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Inkrafttreten der AÜG-Reform zum 01.04.2017 – was ändert sich?

12.06.2017

Das geänderte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ist am 01. April 2017 in Kraft getreten. Damit wurde das AÜG zum dritten Mal nach 2003 und 2011 wesentlichen Änderungen unterzogen. Zu den zentralen Neuregelungen gehören die Einführung einer Kennzeichnungspflicht, ein Equal Pay-Anspruch nach 9 Monaten sowie die Festlegung der Überlassungshöchstdauer auf 18 Monate.

 

Die AÜG-Reform 2017 – Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

Künftig muss der Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher vor Beginn der Überlassung ausdrücklich als „Arbeitnehmerüberlassungsvertrag“ bezeichnet und schriftlich geschlossen werden (§ 1 Absatz 1 Satz 5 AÜG). Des Weiteren ist der jeweilige Leiharbeitnehmer vor Beginn der Überlassung namentlich zu konkretisieren (§1 Absatz 1 Satz 6 AÜG). Diese Offenlegungspflicht bezieht sich auch auf vor dem 01.04.2017 geschlossene und danach weitergeführte Arbeitnehmerüberlassungsverträge.

Folgen bei Nichtbeachtung:

Die Überlassung eines Leiharbeitnehmers ohne ausdrückliche Bezeichnung des Vertrages als Arbeitnehmerüberlassungsvertrag und die fehlende namentliche Konkretisierung des einzelnen Leiharbeitnehmers führen zur Fiktion eines Arbeitsverhältnisses mit dem Entleiher. Zudem kann eine Nichtbeachtung Geldbußen von bis zu 30.000 Euro für den Verleiher und Entleiher nach sich ziehen.

Das AÜG sieht künftig eine arbeitnehmerbezogene Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten vor (§1 Absatz 1b AÜG). Derselbe Leiharbeitnehmer darf somit ab Inkrafttreten des Gesetzes (01.04.2017) nur noch für die Dauer von maximal 18 Monaten an denselben Entleiher überlassen werden. Für die Berechnung der Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten sind nur ab dem 1. April 2017 zurückgelegte Einsatzzeiten zu berücksichtigen. Dabei ist es gleichgültig, ob der jeweilige Leiharbeitnehmer über dasselbe Zeitarbeitsunternehmen oder zuvor über ein anderes Zeitarbeitsunternehmen an diesen Entleiher überlassen wurde.
Bei einem ununterbrochenem Einsatz des Leiharbeitnehmers wäre die Höchstüberlassungsgrenze nach der Fristenberechnung gemäß §§ 187, 188 BGB erstmalig mit Ablauf des 30.09.2018 erreicht.

Allerdings kann der Leiharbeitnehmer insgesamt länger an denselben Entleiher überlassen werden, wenn die Überlassung für mindestens 3 Monate und 1 Tag unterbrochen wird. Hierfür muss der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag beendet werden. Eine Unterbrechung des Einsatzes lediglich auf Grund von Krankheit oder Urlaub reicht hierfür nicht aus.
Abweichende (längere) Überlassungshöchstdauern können nur in Tarifverträgen der Einsatzbranche oder in einer auf Grund eines solchen Tarifvertrags getroffenen Betriebs- oder Dienstvereinbarung vereinbart werden. Auch solche Vereinbarungen müssen eine Überlassungshöchstdauer vorsehen.

Folgen bei Überschreiten der Höchstüberlassungsgrenze:

Der Arbeitsvertrag zwischen dem Verleiher und dem Leiharbeitnehmer wird unwirksam, sobald die Überlassungshöchstdauer überschritten wird. Die Folge der Unwirksamkeit des Arbeitsvertrages ist das Entstehen eines Arbeitsverhältnisses zwischen Leiharbeitnehmer und Entleiher ab dem ersten Tag des Überschreitens der Höchstüberlassungsdauer.

