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Im Berufsleben noch einmal von vorn anfangen? Für einen Perspektivenwechsel bist du nie zu alt!

23.06.2017
Im Berufsleben noch einmal von vorn anfangen? Für einen Perspektivenwechsel bist du nie zu alt!

Immer mehr Menschen wagen einen Berufswechsel.

Von der Hausfrau und Mutter zur selbständigen Unternehmerin, vom „Bürohengst“ zum Ökobauern, vom Buchhalter zum Schriftsteller: Immer mehr Deutsche wagen in ihrem Berufsleben einen Neustart und finden so wieder Freude und Erfüllung in ihrer Tätigkeit. Lohnt sich auch für dich ein beruflicher Neustart? Wir haben das spannende Thema Berufswechsel genauer unter die Lupe genommen.

Berufswechsel ein Trend?

Wie viele Menschen genau sich pro Jahr beruflich völlig neu orientieren, darüber gibt es bislang keine Statistiken. Fest steht jedoch, dass klassische Lebenslang-ein-Job-Lebensläufe immer seltener werden. Die Zahl der „Patchwork“-Lebensläufe – wir wollen sie mal so bezeichnen – mit Brüchen und Wechseln in der Berufsbiografie nimmt hingegen stetig zu. Eine gute Bezahlung allein reicht vielen nicht mehr aus, um lebenslang im gleichen Job glücklich zu werden.

Gute Gründe für einen Neustart

Ein beruflicher Neustart ins Ungewisse? Dafür kann es viele, gute Gründe geben. Private und berufliche. Wir wollen nur einige typische nennen:

Das DIE-KINDER-SIND-GROSS-UND-WAS-NUN-DILEMMA

Die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus. Viele Frauen suchen nach der Erziehungspause oder Familienteilzeit eine neue Aufgabe oder berufliche Herausforderung, die dem Leben einen neuen Sinn gibt und die Lücke schließt.

KNACKPUNKT: EIGENER KÖRPER

Harte, körperliche Arbeit geht über kurz oder lang richtig auf die Knochen. Selbst ein Bürojob kann durch ungesundes Dauersitzen die Wirbelsäule ruinieren. Ein Weiterarbeiten im alten Job ist dann aus Gesundheitsgründen nicht mehr möglich.

Die DU-BIST-NICHT-MEHR-SCHÖN-UND-AUCH-NICHT-MEHR-SPITZE-ERKENNTNIS

Auch außergewöhnliche Jobs wie Modell oder Spitzensportler kann man nicht ein Leben lang ausüben. Gut beraten ist, wer sich rechtzeitig mit den beruflichen Perspektiven nach dem Ausstieg aus dem Promijob beschäftigt.

Die FRAGE-NACH-DEM-SINN-IM-BERUFSLEBEN

Fehlt noch die Suche nach dem Sinn im eigenen (Berufs-)Leben. Die Sinnsuche führt nur allzu oft zu der bitteren Erkenntnis: Ich habe bisher nicht das gemacht, was ich wirklich machen will. Ich muss mein Leben und meinen Beruf jetzt ändern, sonst werde ich es ewig bereuen!

Silver Ager & Co. sind für Firmen Gold wert

Noch vor wenigen Jahren standen die Karten für ältere Beschäftigte auf dem Arbeitsmarkt ziemlich schlecht. Mit zunehmenden Alter sanken die Chancen auf einen neuen Job rapide. An einen Berufswechsel war schon gar nicht zu denken. Das ändert sich aktuell, denn Vollbeschäftigung, akuter Fachkräftemangel und rückläufiges Interesse von Schulabgängern an einer Ausbildung zwingen viele Firmen zum Umdenken.
Immer mehr Unternehmen setzen daher auf die Potenziale von Berufsum- und Quereinsteigern, die sich meist mit viel Freude und Elan beruflich verändern wollen. Sie haben verstanden, dass erfahrene Arbeitnehmer mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten ein wahrer Schatz sind, von dem alle profitieren können. Hinzu kommt, dass einen gestandenen Kollegen so schnell nichts aus der Ruhe bringt – selbst beim Neustart in einem ganz anderen Beruf. Immer mehr Firmen bilden daher bewusst Teams mit einem breiten Alters- und Qualifikationsspektrum, in denen auch Quereinsteiger mit ihrem besonderen Erfahrungsschatz herzlich willkommen sind.

