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Dicke Luft? Wie Mitarbeiter in Deutschland ihre Chefs bewerten

03.09.2018

Deutschlands Arbeitnehmer werden mit ihren Chefs immer unzufriedener.

Wie sehen Mitarbeiter in Deutschland ihre Vorgesetzten? Mit dieser interessanten Frage hat sich das bekannte Arbeitgeberbewertungsportal kununu auseinandergesetzt . Die Basis: Über 300.000 Bewertungen auf der Plattform aus dem Zeitraum 2017. Wir fassen die wichtigsten Ergebnisse für Sie zusammen.

Die Unzufriedenheit steigt

Deutschlands Arbeitnehmer werden mit ihren Chefs immer unzufriedener. Immerhin jeder dritte (!) Mitarbeiter würde seinen Arbeitgeber nicht weiterempfehlen.

Berliner Führungskräfte sind spitze

Die Führungskräfte mit der besten Bewertung arbeiten in Berlin, Hamburg und Bayern. Betrachtet man die Branchen, sind es vor allem die drei Branchen Beratung/Consulting, Internet/Multimedia sowie Personaldienstleistung, die die besten Bewertungen für ihre Führungskräfte erhalten.

Vorgesetzte im Osten schneiden schlechter ab

Die schlechtesten Bewertungen erhalten Führungskräfte in Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Insgesamt schneiden die ostdeutschen Bundesländer schlechter ab. Schlusslicht beim Vorgesetztenverhalten sind mit Blick auf die Branchen: Textilbranche, Handwerk, Nahrungsmittelindustrie sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Chefs insgesamt gut bewertet

Auch wenn es bei der Bewertung der Führungskräfte Spitzenreiter und Schlusslichter gibt, zeigt die Studie doch, dass die Chefs insgesamt eine gute Bewertung von ihren Mitarbeitern erhalten. So bekamen die besten Chefs (Berlin) eine Benotung von 3,49 Punkten. Die Führungskräfte mit der schlechtesten Bewertung (Sachsen-Anhalt) erzielten immerhin noch 3,05 Punkte. Wobei sich die Mitarbeiter auf einer Bewertungsskala von eins (sehr schlecht) bis fünf (sehr gut) entscheiden konnten.

Häufig Kritik an starren Hierarchien

Interessant ist, warum Mitarbeiter ihren Chefs schlechte Noten ausstellen: Häufiger Kritikpunkt ist, dass in deutschen Firmen oft noch hierarchisch von oben nach unten bestimmt wird. Die Mitarbeiter wünschen sich allerdings weniger Hierarchien und weniger Kontrollen. Sie plädieren ganz im Gegenteil für mehr Selbstbestimmung und Gestaltungsspielräume bei der Weiterentwicklung einer Firma.

Fazit: Zufriedenheit mit Chefs in Deutschland

Die Zufriedenheit mit den deutschen Chefs sinkt. Trotzdem bekommen Vorgesetzte in Deutschland von ihren Mitarbeitern für ihr Führungsverhalten relativ gute Noten. Unzufrieden sind die Arbeitnehmer vor allem mit den strikten Hierarchien in deutschen Unternehmen. Chefs sollten hier auf weniger Kontrolle und mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die unterstellten Kollegen setzten.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.haufe.de/personal/
www.haufe.de/media/
news.kununu.com

Start nach Plan: So gelingt dein überzeugender Berufseinstieg

31.08.2018

Gruppe junger Berufseinsteiger. vor dem Berufseinstieg

Du freust dich auf deinen Berufseinstieg? Du willst deinen Einstieg ins Berufsleben oder in einen neuen Job entsprechend erfolgreich meistern? Wir haben Tipps für dich, wie du deine berufliche (Neu-)Startphase gut für dich nutzen kannst.

