Eine gute Betreuung ist vielen Mitarbeitern wichtig. Sie wünschen sich gleichzeitig eine Vertrauensperson als Ansprechpartner.

 

Vielen Dank bis hierhin Jenny. Das waren wirklich sehr interessante Einblicke. In vierzehn Tagen geht es weiter. Wir freuen uns schon auf Teil 2 unseres Interviews mit dir zum abwechslungsreichen Job des Kundenbetreuers.

Absolventen und Young Professionals: Sozialkompetenz und Werte wichtiger als Berufserfahrung

28.09.2017

Absolventen und Young Professionals können bei Arbeitgebern vor allem mit Sozialkompetenz und Werten punkten.

Fachliche Qualifikation oder Zeugnisnoten? Machen wir später! Hard Skills sind vielen Arbeitgebern bei Absolventen und Young Professionals nicht so wichtig. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Die Firmen schauen viel mehr auf die Soft Skills der jungen Kandidaten und ob die neuen Mitarbeiter auch tatsächlich zum Unternehmen sowie zum bestehenden Team passen. Denn im Gegensatz zu Fachkenntnissen, die auch on the Job weiterentwickelt werden können, sind fehlende Sozialkompetenz oder nicht vorhandene Identifikation mit der Unternehmenskultur nur schwer oder gar nicht korrigierbar.

Spitzenplätze: Persönliche Eigenschaften und Sozialkompetenz

68 Prozent der Arbeitgeber interessieren sich vor allem für die persönlichen Eigenschaften der Kandidaten. 52 Prozent möchten die sozialen Kompetenzen der Berufseinsteiger kennenlernen. Dazu recherchieren 48 Prozent der Recruiter unabhängig von der Bewerbung auch über Google und in den sozialen Netzwerken, um mehr über die Kandidaten zu erfahren. Ebenfalls 52 Prozent legen viel Wert darauf, dass ein Bewerber in hohem Maße mit der Unternehmenskultur übereinstimmt. Gleichzeitig sind jedem fünften Arbeitgeber die Wertvorstellungen des Kandidaten wichtig.

Formelle Abschlüsse: Na gut, werden auch mal überflogen

Die Hard Skills der Bewerber sind da vergleichsweise uninteressant. Lediglich für ein Drittel der Unternehmen sind die formellen Abschlüsse der Kandidaten sehr wichtig. Gerade einmal ein Viertel der Personalverantwortlichen schaut sich zudem die Noten der Bewerber sehr genau an. Nur 19 Prozent nennen technisches Fachwissen und Know-how als wichtige Faktoren für Einstellungen. Ebenfalls 19 Prozent legen Wert auf Auslandserfahrungen.

Ass im Ärmel: Praktika!

Für nur 16 Prozent zählt die ohnehin stark begrenzte Berufserfahrung der jungen Bewerber, für 11 Prozent sind die Sprachkenntnisse relevant. Sechs von zehn Betrieben erwarten allerdings im Gegenzug zur fehlenden Berufserfahrung Praktika von den Nachwuchskandidaten. Jedes vierte Unternehmen berücksichtigt Bewerber, die keine Praktika nachweisen können, erst gar nicht.

Die wichtigsten Eigenschaften der jungen Mitarbeiter aus Sicht der Chefs

  • Selbstständigkeit
  • Engagement
  • Kooperationsfähigkeit

Ebenfalls wichtig sind:

  • Zuverlässigkeit
  • Eigeninitiative
  • Lernbereitschaft
  • Kreativität
  • Verantwortungsbereitschaft

Wenn Sie wissen möchten, worauf unsere Kunden und wir Wert legen, dann rufen Sie uns an!

Unsere Quellen und mehr Informationen

Die interessanten Daten stammen aus einer groß angelegten Befragung von Fach- und Führungskräften der Online-Stellebörse Stepstone. StepStone Deutschland GmbH: StepStone Karriere Insights: Karrierestart 2017, 2017

Verzwickt: Diese Kommunikationstypen begegnen dir jeden Tag im Büro

22.09.2017

Kommunikationstypen im Büro.