Allerdings kann der Zeitarbeitnehmer das Entstehen eines Arbeitsverhältnisses mit dem Entleiher verhindern, indem er binnen eines Monats nach Überschreiten der Überlassungshöchstdauer gegenüber seinem Arbeitgeber oder dem Entleiher schriftlich erklärt, dass er an seinem bisherigen Arbeitsverhältnis zum Zeitarbeitsunternehmen festhält (sog. Festhaltenserklärung).
Um im Voraus abgegebene „Blanko“-Festhaltenserklärungen zu verhindern, ist die Festhaltenserklärung des Zeitarbeitnehmers nach der neuen gesetzlichen Regelung jedoch nur wirksam,

  1. wenn der Zeitarbeitnehmer die Erklärung vor der Abgabe bei der Agentur für Arbeit persönlich vorlegt
  2. und die Agentur für Arbeit diese Erklärung mit dem Datum der Vorlage und dem Hinweis versieht, dass sie die Identität des Zeitarbeitnehmers festgestellt hat
  3. und diese Erklärung spätestens am dritten Tag nach der Vorlage in der Agentur für Arbeit dem Zeitarbeitsunternehmen oder dem Entleiher zugeht.
Kommt bei der Arbeitnehmerüberlassung ein Tarifvertrag zur Anwendung, so hat der Leiharbeitnehmer spätestens nach 9 Monaten Anspruch auf Equal Pay, d.h. er ist grundsätzlich hinsichtlich des Arbeitsentgelts eines vergleichbaren Arbeitnehmers des Entleihers gleichzustellen (§ 8 Absatz 4 AÜG).

Eine längere Abweichung (längstens 15 Monate) vom gesetzlichen Gleichstellungsgrundsatz ist nur noch zulässig, wenn bei der Überlassung zusätzlich ein (Branchen-) Zuschlagstarifvertrag zur Anwendung kommt, der die in § 8 Absatz 4 Satz 2 AÜG genannten Voraussetzungen erfüllt.

Für die Berechnung der Einsatzdauer sind nur ab dem 01.04.2017 zurückgelegte Einsatzzeiten heranzuziehen. Bei einem ununterbrochenem Einsatz des Leiharbeitnehmers wird die Equal Pay Schwelle demnach erstmalig am 01.01.2018 erreicht.

Folgen der Nichtbeachtung des Equal Pay Anspruchs:

Die Nichtbeachtung des Equal Pay stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 € bestraft. Beim Verleiher kann sie den Entzug der Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung zur Folge haben.

Der § 80 Absatz 2 BetrVG wird erweitert, sodass der Betriebsrat über den Einsatz von Leiharbeitnehmern umfassend informiert werden muss. Hier ist vorgesehen, dass zeitlicher Umfang, konkrete Aufgabe der Leiharbeitnehmer sowie der Einsatzort mitgeteilt werden.

Des Weiteren sind Leiharbeiter nach § 14 AÜG bezüglich der Rechte zur Mitbestimmung des Betriebsrates zu berücksichtigen, hinsichtlich der Schwellenwerte allerdings nur dann, wenn sie mindestens 6 Monate und 1 Tag überlassen wurden.

Der Leiharbeitnehmer darf zukünftig gemäß § 11 Absatz 5 AÜG nicht im Unternehmen tätig werden, wenn der Entleiher direkt von einem Streik betroffen ist. Das bedeutet, dass sich das Verbot einer Umgehung eines Streiks nun direkt gegen den Entleiher richtet. Ausnahmsweise darf ein Leiharbeitnehmer dann beschäftigt werden, wenn er eine Tätigkeit übernimmt, die die bisher streikenden Arbeitnehmer nicht ausgeführt haben.

Sie haben Fragen zur AÜG-Reform? Unsere Mitarbeiter beraten Sie gern. In Potsdam unter: 0331/64 74 80 – 0 oder in Schwäbisch Gmünd unter: 071/71 922 02 – 0.