Mit Geduld, Lernbereitschaft …

Neuer Arbeitsplatz, neue Abläufe, neue Kollegen – ein beruflicher (Neu-)Einstieg ist für dich wie ein Sprung ins kalte Wasser. Alles ist unbekannt. Du bist unsicher und musst dich trotzdem so schnell wie möglich in deiner neuen Position etablieren. Allerdings keine Ungeduld: Nach Ansicht von Experten kann es schon einmal bis zu einem Jahr dauern, bis du als neuer Mitarbeiter in eine komplexe, anspruchsvolle neue Tätigkeit eingearbeitet bist.

… und Schreibblock

Die Menge an Informationen, die du beim Berufseinstieg oder in deiner neuen Position aufnehmen und verarbeiten musst, ist gewaltig. Damit du nicht die Hälfte des Inputs nach kurzer Zeit wieder vergisst, schreib lieber kräftig mit und schaff dir so dein eigenes Handbuch für deinen neuen Job. Gleichzeitig zeigst du deinen neuen Kollegen so, dass es dir wichtig ist, was sie sagen.

Ehrlich währt am längsten

Bist du mal mit deinem Berufseinsteiger-Latein am Ende, dann versuche dein Nichtwissen nicht irgendwie zu kaschieren, sondern steh dazu und merk dir, wie du es beim nächsten Mal besser machen kannst. Denn die Einstiegs- und Einarbeitungszeit ist vor allem eines: Lernzeit! Mach also keine Show für deinen neuen Chef, sondern konzentriere dich auf das Wesentliche: Ein toller und produktiver Kollege zu werden, von dem alle im Team profitieren.

Zurückhaltung schlägt Rampensau

Als neuer Kollege solltest du nicht so auftreten, als würdest du schon immer dazugehören. Etwas Zurückhaltung ist in der Startphase sicher angebracht. Beobachte erst einmal genau, welche sozialen Regeln und Umgangsformen in deiner neuen Arbeitsumgebung gelten. Zeige aber gleichzeitig Interesse und sei z. B. beim gemeinsamen Mittagessen mit dabei.

Den Kollegen über die Schulter schauen

Du kommst frisch aus der Ausbildung oder aus dem Studium und willst rein in den Job? Dann bist du – was die Theorie angeht – schon ziemlich gut aufgestellt. An Praxiserfahrung fehlt es dir hingegen noch fast völlig. Als Neuzugang kannst du sehr von der Erfahrung deiner Kollegen profitieren. Schaue ihnen wo immer es geht über die Schulter, sei neugierig und ärgere dich nicht, wenn einmal konstruktive Kritik an deinem Tun kommt. Denn zwischen Theorie und Praxis liegen ja bekanntlich häufig Welten.

Der Arbeitszeit Struktur und Prioritäten geben

Neuer Job, viele neue Aufgaben. Klar schaffst du nicht alle gleich und nicht alle gleichzeitig. Umso wichtiger ist es für dich in der Startphase, mit deinem Chef oder Vorgesetzten Prioritäten und Zeitbudgets für einzelne Aufgaben abzuklären. So hast du klare Vorgaben, wann du was zu tun hast und wie du deine begrenzte Arbeitszeit strukturieren musst. Stichwort: To-Do-Liste. Erwarte dabei nicht, dass dein Vorgesetzter zu dir kommt, sondern werde aktiv und sprich ihn selbst an.

Finger weg vom schnellen Du

„Hey Chef, kannst DU mir mal zufällig helfen?“ In vielen Branchen und Firmen ist das Duzen mittlerweile selbstverständlich. In anderen Unternehmen gilt allerdings nach wie vor das Sie und dann gibt es noch die Firmen in denen Du und Sie gleichermaßen verwendet werden. Du solltest dich von Anfang an, an die geltenden Konventionen in deiner neuen Firma anpassen. Gilt nicht pauschal das Du, solltest du dich zu Beginn mit dem Duzen lieber etwas zurückhalten. Kollegen und Chefs sollten dir das Du erst anbieten, bevor du es verwendest.

Die lieben Kollegen kennen lernen

Du bist neu, keiner kennt dich? Dann stell dich an deinem ersten Tag persönlich vor, denn der erste Eindruck zählt ja bekanntlich. Dreh eine Runde durchs Büro und sag Hallo, nicht nur zu deinen neuen Chefs, sondern auch zu den anderen Kollegen im Team bzw. in der Abteilung. Vernetze dich und gib deiner Freude Ausdruck, jetzt zum Team zu gehören.