Die klassische Karriereleiter in der Krise?

Dazu passt, dass immer weniger Menschen mühsam die klassische Karriereleiter erklimmen möchten. Der Kraft- und Zeitaufwand ist vielen einfach zu hoch und deckt sich nicht mit ihrem Wunsch nach einem freien, sinnhaften und selbstbestimmten Leben. Karrierebrüche, Pausen oder Seitenschritte finden sich daher heute in immer mehr Berufsbiografien, auch wenn sie oftmals Mut zum Aus- oder Umstieg verlangen. Klassische Leiter-Karrieren werden somit immer seltener, die Zahl mosaikartiger Erwerbsbiografien nimmt hingegen stetig zu. Manche Experten sehen hier eine ganz neue Karrierekultur auf dem Vormarsch, in der die rationale Karriereplanung keinen dominanten Platz mehr hat und dem eigenen Bauchgefühl eine zentrale Rolle zukommt.

Die neuen Studenten

Eine Folge dieser Entwicklung: Die Zahl der Studenten jenseits des typischen Studentenalters steigt. Gerade Studienangebote neben dem Beruf oder in Teilzeit sind gefragt. Ein Berufsumstieg mit qualifizierendem Studium muss dabei kein Gewaltritt sein, den man innerhalb kürzester Zeit durchpeitscht. Es geht auch langsamer, entspannter und vorsichtiger. Bei einem schrittweisen Umstieg kann z. B. Teilzeit im alten Job weitergearbeitet werden, während gleichzeitig die Aus- oder Fortbildung für den neuen Job absolviert wird.
Klar, den reiferen Jahrgängen fällt das Lernen häufig nicht mehr so leicht, wie den frischgebackenen Schulabsolventen. Schließlich haben sie die Schulbank schon längere Zeit nicht mehr gedrückt. Trotzdem gehen sie mit Eifer und Wissbegierde zur Sache. Denn sie wissen, dass sie das, was sie jetzt machen, wirklich wollen. Im Idealfall können Ältere mit ihren Kindern zusammen lernen und sich so gegenseitig unterstützen.

Vorsicht vor Selbstüberschätzung!

Allerdings sollten ältere Arbeitnehmer auch klar ihre Belastungsgrenzen und körperlichen Limits kennen. Denn ein beruflicher Neuanfang oder eine berufliche Weiterqualifizierung ist eine echte Herausforderung und erfordert viel Ausdauer und Durchhaltevermögen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich gerade Männer gerne überschätzen.

Daher unser Tipp: Ein ganzes Stück einfacher wird es, wenn du dich bei deinem Berufswechsel auf deine eigenen Stärken besinnst und einen neuen Beruf wählst, in dem du deine Stärken und Talente gezielt nutzen und weiterentwickeln kannst.

Perspektivenwechsel: JA oder NEIN? Lass dich beraten!

Und noch ein Tipp: Nicht immer muss es ein Job- oder Berufswechsel sein! Manchmal reicht es völlig aus, das Bestehende neu zu denken und besser zu gestalten.

Hilfreich kann es sein, bei einem geplanten Berufswechsel externe Beratung in Anspruch zu nehmen. Das kann ein spezieller „Traumberuf“-Coach, aber auch die Agentur für Arbeit sein. Ein erfahrener Berater und eine gründliche Situationsanalyse können dir dabei helfen, deine Pläne realistisch einzuschätzen. Gleichzeitig erhältst du so einen fachmännischen Blick von außen auf dein Berufsleben sowie deine Fähigkeiten. So fällt es dir leichter, offen über deine eigene berufliche Zukunft nachzudenken und potenzielle Fallstricke oder Irrwege beim gewünschten Berufswechsel zu erkennen. Wir wünschen dir viel Erfolg!

Unsere Quellen und Leseempfehlungen zum Thema Berufswechsel

www.welt.de
www.zeit.de
www.sueddeutsche.de
www.sueddeutsche.de

Inkrafttreten der AÜG-Reform zum 01.04.2017 – was ändert sich?