Quellen sowie mehr Informationen zu den neuen Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes:
www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/leiharbeit
www.juris.de
blog.handelsblatt.com
www.gesetze-im-internet.de

Höchste Zeit für einen Jobwechsel? Unsere Checkliste zum Thema Unzufriedenheit im Job

09.06.2017

Ein Mann leidet an seiner Unzufriedenheit im Job Wie findest du heraus, ob du wirklich unzufrieden mit deinem aktuellen Job und bereit für einen Jobwechsel bist? Wir haben eine Checkliste für dich zusammengestellt, die dir bei der Diagnose deiner Job-Unzufriedenheit helfen soll und dich vor einem vorschnellen Jobwechsel bewahren kann.

Seit wann bist du mit deinem aktuellen Job unzufrieden?

Gab es einen konkreten Auslöser für deine aktuelle Unzufriedenheit? Kannst du den Beginn deines Jobfrustes zeitlich irgendwie festmachen? Ist es eine Unzufriedenheit, die bereits seit Langem gärt oder war der Auslöser eine konkrete Veränderung wie ein neuer Chef oder gar ein Problem in deinem Privatleben?

Kannst du deine Unzufriedenheit im Job konkret benennen?

Wie äußert sie sich? Wann ist deine Unzufriedenheit besonders ausgeprägt? Morgens beim Öffnen der Bürotür, beim Umgang mit bestimmten Kollegen oder beim Ausführen einzelner Tätigkeiten und Routinen?

Hast du mit deinem Chef oder deinen Kollegen schon einmal über deine Probleme geredet?

Bevor du einen Jobwechsel tatsächlich ins Auge fasst, solltest du das Gespräch mit deinem Chef und deinen Kollegen suchen. So erhältst du andere Blickwinkel auf deine Situation und kannst vielleicht sogar eine Lösung deiner aktuellen Probleme im Job herbeiführen.

Hast du schon einmal versucht, etwas an deinem aktuellen Job zu verändern?

Welche Veränderungsversuche hast du unternommen? Wie waren die Ergebnisse? Stieg deine Zufriedenheit im aktuellen Job oder konnten auch die Veränderungen nichts in puncto Dauerunzufriedenheit bewirken?

Hast du mit deinen Freunden oder deiner Familie schon einmal über deine Unzufriedenheit im Job geredet?

Wie geht es deinen Freunden im aktuellen Job? Tritt in deiner Familie das Problem „Unzufriedenheit im Job“ vielleicht häufiger auf? Der Austausch mit Bekannten und geliebten Menschen kann dir dabei helfen, deine Jobsituation besser einzuordnen und aus dem Umgang deiner Bekannten mit ähnlichen Situationen etwas zu lernen. Gleichzeitig erfährst du, was deine Familie über deine Pläne für einen potenziellen Jobwechsel denkt und ob sie dein Vorhaben vorbehaltlos unterstützt.

Stell dir die Frage: Hast du den richtigen Job?

Denk einmal intensiv darüber nach, ob du tatsächlich den richtigen Job ergriffen hast! Hast du Zweifel, dann setz dich mit ihnen auseinander, statt mit Frust im Bauch weiter zur Arbeit zu gehen. Überprüfe auch deine Einstellung zum Beruf! Ist deine Arbeit der Mittelpunkt deines Lebens und was erwartest du von deiner Tätigkeit?

Bist du wirklich motiviert, zu wechseln?

Finde für dich heraus, ob du wirklich für einen Jobwechsel bereit und motiviert bist! Es gibt Gründe, die einen Jobwechsel wirklich sinnvoll machen, wie Angst um deine Gesundheit, Stillstand im Job oder eine unsichere Perspektive in der aktuellen Position. Von diesen guten Gründen solltest du aber ganz klar Stimmungen und Launen unterscheiden. Ein schlechter Tag auf Arbeit oder gerechtfertigte Kritik, weil dir in deiner Arbeit Fehler unterlaufen sind, sind keine hinreichenden Gründe für dich, um gleich deinen aktuellen Job hinzuschmeißen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Jobwechsel für dich?