Pünktlichkeit ist Pflicht, keine Kür

Dein erster Tag? Auf jeden Fall solltest du pünktlich sein. Mach dich entsprechend vorher über den zu erwartenden Arbeitsweg inklusive Stau oder Umsteigezeiten schlau. Aber Vorsicht: Überrasche deinen neuen Vorgesetzten nicht schon eine Stunde vor deinem eigentlichen Arbeitsbeginn durch deine übermotivierte Anwesenheit. Zehn Minuten früher am neuen Arbeitsplatz sein, das ist o. k. – eher solltest du nicht aufschlagen. Beim Feierabend solltest du dich gerade in der Startphase flexibel zeigen und nicht Punkt Arbeitsschluss den Stift oder Hammer fallen lassen.

Zweifel und Unsicherheit gehören beim Berufseinstieg dazu

Du fühlst dich in der Startphase noch unsicher und stehst leicht unter Stress? Das drückt natürlich deine Freude am neuen Job, ist aber völlig normal. Auch dein neuer Chef und deine Kollegen sind nur Menschen und jeder Arbeitsplatz hat schöne aber auch weniger schöne Seiten.

Das Tratsch- und Lästermaul lieber im Zaum halten

Es gibt wahrscheinlich kein Büro, in dem nicht ab und an gelästert oder eine Vertraulichkeit weitergegeben wird. Als Jobneuling solltest du allerdings nicht gleich voll ins Geläster und Getratsche mit einsteigen, auch wenn es dir vielleicht ein einfacher Weg zu sein scheint, Punkte bei deinen neuen Kollegen zu sammeln. Das kann schwer nach hinten losgehen und ehe du dich versiehst hast du ein negatives Image weg.

Nicht gleich alles auf den Kopf stellen wollen

Du kommst mit innovativen Ideen und den neuesten Arbeitsmethoden aus der Ausbildung oder dem Studium? Dir kommen manche Arbeitsabläufe bei deinem neuen Arbeitgeber etwas altbacken vor? Dann falle bitte nicht mit der Tür ins Haus und halte dich in deiner Start- und Einarbeitungsphase etwas mit deinen Ideen und Neuerungsvorschlägen zurück.

Genauso vorsichtig solltest du mit Schwärmereien über dein tolles Studium oder deinen letzten Job sein, die bei deinen Kollegen für fragende Blicke sorgen würden. Hast du dich in deinem neuen Job etabliert, kannst du wohldosiert und mit viel Feingefühl Ideen, Anregungen und Verbesserungsvorschläge anbringen. Bedenke aber bitte: Veränderungen vollziehen sich meist langsam und häufig nicht ohne Widerstand.

Das Smartphone in der Tasche lassen

Kommst du ohne dein Smartphone nicht mehr aus? Das solltest du in deinem neuen Job aber! WhatsApp & Co. sind am Arbeitsplatz tabu. Lass dein Handy am besten gleich in der Tasche. So kommst du nicht in Versuchung.

Auch beim Berufseinstieg: Kleider machen Leute

Die wichtigste Frage zum Schluss: Was sollst du bloß beim Berufseinstieg bzw. in deinem neuen Job anziehen? Mach dich vor dem Start in den Job schlau, ob es bestimmte Vorgaben für die Kleidung am Arbeitsplatz gibt. Mit dem richtigen Outfit trittst du vom ersten Tag an professionell auf.

Wir wünschen dir jedenfalls viel Freude und Erfolg im neuen Job.

Unsere Quellen und mehr Informationen für dich

www.karriere.de
www.stepstone.de
karriere.unicum.de

Die nervigsten Unsitten im Büro

25.07.2018

Streit zwischen Mitarbeiterinnen: Die nervigsten Unsitten im Büro

Gerade am Arbeitsplatz sollte es gesittet zugehen, sonst sind ernste Konflikte mit den Kollegen vorprogrammiert. Bei welchen Verhaltensweisen geht anderen Mitarbeitern besonders schnell die Düse? Wir haben die fiesesten und nervigsten Unsitten am Arbeitsplatz für dich!