12.06.2017

Das geänderte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) ist am 01. April 2017 in Kraft getreten. Damit wurde das AÜG zum dritten Mal nach 2003 und 2011 wesentlichen Änderungen unterzogen. Zu den zentralen Neuregelungen gehören die Einführung einer Kennzeichnungspflicht, ein Equal Pay-Anspruch nach 9 Monaten sowie die Festlegung der Überlassungshöchstdauer auf 18 Monate.

 

Die AÜG-Reform 2017 – Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

Künftig muss der Vertrag zwischen Verleiher und Entleiher vor Beginn der Überlassung ausdrücklich als „Arbeitnehmerüberlassungsvertrag“ bezeichnet und schriftlich geschlossen werden (§ 1 Absatz 1 Satz 5 AÜG). Des Weiteren ist der jeweilige Leiharbeitnehmer vor Beginn der Überlassung namentlich zu konkretisieren (§1 Absatz 1 Satz 6 AÜG). Diese Offenlegungspflicht bezieht sich auch auf vor dem 01.04.2017 geschlossene und danach weitergeführte Arbeitnehmerüberlassungsverträge.

Folgen bei Nichtbeachtung:

Die Überlassung eines Leiharbeitnehmers ohne ausdrückliche Bezeichnung des Vertrages als Arbeitnehmerüberlassungsvertrag und die fehlende namentliche Konkretisierung des einzelnen Leiharbeitnehmers führen zur Fiktion eines Arbeitsverhältnisses mit dem Entleiher. Zudem kann eine Nichtbeachtung Geldbußen von bis zu 30.000 Euro für den Verleiher und Entleiher nach sich ziehen.

Das AÜG sieht künftig eine arbeitnehmerbezogene Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten vor (§1 Absatz 1b AÜG). Derselbe Leiharbeitnehmer darf somit ab Inkrafttreten des Gesetzes (01.04.2017) nur noch für die Dauer von maximal 18 Monaten an denselben Entleiher überlassen werden. Für die Berechnung der Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten sind nur ab dem 1. April 2017 zurückgelegte Einsatzzeiten zu berücksichtigen. Dabei ist es gleichgültig, ob der jeweilige Leiharbeitnehmer über dasselbe Zeitarbeitsunternehmen oder zuvor über ein anderes Zeitarbeitsunternehmen an diesen Entleiher überlassen wurde.
Bei einem ununterbrochenem Einsatz des Leiharbeitnehmers wäre die Höchstüberlassungsgrenze nach der Fristenberechnung gemäß §§ 187, 188 BGB erstmalig mit Ablauf des 30.09.2018 erreicht.

Allerdings kann der Leiharbeitnehmer insgesamt länger an denselben Entleiher überlassen werden, wenn die Überlassung für mindestens 3 Monate und 1 Tag unterbrochen wird. Hierfür muss der Arbeitnehmerüberlassungsvertrag beendet werden. Eine Unterbrechung des Einsatzes lediglich auf Grund von Krankheit oder Urlaub reicht hierfür nicht aus.
Abweichende (längere) Überlassungshöchstdauern können nur in Tarifverträgen der Einsatzbranche oder in einer auf Grund eines solchen Tarifvertrags getroffenen Betriebs- oder Dienstvereinbarung vereinbart werden. Auch solche Vereinbarungen müssen eine Überlassungshöchstdauer vorsehen.

Folgen bei Überschreiten der Höchstüberlassungsgrenze:

Der Arbeitsvertrag zwischen dem Verleiher und dem Leiharbeitnehmer wird unwirksam, sobald die Überlassungshöchstdauer überschritten wird. Die Folge der Unwirksamkeit des Arbeitsvertrages ist das Entstehen eines Arbeitsverhältnisses zwischen Leiharbeitnehmer und Entleiher ab dem ersten Tag des Überschreitens der Höchstüberlassungsdauer.