Herr Maulfaul trifft Frau Plaudertasche, Herr Angsthase trifft Frau Helfersyndrom: Im Büro prallen jeden Tag die verschiedensten Kommunikationstypen aufeinander. Manche Typen passen perfekt zueinander. Bei anderen ist der Konflikt vorprogrammiert. Noch komplizierter wird die Situation durch geschlechtsspezifische Unterschiede. Denn Frauen kommunizieren ja bekanntlich anders als Männer. Eine zunehmend wichtigere Rolle spielen zudem interkulturelle Unterschiede in der Kommunikation, da immer mehr Teams international zusammengesetzt sind.

Zusammenarbeiten müssen trotzdem alle miteinander, schließlich hängt der unternehmerische Erfolg davon ab. Da trifft es sich gut, dass die Kollegen in der Regel nicht starr in eine Kommunikationstyp-Schublade passen. Die meisten Menschen beherrschen nicht nur eine Kommunikationsrolle bzw. einen Kommunikationsstil, sondern können situativ in verschiedene Rollen schlüpfen. Trotzdem bringt es dich in vielen Situationen weiter, wenn du weißt:

  • welche Kommunikationstypen es gibt,
  • wie sie ticken
  • und wie du sie im Sinne deiner Interessen am besten in den Griff bekommst.

Acht Kommunikationstypen, die du in (fast) jedem Büro finden kannst

Der Psychologe Friedemann von Thun hat sich intensiv mit unterschiedlichen Kommunikationsstilen beschäftigt. Acht Kommunikationstypen sind dabei herausgekommen, die dir mit hoher Wahrscheinlichkeit alle schon einmal im Arbeitsalltag begegnet sind. Und natürlich wirst auch du dich und deine Kommunikation unter diesen Kommunikationstypen wiederfinden.

Der Unsichere, Hilfsbedürftige und Ängstliche

  • Ist unterwürfig und verzweifelt
  • Stets überfordert und voller Selbstzweifel
  • Kommuniziert Überforderung und Unsicherheit mit fast flehender Stimme und einem hilflosen Lächeln
  • Zieht sich gern in die Passivität zurück
  • Hat Schwierigkeiten, sich vor einer größeren Gruppe Gehör zu verschaffen
  • Erhält das Image: Hat keine Meinung
  • Reagiert sehr sensibel auf Druck von außen

So gehst du am besten mit ängstlichen und unsicheren Kollegen um:

  • Vermittle deinem unsicheren Kollegen Sicherheit und lobe ihn für das, was er tut.
  • Setze ihm bei Aufgabe einen festen Zeitrahmen, wie er sich die Zeit für die Lösung einteilt, überlasse aber ihm.
  • Reduziere Risiken für deinen ängstlichen Kollegen, indem du ihn z. B. mit Checklisten oder Referenzen bei der Erfüllung seiner Aufgaben unterstützt.
  • Ermutige deinen Kollegen, seine Qualitäten und Fähigkeiten zu nutzen.

Der Helfer

  • Das genaue Gegenteil des Hilfsbedürftigen
  • Starke, aber einfühlsame Stimme
  • Signalisiert anderen: „Du hast meine Unterstützung.“ Will ihnen ein starker Partner sein.
  • Kann gut zuhören, zeigt Verständnis und Empathie
  • Vermittelt Stärke und Kompetenz
  • Sein Helfersyndrom verhindert, dass er auch einmal Nein sagen kann
  • Helfender und Hilfsbedürftiger passen im Büro ganz klar perfekt zueinander

So gehst du am besten mit Helfersyndrom-Kollegen um:

  • Verdeutliche ihm, dass er auch einmal Nein sagen und selbst um Hilfe bitten kann.

Der Selbstlose

  • Übernimmt stets hilfsbereit Aufgaben
  • Tritt unterwürfig auf
  • Zeigt seine Schwächen
  • Denkt, nur wenn er hilft, ist er wer
  • Gewinnt aus den Erfolgen, die Kollegen durch seine Mithilfe erringen, seine Anerkennung
  • Ist häufig schlecht gelaunt

So gehst du am besten mit selbstlosen Kollegen um:

  • Lobe und ermutige ihn, auch einmal klar und verbindlich seine Meinung zu äußern.