In vielen Bereichen des täglichen Arbeitsalltags steht das Ego des Einzelnen dem gerne hochgehaltenen Teamgedanken im Wege. Oftmals sind es erstaunlich banale Verhaltensweisen, die für ordentlichen Ärger bei den Teamkollegen sorgen. Als da wären:

Informationsmuffelei

Zusammenarbeiten heißt, sein Wissen und seine Informationen mit anderen zu teilen. Für viele Arbeitnehmer ist das nicht selbstverständlich. Sie bleiben lieber allein auf ihren eigentlich für alle wertvollen Informationen sitzen. Gerne geben sie der ungenügenden technischen Ausstattung die Schuld dafür.

Druckerablagen-Trittbrettfahrerei

Ausgedruckte Seiten werden einfach in der Druckerablage vergessen. Die Kollegen werden sie schon mitbringen. Die Folge: die Ablage ist schnell verstopft. Ebenso ärgerlich: Du willst was drucken, aber pünktlich zu deinem Druckauftrag meldet der Drucker durch ein durchdringendes Piepen, dass das Papierfach mal wieder leer ist. Eine wirkliche Unsitte im Büro!

Fehlermeldungs-Blindheit

Akustische Störungssignale können auch andere gemeinschaftlich genutzte, technische Geräte im Büro von sich geben. Hast du das Gefühl, dass gerade du besonders häufig auf Fehlermeldungen triffst? Dann kann das daran liegen, dass die lieben Kollegen die Fehlermeldungen einfach ignorieren. Eine Unsitte, die nicht selten vorkommt.

Temperatur-Trickserei

Besonders ärgerlich im heißen Sommer oder klirrend kalten Winter sind heimliche Manipulationen an der Heizung oder Klimaanlage. Die lieben Kollegen haben eben ein anderes Temperaturempfinden;-)

Dokumenten-Mensch ärgere dich nicht

Du arbeitest gemeinsam mit deinen Kollegen auf einem Server? Dann kannst du bestimmt auch ein Lied von verschobenen Dokumenten und mal eben so veränderten Ordnerstrukturen singen. Die Suche nach dem richtigen Dokument kann so zu einer zeitfressenden Langzeitbeschäftigung werden. 22 Minuten verbringen Büroangestellte pro Tag (!) damit, Dokumente oder Bilder zu suchen, die schwer auffindbar sind. Sehr ärgerlich so etwas!

Login-Hacking

Ähnlich frustrierend sind veränderte oder verlegte Passwörter und Zugangsdaten. Auch hier frisst die Recherche Zeit. Bleibt das Login verschollen, stellt sich die Frage: Welcher Kollege darf neue Passwörter anlegen?

Meeting-Schizophrenie

Auch in Meetings gibt es Verhaltensweisen, die maximal unkollegial sind. Zu den besonders nervigen Unsitten gehören:

  • Statt der Agenda des Meetings werden lieber die eigenen Aufgaben und To Dos bearbeitet.
  • Wortbeiträge von anderen werden grundsätzlich missachtet, indem man ihnen einfach ins Wort fällt.

Vorlagen-Expressionismus

Vorlagen sind praktisch und sollten für ein einheitliches Auftreten sorgen. Umso ärgerlicher ist es, wenn Vorlagen einfach kreativ verändert werden oder sich manche Kollegen partout nicht an die Vorgaben halten möchten. Eine weitere Unsitte im Büro!

Smartphonitis

Beim gemeinsamen Mittagessen in der Kantine gibt es Kollegen, die sich lieber mit ihrem eigenen Smartphone, anstatt mit den anderen Mitarbeitern am Tisch beschäftigen. Eine Unsitte im Büro, die selbst von immer mehr Digital Natives als unhöflich angesehen wird.