Ein Jobwechsel bedeutet für dich immer auch eine Menge Aufwand. Ein neuer Chef, neue Kollegen, neue Aufgaben und Anforderungen oder gar der Schritt in die Selbständigkeit – es gibt vieles, was bei einem neuen Job auf dich zukommt. Bevor du diesen großen Schritt gehst, solltest du die Vor- und Nachteile, die Chancen und Risiken eines Jobwechsels genau abwägen. Nur wenn du dir wirklich sicher bist, dass ein neuer Job der beste Weg aus deiner Job-Unzufriedenheit ist, solltest du ihn auch beschreiten. Du wirst zwischendurch immer wieder mit Selbstzweifeln kämpfen müssen, da sind schlagende Argumente für deine Entscheidung wichtig.

Was willst du wirklich und was muss dein Traumberuf tatsächlich mitbringen?

Welche Anforderungen hast du an deinen Traumjob? Und welche dieser Anforderungen erfüllt auch dein aktueller Job bereits? Wäge vor der Entscheidung für oder gegen eine berufliche Neuorientierung zwischen bloßem Wunschdenken und Realität ab! Welche Veränderungen sind realistisch, welche sind Traumschlösser, die sich eh nicht umsetzen lassen?

Erfüllst du alle Voraussetzungen für deinen Traumjob?

Nur auf Fähigkeiten, die du tatsächlich besitzt oder mit deinen Möglichkeiten erwerben kannst, kannst du beim Wechsel in deinen Traumjob vertrauen. Übersteigt dein Traumjob deine Fähigkeiten und Fertigkeiten drohen schnell wieder Unzufriedenheit und Scheitern.

Besser beraten!

Du hast dich nach reiflicher Überlegung für einen Jobwechsel entschieden? Dann lass dich beraten! Wir beraten und unterstützen dich gerne beim Finden deines neuen (Traum-)Jobs, der dich hoffentlich im Arbeitsleben glücklich machen wird:-)

Mehr Tipps und Infos zum Thema Unzufriedenheit im Job

Unsere Quellen sowie mehr Tipps und Infos rund um deinen Ausweg aus der quälenden Unzufriedenheit im Job findest du hier:
karrierebibel.de/jobwechsel/
computerwoche.de/vorsicht-beim-jobwechsel
arbeits-abc.de
karrierefaktor.de/unzufrieden-im-job
www.capital.de

Dritte Verordnung zur Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung in Kraft

09.06.2017

Dritte Verordnung zur Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung in KraftSeit 01.06.2017 gilt eine neue allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit. In mehreren Stufen wird die Lohnuntergrenze bis zum 31.12.2019 schrittweise angehoben. Im Osten und im Westen fällt die neue Lohnuntergrenze unterschiedlich aus.

Die neuen Mindeststundenentgelte

Die neue Verordnung sieht folgende Mindeststundenentgelte vor:
In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Osten):

  • vom 1. Juni 2017 bis zum 31. März 2018 – 8,91 Euro,
  • vom 1. April 2018 bis zum 31. Dezember 2018 – 9,27 Euro,
  • vom 1. Januar 2019 bis zum 30. September 2019 – 9,49 Euro,
  • vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 – 9,66 Euro.

In den übrigen Bundesländern (Westen):

  • vom 1. Juni 2017 bis zum 31. März 2018 – 9,23 Euro,
  • vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 – 9,49 Euro,
  • vom 1. April 2019 bis zum 30. September 2019 – 9,79 Euro,
  • vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 – 9,96 Euro.

Arbeitnehmer erhalten jeweils das Mindeststundenentgelt des Arbeitsortes. Werden sie auswärtig beschäftigt, behalten sie den Anspruch auf das Entgelt ihres Einstellungsortes. Dies ist vor allem dann relevant, wenn das Entgelt am Einstellungsort höher ist.

Auch ausländische Zeitarbeitsunternehmen an Lohnuntergrenze gebunden

Die neue Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit ist allgemeinverbindlich. Das bedeutet, dass auch ausländische Zeitarbeitsunternehmen, die z. B. Arbeitnehmer nach Deutschland entsenden, sowie nicht tarifgebundene deutsche Zeitarbeitsunternehmen an die neue Verordnung gebunden sind. Diese Unternehmen müssen jetzt ihren Zeitarbeitnehmern anstelle des gesetzlichen Mindestlohns mindestens die neuen allgemeinverbindlichen Mindeststundenentgelte zahlen.