Allerdings kann der Zeitarbeitnehmer das Entstehen eines Arbeitsverhältnisses mit dem Entleiher verhindern, indem er binnen eines Monats nach Überschreiten der Überlassungshöchstdauer gegenüber seinem Arbeitgeber oder dem Entleiher schriftlich erklärt, dass er an seinem bisherigen Arbeitsverhältnis zum Zeitarbeitsunternehmen festhält (sog. Festhaltenserklärung).
Um im Voraus abgegebene „Blanko“-Festhaltenserklärungen zu verhindern, ist die Festhaltenserklärung des Zeitarbeitnehmers nach der neuen gesetzlichen Regelung jedoch nur wirksam,

  1. wenn der Zeitarbeitnehmer die Erklärung vor der Abgabe bei der Agentur für Arbeit persönlich vorlegt
  2. und die Agentur für Arbeit diese Erklärung mit dem Datum der Vorlage und dem Hinweis versieht, dass sie die Identität des Zeitarbeitnehmers festgestellt hat
  3. und diese Erklärung spätestens am dritten Tag nach der Vorlage in der Agentur für Arbeit dem Zeitarbeitsunternehmen oder dem Entleiher zugeht.
Kommt bei der Arbeitnehmerüberlassung ein Tarifvertrag zur Anwendung, so hat der Leiharbeitnehmer spätestens nach 9 Monaten Anspruch auf Equal Pay, d.h. er ist grundsätzlich hinsichtlich des Arbeitsentgelts eines vergleichbaren Arbeitnehmers des Entleihers gleichzustellen (§ 8 Absatz 4 AÜG).

Eine längere Abweichung (längstens 15 Monate) vom gesetzlichen Gleichstellungsgrundsatz ist nur noch zulässig, wenn bei der Überlassung zusätzlich ein (Branchen-) Zuschlagstarifvertrag zur Anwendung kommt, der die in § 8 Absatz 4 Satz 2 AÜG genannten Voraussetzungen erfüllt.

Für die Berechnung der Einsatzdauer sind nur ab dem 01.04.2017 zurückgelegte Einsatzzeiten heranzuziehen. Bei einem ununterbrochenem Einsatz des Leiharbeitnehmers wird die Equal Pay Schwelle demnach erstmalig am 01.01.2018 erreicht.

Folgen der Nichtbeachtung des Equal Pay Anspruchs:

Die Nichtbeachtung des Equal Pay stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 € bestraft. Beim Verleiher kann sie den Entzug der Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung zur Folge haben.

Der § 80 Absatz 2 BetrVG wird erweitert, sodass der Betriebsrat über den Einsatz von Leiharbeitnehmern umfassend informiert werden muss. Hier ist vorgesehen, dass zeitlicher Umfang, konkrete Aufgabe der Leiharbeitnehmer sowie der Einsatzort mitgeteilt werden.

Des Weiteren sind Leiharbeiter nach § 14 AÜG bezüglich der Rechte zur Mitbestimmung des Betriebsrates zu berücksichtigen, hinsichtlich der Schwellenwerte allerdings nur dann, wenn sie mindestens 6 Monate und 1 Tag überlassen wurden.

Der Leiharbeitnehmer darf zukünftig gemäß § 11 Absatz 5 AÜG nicht im Unternehmen tätig werden, wenn der Entleiher direkt von einem Streik betroffen ist. Das bedeutet, dass sich das Verbot einer Umgehung eines Streiks nun direkt gegen den Entleiher richtet. Ausnahmsweise darf ein Leiharbeitnehmer dann beschäftigt werden, wenn er eine Tätigkeit übernimmt, die die bisher streikenden Arbeitnehmer nicht ausgeführt haben.

Sie haben Fragen zur AÜG-Reform? Unsere Mitarbeiter beraten Sie gern. In Potsdam unter: 0331/64 74 80 – 0 oder in Schwäbisch Gmünd unter: 07171 / 922 02 – 0.

Quellen sowie mehr Informationen zu den neuen Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes:
www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/leiharbeit
www.juris.de
blog.handelsblatt.com
www.gesetze-im-internet.de

Höchste Zeit für einen Jobwechsel? Unsere Checkliste zum Thema Unzufriedenheit im Job

09.06.2017

Ein Mann leidet an seiner Unzufriedenheit im Job Wie findest du heraus, ob du wirklich unzufrieden mit deinem aktuellen Job und bereit für einen Jobwechsel bist? Wir haben eine Checkliste für dich zusammengestellt, die dir bei der Diagnose deiner Job-Unzufriedenheit helfen soll und dich vor einem vorschnellen Jobwechsel bewahren kann.

Seit wann bist du mit deinem aktuellen Job unzufrieden?