Papier-Materialismus

Obwohl die Kommunikation am Arbeitsplatz heute weitgehend digital und damit papierlos erfolgt, drucken einige Kollegen aus guter alter Gewohnheit immer noch jeden Tag stapelweise E-Mails und Dokumente aus. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch teuer für das Unternehmen.

Hygiene-Hemmungen

Zahlreiche technische Geräte im Büro werden von vielen Kollegen gemeinsam genutzt. Einige nehmen es allerdings selbst im Erwachsenenalter mit der Hygiene nicht so genau. Ob nach dem Schokosnack zwischendurch oder nach dem Toilettenbesuch, die Hände wandern ungereinigt wieder ans Gerät.

Klingelstreicherei

Nichts stört die konzentrierte Arbeitsatmosphäre im Team oder den Flow in einem Meeting mehr als ein plötzlich schrillendes Smartphone. Trotzdem gibt es immer noch Kollegen, die regelmäßig vergessen, ihr Handy vor wichtigen Terminen stumm zu schalten. Wird ein wichtiger Anruf erwartet, sollte dies zu Beginn eines Termins allen mitgeteilt werden.

Fazit: Viele Unsitten im Büro, erstaunlich viel Toleranz

Wie wir sehen, gibt es viele Unsitten, die für dicke Luft im Büro sorgen können. Umso erstaunlicher ist die Toleranz, mit der häufig über die beschriebenen Unsitten im Büro hinweggesehen wird. Viele Mitarbeiter schlucken ihren Ärger einfach runter. Andere werden da schon etwas deutlicher und verschicken „böse“ E-Mails, beschweren sich oder heften eine für alle gut sichtbare Notiz ins Büro. Experten sehen in den Unsitten im Büro gar ein erhebliches Risiko für die Unternehmen, da sie nicht nur den Teamgedanken untergraben, sondern auch Zeit kosten und Arbeitsabläufe im Unternehmen lähmen können. Ein wenig mehr Disziplin scheint also angebracht. Das sichert nicht nur den eigenen Arbeitsplatz, sondern fördert auch die gute Zusammenarbeit im Team. Und nur so macht Arbeit wirklich Spaß.

Unsitten im Büro: Unsere Quellen und mehr Informationen

www.haufe.de/personal/hr-management/
www.wiwo.de
www.cio.de
www.faz.net/aktuell/beruf-chance/
www.gq-magazin.de
www.ingenieur.de/karriere/

Personaler dulden keine Fake-Facts im Lebenslauf

25.07.2018

Misstrauischer Blick: Personaler dulden keine Fake-Facts im Lebenslauf

Schummeleien in Lebensläufen sind in Deutschland durchaus üblich. So nahm eine Detektei gegen Wirtschaftskriminalität 5.000 Bewerbungen genauer unter die Lupe und kam dabei zu dem Ergebnis, dass rund 30 Prozent der Bewerbungen nicht hundertprozentig ehrlich waren. Die Übertreibungen reichten von falschen Angaben zur Anzahl der Mitarbeiter, über die man Führungsverantwortung hatte, bis hin zu erfundenen akademischen Titeln. Wenn es um derartige kosmetische Korrekturen an Lebensläufen geht, verstehen deutsche Personaler allerdings überhaupt keinen Spaß. Sie gehören neben ihren niederländischen Kollegen zu den strengsten Recruitern in Europa.

Wer im Lebenslauf trickst, ist raus

Machen Bewerber falsche Angaben in ihrer Vita, steigt die Wahrscheinlichkeit, aussortiert zu werden. Der Grat zwischen noch akzeptierter Schönfärberei und offensichtlicher Lüge ist dabei sehr schmal. Laut einer aktuellen Studie haben 71 Prozent aller deutschen Manager im Bereich Human Resources bereits einmal aufgeflogene Schummelbewerber von der Kandidatenliste für eine zu besetzende Vakanz gestrichen.
Ehrlichkeit ist deutschen Personalern und Entscheidern somit sehr wichtig. Das betrifft die Darstellung der eigenen Fähigkeiten des Bewerbers genauso wie die Angaben zu Perioden ohne Beschäftigung. Werden Kandidaten hier zu kreativ und schönen eine längere Zeit der Erwerbslosigkeit z. B. durch eine lange Reise oder Selbständigkeit, dann sind sie für den zu vergebenen Job aus dem Rennen. Denn routinierte Personaler kennen diese Tricks und ahnen schnell, was tatsächlich dahinter steckt.