Der Aggressive

  • Setzt auf Konfrontation, Empörung und Verteidigung
  • Ist aufbrausend und unterbricht andere
  • Hört nicht zu und verträgt keine Kritik
  • Nutzt häufig ausschweifende oder beschuldigende Gesten
  • Hält andere in Schach und versucht sie zu entwerten
  • Verhält sich rücksichtslos und stellt sich gerne über andere
  • Aggressive und wichtigtuerische Kollegen passen nicht gut zusammen. Vorsicht Konfliktpotenzial!

So gehst du am besten mit aggressiven Kollegen um:

  • Vermeide Streit mit deinem aggressiven Kollegen.
  • Übe lieber keine Kritik an ihm.
  • Nimm seine Angriffe nicht persönlich, reagiere mit Humor.
  • Atme tief durch und warte, bis sich der Hitzkopf beruhigt hat.
  • Bleib sachlich und zuvorkommend und verfolge deine Ziele.

Der Kontrolleur und Rechthaber

  • Ist der festen Überzeugung, dass er genau weiß, was richtig und was falsch ist
  • Kommt gerne auf moralische Aspekte zurück
  • Wirkt bestimmend und kontrollierend
  • Ist unbelehrbar und nicht bereit, Kompromisse einzugehen

So gehst du am besten mit rechthaberischen Kollegen um:

  • Auch wenn es dir schwer fällt, betone die Kompetenz deines Kollegen und lobe ihn. Er giert nach Anerkennung und sein Widerstand gegen deine Anliegen und Argumente wird geringer.
  • Nutze das fraglos vorhandene Wissen deines rechthaberischen Kollegen und profitiere davon.
  • Versuche mit ihm eine Einigung zu erzielen, dann wir er sich für euer gemeinsames Anliegen mit voller Kraft einsetzen.

Der Zurückhaltende, der Skeptiker und Schweiger

  • Redet einfach sehr wenig, ist deswegen aber nicht ängstlich oder schüchtern
  • Ist schwer einzuschätzen, da er Gedanken und Gefühle nicht mit anderen teilt
  • Nutzt wenn er redet, eine eher sehr sachliche Sprache
  • Hat Probleme, eine Nähe zum Gesprächspartner zuzulassen
  • Seine Körpersprache unterstützt die ablehnende Haltung z. B. durch verschränkte Arme
  • Kann meist sehr gut zuhören

So gehst du am besten mit zurückhaltenden Kollegen und Schweigern um:

  • Stelle offene Fragen, die dem Schweiger mehr als nur ein Ja oder Nein als Antwort entlocken.
  • Lass ihm genügend Zeit für die Antwort, atme tief durch, bleib entspannt und lächle.
  • Hast du den Schweiger zum Reden gebracht, unterbrich ihn nicht.
  • Im Gespräch mit einem zurückhaltenden Kollegen nicht zu schnell reden und nicht zu häufig das Thema wechseln.

Der Mitteilungsbedürftige, Wichtigtuer und Dauerredner

  • Selbstbewusster Leitspruch: „Achtung, jetzt komm ich!“
  • Redseliger Typ, wirkt häufig hektisch
  • Steht auf Selbstinszenierung und verlangt Bestätigung
  • Ist mit permanenter Selbstprofilierung beschäftigt
  • Gibt Gesprächspartnern kaum eine Chance, nachzufragen oder eine Bemerkung einzuwerfen
  • Belästigt andere mit seinen Berichten darüber, was er alles kann, wie angesehen er ist, wen er kennt
  • Der Zurückhaltende und der Mitteilungsbedürftige passen nicht gut zueinander, den Zurückhaltenden nervt der Mitteilungsbedürftige sehr.

So gehst du am besten mit notorischen Dauerrednern um:

  • Lass ihn quatschen und höre zu.
  • Nutze eine Atempause des Dauerredners, um mit deinem Wortbeitrag zu starten.
  • Leite deine Ausführungen mit einer netten Bemerkung ein.
  • Übernimm die Gesprächsführung, indem du das vom Dauerredner Gesagte kurz wiedergibst und Nachfragen anschließt.

Geschlechterkrieg? Kolleginnen und Kollegen reden im Büro nicht die gleiche Sprache

Kompliziert: Männer und Frauen leben quasi von Natur aus in verschiedenen Sprachwelten. Sie interpretieren Gespräche häufig unterschiedlich, was immer wieder zu Missverständnissen zwischen den Geschlechtern führen kann. Dabei ziehen Frauen in der nach wie vor männerdominierten Geschäftswelt in vielen Fällen den Kürzeren.