Stärkung für die Branche der Personaldienstleister

Die Personaldienstleister wollen mit der neuen Verordnung die in der Branche erreichten Standards schützen und stärken. Gleichzeitig wollen sie sich klar vom niedrigeren, gesetzlichen Mindestlohn abgrenzen.

Quelle: BAP – Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister

Auf dem entgeltgleichen Auge blind: Das neue Entgelttransparenzgesetz und die Unwissenheit vieler Unternehmen

07.06.2017

Equal Pay? Davon können Frauen in Deutschland bislang oft nur träumen. Das Entgelttransparenzgesetz soll das ändern.

Equal Pay? Nicht bei uns in Deutschland. Nach wie vor werden Frauen und Männer in unserem Land für die gleiche oder gleichwertige Arbeit häufig unterschiedlich bezahlt. Das Entgelttransparenzgesetz soll mit neuen Transparenzregeln Abhilfe schaffen.

Frauen vs. Männer: Die tiefe Lohnkluft

Zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten klafft in Deutschland eine abgrundtiefe Lohnkluft von durchschnittlich über 21 Prozent. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern stehen wir damit ziemlich schlecht und irgendwie auch unzeitgemäß da. Das wollen die politisch Verantwortlichen ändern und durch das neue Entgelttransparenzgesetz die Lohnkluft schließen. Das neue Gesetz wird in Kürze in Kraft treten und könnte viele Unternehmen eiskalt und unvorbereitet erwischen.

Das Entgelttransparenzgesetz – Die wichtigsten Regelungen

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) enthält eine Reihe neuer Transparenzregeln für Unternehmen und einen Auskunftsanspruch für Arbeitnehmer. Diese neuen Regelungen sollen dafür sorgen, dass Frauen und Männer beim Lohn endlich gleichgestellt werden, so dass Lohngerechtigkeit entsteht. Wir haben die zentralen Regelungen für Sie zusammengefasst:

  • Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern haben zukünftig einen individuellen Auskunftsanspruch, welche Entgeltstrukturen in der Firma bestehen. Das soll Beschäftigten dabei helfen, ihren Anspruch auf gleichen Lohn durchzusetzen. In Unternehmen mit Tarifbindung ist der Betriebsrat der richtige Ansprechpartner für den neuen Auskunftsanspruch. Bei Unternehmen ohne Tarifvertrag und Betriebsrat wenden sich Arbeitnehmer direkt an ihren Arbeitgeber.
  • Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sollen in Zukunft regelmäßig überprüfen, ob das Gebot der Entgeltgleichheit eingehalten wird. Dazu müssen sie geeignete betriebliche Prüfverfahren einführen.
  • Für Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten gilt zudem eine Berichtspflicht. In Lageberichten müssen sie über den Status quo der Gleichstellung im Unternehmen informieren.

Viele Unternehmen schlecht vorbereitet

Das neue Entgelttransparenzgesetz wird viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern schlecht auf die anstehende Entgeltgleichheit vorbereitet ist und gewaltig unterschätzt, was da auf sie zukommt. Aktuelle Umfragen zeigen, dass viele Unternehmen gar nicht wissen, ob Frauen und Männer bei ihnen für die gleiche Arbeit auch das gleiche Geld verdienen. Nur rund 35 Prozent der kürzlich von der Unternehmensberatung EY zum Thema Lohngerechtigkeit befragten Unternehmen, hatte bereits Untersuchungen zur Lohngleichheit von männlichen und weiblichen Beschäftigten durchgeführt. Die Beratungsexperten meinen, das könnte für die Unternehmen eine teure Angelegenheit werden. Es drohen nicht nur negative Effekte auf die Mitarbeitermotivation, sondern auch Imageverluste sowie Auseinandersetzungen mit dem Betriebsrat und vor Gericht. Sie empfehlen allen von den Neuregelungen betroffenen Unternehmen, jetzt aktiv zu werden.