In welchen Bereichen tendieren Kandidaten am ehesten zu Schummeleien?

  • Die Erfahrungen der Personaler zeigen, dass in Lebensläufen vor allem bei der fachlichen Kompetenz sowie bei der Berufserfahrung geschönt wird.
  • Gerne geschummelt wird darüber hinaus bei den Sprachkenntnissen.
  • Aber auch bei den Angaben zu Aufgaben in früheren Jobs, zur Ausbildung oder zu erzielten Abschlüssen treffen Recruiter immer wieder auf falsche Daten.
  • Selbst wenn es um die Darstellung der Qualifikationen oder der eigenen Führungskompetenz geht, wird gemogelt.
  • Immerhin ein Fünftel der deutschen Personaler hat bereits Bewerber wegen falscher Angaben zum Gehalt in früheren Positionen ausgeschlossen.
  • Nicht zuletzt sind Bewerber auch wegen erfundener Praktika oder kreativ geschönter Projektmanagement-Skills von der Kandidatenliste gestrichen worden.

Fazit

In deutschen Personalabteilungen gilt also ganz klar: Ehrlich währt am längsten. Das sollten Bewerber berücksichtigen, bevor sie ihrer eigenen Vita mit kreativer Feder ein paar schöne Schnörkel und zusätzliche Extras verpassen. Mit ehrlichen Angaben zu Arbeitslosigkeit und Lücken im Lebenslauf können Bewerber bei Personalern sogar eher Punkten als mit kosmetischen Korrekturen. Fliegen Schummeleien zudem nach dem Jobantritt auf, ist das Vertrauensverhältnis zwischen neuem Mitarbeiter und Arbeitgeber erschüttert. Keine guten Voraussetzungen für beruflichen Erfolg.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.personalwirtschaft.de/recruiting/
news.efinancialcareers.com
www.wiwo.de
www.focus.de

Faktencheck Zeitarbeit: Häufige Vorurteile und was wirklich dahinter steckt

10.07.2018

Faktencheck Zeitarbeit: Häufige Vorurteile über Leiharbeit und was wirklich dahinter steckt

Über die Zeitarbeit sind viele Vorurteile im Umlauf. Was stimmt? Was ist völlig aus der Luft gegriffen? Wir bringen für dich Licht ins Dunkel und gehen in unserem Faktencheck Zeitarbeit zehn häufig geäußerten Vorurteilen über die Zeitarbeit auf den Grund.

Vorurteil 1: Die Zahl der Zeitarbeiter in Deutschland ist riesig.

Denkste! Unser Faktencheck Zeitarbeit zeigt: Die Zahl der Zeitarbeiter liegt in Deutschland bei etwas über 900.000. Das sind unter drei Prozent aller Erwerbstätigen, denn nur ein Bruchteil der Firmen in Deutschland setzt überhaupt Zeitarbeit ein.

Vorurteil 2: Zeitarbeit verdrängt andere Erwerbsformen.

Das trifft nicht zu. Der Anteil der Zeitarbeiter an allen Erwerbstätigen ist seit Jahren stabil. In den letzten fünf Jahren hat er sich kaum verändert. Ein klarer Beleg dafür, dass Zeitarbeit keine anderen Erwerbsformen verdrängt.

Vorurteil 3: Jobs in der Zeitarbeit sind häufig Teilzeitjobs.

Ganz im Gegenteil: 87 Prozent der Zeitarbeitnehmer arbeiten in Vollzeitjobs. Über 90 Prozent aller Zeitarbeitnehmer sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Vorurteil 4: Als Zeitarbeiter verdienst du wirklich unterirdisch.