Herr Kollege Selbstbewusstsein

Männer setzen ihre Mimik und Gestik stärker dazu ein, um ihren Platz in der Hierarchie zu sichern und zu bewahren. Sie treten selbstbewusster auf als ihre weiblichen Kollegen.

Frau Kollegin Beziehungspflege

Frauen denken weniger hierarchisch und bemühen sich stärker um Beziehungsaufbau und Beziehungspflege. Sie können Sachverhalte präzise und differenziert schildern und achten im Gespräch darauf, dass jeder Gesprächspartner zum Zuge kommt. Kommunikationsexperten empfehlen Frauen, gerade in der Berufswelt öfter mal den männlichen Kommunikationsstil zu übernehmen und männertypisch auf die Pauke zu hauen. Allerdings fühlen sich viele Frauen in dieser Situation nicht wohl.

Ganz schön bunt: Internationalisierung im Büro

Immer mehr Chefetagen und Büroteams sind international zusammengesetzt. In diesen Teams treffen die unterschiedlichsten Kommunikationstypen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen aufeinander.
So sind Deutsche z. B. eher direkt, Amerikaner verhalten sich hingegen eher diplomatisch. Chinesen greifen auch einmal mitten im Gespräch zum Telefon und Inder haben ein ganz anderes Verständnis von Pünktlichkeit, ein halbe Stunde Verspätung gilt in diesem Kulturkreis noch als pünktlich.
Für viele Unternehmen ist die internationale Zusammensetzung der Belegschaft ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die interkulturelle Zusammenarbeit kann aber durchaus auch zu Differenzen oder Konflikten führen, gerade wenn das Wissen über die kulturellen Unterschiede fehlt.

Aufeinander zugehen

Kommunikation im Büro kann bei dieser Vielfalt an Kommunikationstypen und den geschlechtsspezifischen Sprachwelten nur funktionieren, wenn man gegenseitig aufeinander eingeht und nicht rücksichtslos die eigenen Interessen verfolgt. Gleichzeitig kann man mit ein wenig gutem Willen die Sprache der anderen lernen.

Unsere Quellen und mehr Infos

www.schulz-von-thun.de
www.faz.net/aktuell/beruf-chance/
www.wiwo.de/erfolg/management/
arbeits-abc.de
arbeits-abc.de
www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de
www.welt.de/gesundheit/psychologie/
www.sueddeutsche.de/karriere/
www.experteer.de/magazin/
www.eu-eqt.de

Künstliche Intelligenz und Automatisierung: Segen oder Fluch für das Arbeitsleben in Deutschland?

21.09.2017

Industrie 4.0, Automatisierung, Künstliche Intelligenz: Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der auch die Zeitarbeit erheblich verändern wird.

Industrie 4.0, Automatisierung, Künstliche Intelligenz: Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der auch die Zeitarbeit erheblich verändern wird. Wie denken Beschäftigte und Führungskräfte über diesen Prozess? Welche Erwartungen haben sie an die neue Arbeitswelt? Welche Ängste und Vorurteile bewegen sie? Wir haben uns aktuelle Umfragen für Sie angeschaut und werfen einen Blick in die Zukunft der Zeitarbeitsbranche.

Lösung für den Fachkräftemangel?

Nach einer aktuellen Umfrage einer großen Unternehmensberatung rechnen 77 Prozent der Deutschen damit, dass Künstliche Intelligenz (KI) ihnen einmal das Leben leichter machen wird. 58 Prozent glauben zudem, das KI für den drohenden Fachkräftemangel zum Beispiel in der Pflege eine Lösung sein könnte.

Jobkiller Künstliche Intelligenz?

In den Optimismus mischen sich bei jedem Zweiten allerdings auch Ängste und Zweifel, wohin der Trend zur Künstlichen Intelligenz noch führen wird. Viele befürchten, dass durch Künstliche Intelligenz Jobs gestrichen werden könnten. Nur etwa ein Drittel der Bundesbürger glaubt, dass KI mehr Arbeitsplätze schaffen als vernichten wird.
Hinter diesen Befürchtungen steckt häufig ungenügendes Wissen über die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz. Die Mehrheit der Bundesbürger kennt zwar den Begriff, aber nur jeder Dritte Deutsche traut es sich zu, KI detaillierter zu erklären. Männer stehen dem Thema KI dabei grundsätzlich positiver gegenüber als Frauen. Sie glauben eher, dass der Mensch vom Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren und sich so neue Freiräume schaffen kann.