Gab es einen konkreten Auslöser für deine aktuelle Unzufriedenheit? Kannst du den Beginn deines Jobfrustes zeitlich irgendwie festmachen? Ist es eine Unzufriedenheit, die bereits seit Langem gärt oder war der Auslöser eine konkrete Veränderung wie ein neuer Chef oder gar ein Problem in deinem Privatleben?

Kannst du deine Unzufriedenheit im Job konkret benennen?

Wie äußert sie sich? Wann ist deine Unzufriedenheit besonders ausgeprägt? Morgens beim Öffnen der Bürotür, beim Umgang mit bestimmten Kollegen oder beim Ausführen einzelner Tätigkeiten und Routinen?

Hast du mit deinem Chef oder deinen Kollegen schon einmal über deine Probleme geredet?

Bevor du einen Jobwechsel tatsächlich ins Auge fasst, solltest du das Gespräch mit deinem Chef und deinen Kollegen suchen. So erhältst du andere Blickwinkel auf deine Situation und kannst vielleicht sogar eine Lösung deiner aktuellen Probleme im Job herbeiführen.

Hast du schon einmal versucht, etwas an deinem aktuellen Job zu verändern?

Welche Veränderungsversuche hast du unternommen? Wie waren die Ergebnisse? Stieg deine Zufriedenheit im aktuellen Job oder konnten auch die Veränderungen nichts in puncto Dauerunzufriedenheit bewirken?

Hast du mit deinen Freunden oder deiner Familie schon einmal über deine Unzufriedenheit im Job geredet?

Wie geht es deinen Freunden im aktuellen Job? Tritt in deiner Familie das Problem „Unzufriedenheit im Job“ vielleicht häufiger auf? Der Austausch mit Bekannten und geliebten Menschen kann dir dabei helfen, deine Jobsituation besser einzuordnen und aus dem Umgang deiner Bekannten mit ähnlichen Situationen etwas zu lernen. Gleichzeitig erfährst du, was deine Familie über deine Pläne für einen potenziellen Jobwechsel denkt und ob sie dein Vorhaben vorbehaltlos unterstützt.

Stell dir die Frage: Hast du den richtigen Job?

Denk einmal intensiv darüber nach, ob du tatsächlich den richtigen Job ergriffen hast! Hast du Zweifel, dann setz dich mit ihnen auseinander, statt mit Frust im Bauch weiter zur Arbeit zu gehen. Überprüfe auch deine Einstellung zum Beruf! Ist deine Arbeit der Mittelpunkt deines Lebens und was erwartest du von deiner Tätigkeit?

Bist du wirklich motiviert, zu wechseln?

Finde für dich heraus, ob du wirklich für einen Jobwechsel bereit und motiviert bist! Es gibt Gründe, die einen Jobwechsel wirklich sinnvoll machen, wie Angst um deine Gesundheit, Stillstand im Job oder eine unsichere Perspektive in der aktuellen Position. Von diesen guten Gründen solltest du aber ganz klar Stimmungen und Launen unterscheiden. Ein schlechter Tag auf Arbeit oder gerechtfertigte Kritik, weil dir in deiner Arbeit Fehler unterlaufen sind, sind keine hinreichenden Gründe für dich, um gleich deinen aktuellen Job hinzuschmeißen.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Jobwechsel für dich?

Ein Jobwechsel bedeutet für dich immer auch eine Menge Aufwand. Ein neuer Chef, neue Kollegen, neue Aufgaben und Anforderungen oder gar der Schritt in die Selbständigkeit – es gibt vieles, was bei einem neuen Job auf dich zukommt. Bevor du diesen großen Schritt gehst, solltest du die Vor- und Nachteile, die Chancen und Risiken eines Jobwechsels genau abwägen. Nur wenn du dir wirklich sicher bist, dass ein neuer Job der beste Weg aus deiner Job-Unzufriedenheit ist, solltest du ihn auch beschreiten. Du wirst zwischendurch immer wieder mit Selbstzweifeln kämpfen müssen, da sind schlagende Argumente für deine Entscheidung wichtig.

Was willst du wirklich und was muss dein Traumberuf tatsächlich mitbringen?

Welche Anforderungen hast du an deinen Traumjob? Und welche dieser Anforderungen erfüllt auch dein aktueller Job bereits? Wäge vor der Entscheidung für oder gegen eine berufliche Neuorientierung zwischen bloßem Wunschdenken und Realität ab! Welche Veränderungen sind realistisch, welche sind Traumschlösser, die sich eh nicht umsetzen lassen?