Das stimmt nicht. In der Zeitarbeitsbranche gibt es seit 2012 eine Lohnuntergrenze. Diese wird bis Ende 2019 auf 9,96 Euro im Westen und auf 9,66 Euro im Osten ansteigen.

Ein Großteil der Zeitarbeitnehmer wird nach Tarifverträgen bezahlt, die mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ausgehandelt wurden. Insofern handelt es sich bei Zeitarbeit mitnichten um eine prekäre Beschäftigung.

Vorurteil 5: Zeitarbeitnehmer verdienen weniger als die Stammbelegschaft.

Auch das ist ein Vorurteil. Seit 2017 gilt die Regelung, dass Zeitarbeitnehmer nach neun Monaten Equal Pay erhalten müssen. Auch vorher war dies bereits in vielen Bereichen der Zeitarbeit so.

Vorurteil 6: Zeitarbeit ist nur etwas für Geringqualifizierte.

Es stimmt schon, dass Zeitarbeit

  • vor allem für Geringqualifizierte, Ältere und Jugendliche neue Möglichkeiten eröffnet
  • vor allem Arbeitslosen einen (Wieder-)Einstieg in einen regulären Job ermöglicht.
    (Immerhin waren zwei Drittel der Zeitarbeiternehmer vorher arbeitslos.)

Trotzdem sind die Chancen der Zeitarbeit nicht auf diese Bevölkerungsgruppen begrenzt. Auch hochqualifizierte Fachkräfte können über Zeitarbeit einen neuen, attraktiven Job finden.

Vorurteil 7: Wer einmal in der Zeitarbeit arbeitet, bleibt dort auch kleben.

Ganz im Gegenteil: Zeitarbeit kann als Sprungbrett in eine unbefristete Stelle dienen. So zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass immerhin 14 Prozent der Zeitarbeitnehmer den Sprung in die Stammbelegschaft schaffen. In anderen Studien sind es gar über 40 Prozent!

Vorurteil 8: Zeitarbeit ist nur etwas für Männer.

Tatsächlich sind rund 75 Prozent aller Zeitarbeitnehmer in Deutschland Männer. Das liegt daran, dass Zeitarbeit in unserem Land vor allem in der Industrie und im verarbeitenden Gewerbe eingesetzt wird. Nimmt man allerdings einzelne Bereiche der Zeitarbeit wie Kundenbetreuung oder Pflege in den Fokus, so fällt der Männer- und Frauenanteil ganz anders aus.

Vorurteil 9: Endet ein Einsatz für einen Zeitarbeitnehmer, so wird er einfach entlassen.

Nein. Ein Großteil der Zeitarbeitnehmer (über 80 Prozent) hat einen unbefristeten Vertrag mit einem Zeitarbeitsunternehmen. Das Beschäftigungsverhältnis besteht also weiter, auch wenn ein Einsatz endet.

Vorurteil 10: In der Zeitarbeit herrscht eine Wildwestmentalität. Die Branche ist zu wenig reguliert.

Entgegen dieser abenteuerlichen Vorstellung ist die Zeitarbeitsbranche bis ins Detail reguliert.

  • Rechtliche Grundlage der Zeitarbeit ist das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG).
  • Unternehmen der Zeitarbeitsbranche werden ständig durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie die zuständigen Zollverwaltungen kontrolliert.
  • Branchenverbände wie der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) geben ihren Mitgliedern Verhaltensrichtlinien für ethisch korrektes Handeln vor.

Faktencheck Zeitarbeit – Fazit: Zeitarbeit ist besser als ihr Ruf

Wie du siehst, lassen sich viele Vorurteile über die Zeitarbeit bei genauerem Hinsehen nicht halten. Unser Tipp für Bewerber: Lass dich nicht von Vorurteilen leiten, sondern teste selbst, welche Möglichkeiten die Zeitarbeit für dich bietet. Mach dir selbst ein Bild! Unsere aktuellen Stellenangebote findest du hier.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.vbw-bayern.de
www.ig-zeitarbeit.de
www.personaldienstleister.de
www.personaldienstleister.de (PDF)

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