Führungskräfte setzen auf Automatisierung

Sind die Jobängste der Menschen begründet oder unbegründet? Klar ist, dass deutsche Unternehmen Künstliche Intelligenz und Automatisierung in immer mehr Bereichen einsetzen werden. Aktuell ist etwa ein Drittel der Prozesse in den Betrieben automatisiert. Fast 90 Prozent der deutschen Unternehmen planen oder prüfen allerdings darüber hinaus den Einsatz von intelligenten Automatisierungslösungen. So hoffen sie, das stetig steigende Arbeitsvolumen besser bewältigen zu können.
Die Führungskräfte geben sich dabei optimistisch, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung neue Arbeitsstellen schaffen wird. Gleichzeitig sollen die Roboter ihre menschlichen Kollegen bei Routineaufgaben entlasten und so Kommunikation und Kreativität fördern.
Die Befürchtungen der Mitarbeiter, dass die Automatisierung Arbeitsplätze vernichten werde, nehmen die Führungskräfte durchaus wahr. Die Ängste in der Belegschaft sind ein Hauptgrund dafür, dass viele Unternehmen bei der Einführung von neuen Automatisierungslösungen noch zögern.

Putzroboter, Robo-Doc und Shoppinghilfe

Interessant ist, in welchen Einsatzbereichen sich die Deutschen Unterstützung durch Künstliche Intelligenz vorstellen können. Sieben von zehn Bundesbürgern würden einen intelligenten Assistenten beispielsweise bei der Steuererklärung nutzen. Über 50 Prozent der Deutschen hätten Interesse an einem Putzroboter oder einem Hilfsroboter für schwere körperliche Arbeiten. 41 Prozent könnten sich zudem vorstellen, im Krankheitsfall von einem „Robo-Arzt“ statt von einem menschlichen Mediziner behandelt zu werden.
Und auch den Einzelhandel wird die Künstliche Intelligenz nach Ansicht vieler Menschen revolutionieren. Fast 30 Prozent der Deutschen glauben daran, dass sie in Zukunft zum Einkaufen kein Ladengeschäft mehr betreten müssen. Stattdessen werden sie mithilfe einer Virtual Reality-Brille durch die Läden flanieren und virtuell ihre Einkäufe tätigen. Künstliche Intelligenz wird sie dabei unterstützen, schneller und präziser die gesuchten Produkte zu finden.

15 Prozent sagen NEIN zu KI und Automatisierung

Es gibt allerdings auch Totalverweigerer. Rund 15 Prozent der Bundesbürger wünschen sich grundsätzlich keine Hilfe durch Künstliche Intelligenz im Alltag. Anhaltend groß ist die Skepsis zudem im Bereich autonomes Fahren. Hier behalten die Deutschen nach wie vor das Steuer lieber selbst in der Hand.

Automatisierung und Zeitarbeit

Welche Auswirkungen werden Automatisierung und Künstliche Intelligenz auf die Zeitarbeitsbranche haben? Sie bot bislang ja vor allem Geringqualifizierten einen guten Zugang zum Arbeitsmarkt. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Chancen für diese niedrigqualifizierten Arbeitnehmer durch die Automatisierung sinken werden. Denn gerade einfache und unqualifizierte Tätigkeiten in der Produktion, für die Zeitarbeitnehmer häufig eingesetzt werden, fallen der Automatisierung zum Opfer. Die Experten erwarten daher, dass auch die Zeitarbeit zukünftig qualifikatorisch anspruchsvoller werde.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.haufe.de/marketing-vertrieb/
www.automobilwoche.de
www.tagesspiegel.de
www.focus.de
www.eventures.vc
www.personalwirtschaft.de
www.personalwirtschaft.de/der-job-hr/

Axel Bolder, Stefan Naevecke, Sylvia Schulte: Türöffner Zeitarbeit?: Kompetenz und Erwerbsverlauf in der Praxis der Leiharbeit, Wiesbaden, 2005

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