Erfüllst du alle Voraussetzungen für deinen Traumjob?

Nur auf Fähigkeiten, die du tatsächlich besitzt oder mit deinen Möglichkeiten erwerben kannst, kannst du beim Wechsel in deinen Traumjob vertrauen. Übersteigt dein Traumjob deine Fähigkeiten und Fertigkeiten drohen schnell wieder Unzufriedenheit und Scheitern.

Besser beraten!

Du hast dich nach reiflicher Überlegung für einen Jobwechsel entschieden? Dann lass dich beraten! Wir beraten und unterstützen dich gerne beim Finden deines neuen (Traum-)Jobs, der dich hoffentlich im Arbeitsleben glücklich machen wird:-)

Mehr Tipps und Infos zum Thema Unzufriedenheit im Job

Unsere Quellen sowie mehr Tipps und Infos rund um deinen Ausweg aus der quälenden Unzufriedenheit im Job findest du hier:
karrierebibel.de/jobwechsel/
computerwoche.de/vorsicht-beim-jobwechsel
arbeits-abc.de
karrierefaktor.de/unzufrieden-im-job
www.capital.de

Dritte Verordnung zur Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung in Kraft

09.06.2017

Dritte Verordnung zur Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung in KraftSeit 01.06.2017 gilt eine neue allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit. In mehreren Stufen wird die Lohnuntergrenze bis zum 31.12.2019 schrittweise angehoben. Im Osten und im Westen fällt die neue Lohnuntergrenze unterschiedlich aus.

Die neuen Mindeststundenentgelte

Die neue Verordnung sieht folgende Mindeststundenentgelte vor:
In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Osten):

  • vom 1. Juni 2017 bis zum 31. März 2018 – 8,91 Euro,
  • vom 1. April 2018 bis zum 31. Dezember 2018 – 9,27 Euro,
  • vom 1. Januar 2019 bis zum 30. September 2019 – 9,49 Euro,
  • vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 – 9,66 Euro.

In den übrigen Bundesländern (Westen):

  • vom 1. Juni 2017 bis zum 31. März 2018 – 9,23 Euro,
  • vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2019 – 9,49 Euro,
  • vom 1. April 2019 bis zum 30. September 2019 – 9,79 Euro,
  • vom 1. Oktober 2019 bis zum 31. Dezember 2019 – 9,96 Euro.

Arbeitnehmer erhalten jeweils das Mindeststundenentgelt des Arbeitsortes. Werden sie auswärtig beschäftigt, behalten sie den Anspruch auf das Entgelt ihres Einstellungsortes. Dies ist vor allem dann relevant, wenn das Entgelt am Einstellungsort höher ist.

Auch ausländische Zeitarbeitsunternehmen an Lohnuntergrenze gebunden

Die neue Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit ist allgemeinverbindlich. Das bedeutet, dass auch ausländische Zeitarbeitsunternehmen, die z. B. Arbeitnehmer nach Deutschland entsenden, sowie nicht tarifgebundene deutsche Zeitarbeitsunternehmen an die neue Verordnung gebunden sind. Diese Unternehmen müssen jetzt ihren Zeitarbeitnehmern anstelle des gesetzlichen Mindestlohns mindestens die neuen allgemeinverbindlichen Mindeststundenentgelte zahlen.

Stärkung für die Branche der Personaldienstleister

Die Personaldienstleister wollen mit der neuen Verordnung die in der Branche erreichten Standards schützen und stärken. Gleichzeitig wollen sie sich klar vom niedrigeren, gesetzlichen Mindestlohn abgrenzen.

Quelle: BAP – Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister

Auf dem entgeltgleichen Auge blind: Das neue Entgelttransparenzgesetz und die Unwissenheit vieler Unternehmen

07.06.2017

Equal Pay? Davon können Frauen in Deutschland bislang oft nur träumen. Das Entgelttransparenzgesetz soll das ändern.

Equal Pay? Nicht bei uns in Deutschland. Nach wie vor werden Frauen und Männer in unserem Land für die gleiche oder gleichwertige Arbeit häufig unterschiedlich bezahlt. Das Entgelttransparenzgesetz soll mit neuen Transparenzregeln Abhilfe schaffen.