Das neue Entgelttransparenzgesetz ein zahnloser Tiger?

Das Entgelttransparenzgesetz musste bereits eine ganze Menge Kritik einstecken. Vielen Experten, wie Andrea Quick von der Bremer Zentralstelle der Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF), geht das Gesetz nicht weit genug, da es gerade kleine Betriebe bis zu 200 Mitarbeiter von den neuen Regelungen ausschließe. Nachgewiesene Lohnungleichheiten bei gleicher Qualifikation müssten zudem mit Sanktionen verbunden werden. Nur so hätten Firmen auch tatsächlich einen Anreiz, etwas gegen die Lohnungleichheit zu unternehmen. Der Weg zur tatsächlichen Lohngleichheit sei noch lang.

Weitere Infos und Quellen zum Entgelttransparenzgesetz

Sie möchten mehr über das Entgelttransparenzgesetz erfahren? Hier finden Sie detaillierte Informationen zum neuen Gesetz und zum aktuellen Stand der Vorbereitungen vieler Firmen auf die neuen Regelungen:
www.handelsblatt.com
www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/
www.bundesregierung.de
www.bundestag.de
www.weser-kurier.de

Werde erfolgreicher Selbstmanager! – Unser Ratgeber für dein Selbstmanagement

02.06.2017
Ende der Komfortzone im Arbeitsalltag? Tipps für ein erfolgreiches Selbstmanagement.

Mit dem richtigen Selbstmanagement kannst du deine Komfortzone im Arbeitsleben auch einmal verlassen.

Wächst dir die Arbeit regelmäßig über den Kopf? Könntest du mit deinen gesammelten Überstunden schon locker eine Reise in 80 Tagen um die Welt unternehmen? Dann könnte es sein, dass du an der Art, wie du arbeitest, etwas ändern solltest! Selbstmanagement ist der Schlüssel, um deine Probleme zu lösen, bevor sie dich an den Rand des beruflichen Wahnsinns bringen.

Warum brauchst du ein gutes Selbstmanagement?

Durch Selbstmanagement kannst du einem der größten Probleme in deinem Arbeitsleben zu Leibe rücken: Den über 20.000 Entscheidungen, die du täglich teilweise in Sekundenschnelle treffen musst. Selbstmanagement hilft dir dabei, bessere Entscheidungen zu treffen.
Gewinne wieder die Oberhand in deinem Arbeitsleben, indem du dich durch Selbstmanagement besser organisierst und dir schon beim Start in den Arbeitstag einen Überblick verschaffst. Indem du deine Aufgaben planst und Prioritäten setzt. Indem du den ganzen Arbeitstag motiviert bleibst und so erfolgreicher arbeitest.

Mit der richtigen Zielsetzung fängt alles an

Schritt 1: Setz dir Ziele!

Deine Ziele sollten klar sein, für den Weg dorthin kannst du dir allerdings ruhig Spielraum für spontane Entscheidungen lassen und flexibel Schritt für Schritt dein Ziel anstreben.

Schritt 2: Pass deine Ziele im Zweifelsfall an!

Du hast dir Ziele gesetzt? Das ist gut. Trotzdem solltest du dir immer ein Hintertürchen lassen, um deine Ziele auch einmal ändern oder anpassen zu können. Du weißt nie, was dir auf deinem Lebensweg oder in deinem Arbeitsalltag so begegnet oder passiert.

Schritt 3: Du brauchst dir keine Ziele zu setzen, wenn du voll bei der Sache bist!

Bei Dingen, die du ohnehin unbedingt willst, brauchst du dir nicht extra Ziele zu setzen. Du verfolgst sie ganz automatisch. Super oder?

Plane und organisiere dich mit Strategie und Köpfchen

Selbstmanagement-Methoden, die dir bei der Organisation deiner Arbeit helfen sollen, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Wir möchten dir vier prominente Methoden vorstellen, die ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben und auch dich weiterbringen können.