Frauen vs. Männer: Die tiefe Lohnkluft

Zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten klafft in Deutschland eine abgrundtiefe Lohnkluft von durchschnittlich über 21 Prozent. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern stehen wir damit ziemlich schlecht und irgendwie auch unzeitgemäß da. Das wollen die politisch Verantwortlichen ändern und durch das neue Entgelttransparenzgesetz die Lohnkluft schließen. Das neue Gesetz wird in Kürze in Kraft treten und könnte viele Unternehmen eiskalt und unvorbereitet erwischen.

Das Entgelttransparenzgesetz – Die wichtigsten Regelungen

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) enthält eine Reihe neuer Transparenzregeln für Unternehmen und einen Auskunftsanspruch für Arbeitnehmer. Diese neuen Regelungen sollen dafür sorgen, dass Frauen und Männer beim Lohn endlich gleichgestellt werden, so dass Lohngerechtigkeit entsteht. Wir haben die zentralen Regelungen für Sie zusammengefasst:

  • Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern haben zukünftig einen individuellen Auskunftsanspruch, welche Entgeltstrukturen in der Firma bestehen. Das soll Beschäftigten dabei helfen, ihren Anspruch auf gleichen Lohn durchzusetzen. In Unternehmen mit Tarifbindung ist der Betriebsrat der richtige Ansprechpartner für den neuen Auskunftsanspruch. Bei Unternehmen ohne Tarifvertrag und Betriebsrat wenden sich Arbeitnehmer direkt an ihren Arbeitgeber.
  • Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sollen in Zukunft regelmäßig überprüfen, ob das Gebot der Entgeltgleichheit eingehalten wird. Dazu müssen sie geeignete betriebliche Prüfverfahren einführen.
  • Für Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten gilt zudem eine Berichtspflicht. In Lageberichten müssen sie über den Status quo der Gleichstellung im Unternehmen informieren.

Viele Unternehmen schlecht vorbereitet

Das neue Entgelttransparenzgesetz wird viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern schlecht auf die anstehende Entgeltgleichheit vorbereitet ist und gewaltig unterschätzt, was da auf sie zukommt. Aktuelle Umfragen zeigen, dass viele Unternehmen gar nicht wissen, ob Frauen und Männer bei ihnen für die gleiche Arbeit auch das gleiche Geld verdienen. Nur rund 35 Prozent der kürzlich von der Unternehmensberatung EY zum Thema Lohngerechtigkeit befragten Unternehmen, hatte bereits Untersuchungen zur Lohngleichheit von männlichen und weiblichen Beschäftigten durchgeführt. Die Beratungsexperten meinen, das könnte für die Unternehmen eine teure Angelegenheit werden. Es drohen nicht nur negative Effekte auf die Mitarbeitermotivation, sondern auch Imageverluste sowie Auseinandersetzungen mit dem Betriebsrat und vor Gericht. Sie empfehlen allen von den Neuregelungen betroffenen Unternehmen, jetzt aktiv zu werden.

Das neue Entgelttransparenzgesetz ein zahnloser Tiger?

Das Entgelttransparenzgesetz musste bereits eine ganze Menge Kritik einstecken. Vielen Experten, wie Andrea Quick von der Bremer Zentralstelle der Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF), geht das Gesetz nicht weit genug, da es gerade kleine Betriebe bis zu 200 Mitarbeiter von den neuen Regelungen ausschließe. Nachgewiesene Lohnungleichheiten bei gleicher Qualifikation müssten zudem mit Sanktionen verbunden werden. Nur so hätten Firmen auch tatsächlich einen Anreiz, etwas gegen die Lohnungleichheit zu unternehmen. Der Weg zur tatsächlichen Lohngleichheit sei noch lang.

Weitere Infos und Quellen zum Entgelttransparenzgesetz

Sie möchten mehr über das Entgelttransparenzgesetz erfahren? Hier finden Sie detaillierte Informationen zum neuen Gesetz und zum aktuellen Stand der Vorbereitungen vieler Firmen auf die neuen Regelungen:
www.handelsblatt.com
www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/
www.bundesregierung.de
www.bundestag.de
www.weser-kurier.de