Die ABC-Methode

Mit der ABC-Methode kannst du deine Aufgaben ganz einfach nach ihrer Wichtigkeit priorisieren. Funktioniert übrigens auch prima in Team-Meetings.
A bedeutet, diese Aufgabe ist sehr wichtig und sollte sofort erledigt werden.
B sind weniger wichtige Aufgaben, die du später erledigen oder auch delegieren kannst.
C sind Aufgaben, die kaum oder völlig unwichtig sind. Diese Aufgaben kannst du getrost delegieren oder verwerfen.

Die Alpen-Methode

Klingt nach Urlaub und Abenteuer, ist aber in Wirklichkeit eine sehr hilfreiche Methode, um deinen Tag zu planen.
A – Aufgaben aufschreiben, L – Länge einschätzen, P – Pufferzeit einplanen, denn irgendetwas kommt immer dazwischen, E – Entscheidungen treffen und priorisieren, N – Nachkontrollen durchführen, was hat geklappt, wo gab es Probleme?

Die SMART-Methode

Die SMART-Methode hilft dir dabei, den Überblick über deine Arbeit zu behalten und dich selbst zu managen.
S – Spezifisch. Formuliere klare und präzise Ziele. Ziele, die nicht klar sind, solltest du eindeutig formulieren.
M – Messbar. Deine Ziele sollten messbar sein. Nur so kannst du überprüfen, ob du erfolgreich warst.
A – Ansprechend. Formuliere deine Ziele so, dass sie angemessen und attraktiv sind. Nur wenn etwas machbar ist, wirst du mit Freude an die Arbeit gehen.
R – Realistisch. Sei ehrlich zu dir selbst und setze dir nur Ziele, die du auch erreichen kannst.
T – Terminiert. Hast du ein Ziel, dann setz dir einen Termin, bis wann du das Ziel erreichen willst – aber auch realistisch erreichen kannst.

Die Eisenhower-Methode

Die Eisenhower-Methode ähnelt der ABC-Methode und stammt vom ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower. Mit dieser Methode kannst du deine Arbeit in vier Kategorien einteilen und so Prioritäten setzen. Indem du deine Aufgaben nach wichtig/nicht wichtig sowie eilig/nicht eilig ordnest, bringst du schnell Struktur in deine Aufgabenliste.

Diese bekannten Methoden können dir helfen. Du kannst sie aber auch nutzen, um deine ganz eigene Methode für ein besseres Selbstmanagement zu entwickeln, die genau zu dir und deinem Arbeitsstil passt.

Bleib motiviert bei der Sache!

Hast du dir deine Ziele gesetzt und deine Aufgaben organisiert, dann kannst du dich an die Arbeit machen. Wie bleibst du motiviert und voller Elan bei der Sache?

Sag der Routine den Kampf an!

Routine ist gut. Sie kann dir aber auch die Freude an der Arbeit verleiden. Hast du das Gefühl, in Routine zu versinken, dann breche sie auf. Meist reichen schon kleine Änderungen vom gewohnten Trott, um wieder Spaß bei der Arbeit zu haben.

Denk an deine Erfolge!

Führe ein Erfolgstagebuch, in das du jeden Morgen die Erfolge des Vortages einträgst. Das hilft dir, positiv in den Tag zu starten.

Ziele im Team verfolgen

Schließe dich mit deinen Kollegen zusammen. Definiert gemeinsam Ziele und optimiert so z. B. interne Prozesse oder macht euch durch Kooperation die Arbeit leichter. So könnt ihr gemeinsam die Motivation im Job steigern.

Viel Erfolg!

Das waren jetzt eine Menge Tipps für dich. Ausprobieren lohnt sich allerdings. Werde erfolgreicher Selbstmanager – wir wünschen dir viel Erfolg und viel Spaß bei der Arbeit!

Du suchst noch mehr Anregungen und Tipps für dein Selbstmanagement? Hier unsere Tipps und Quellen:
karrierebibel.de
digitaler-mittelstand.de
www.agile-master.de
careerloft.de