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Azubi händeringend gesucht: Deutschland fehlt der Nachwuchs

16.08.2017

Praktische Ausbildung vom Lehrmeister an einer Maschine

Der klassische Azubi mit möglichst hoher Qualifikation hat für viele Firmen mittlerweile Seltenheitswert. Um trotzdem ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, richten sie ihren Blick zunehmend auf andere Kandidaten und geben Flüchtlingen, Lernschwächeren und Studienabbrechern eine Chance. Denn ohne Azubis gehen der deutschen Wirtschaft mittelfristig die Fachkräfte aus. Eine tolle Chance für die rund 81.000 Jugendlichen, die bislang jährlich keinen Ausbildungsplatz fanden.

Ladenhüter Ausbildungsplatz

Während sich Unis und Fachhochschulen vor Studienanfängern häufig nicht retten können, herrscht auf dem Azubi-Markt gähnende Leere. Die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehre absolvieren möchten, geht gerade auch im ländlichen Raum seit Jahren kontinuierlich zurück. Der Rückgang ist alarmierend. Innerhalb von sieben Jahren hat sich der Azubi-Anteil an den Gesamtbeschäftigten mehr als halbiert.
Viele ausbildende Firmen blicken daher in eine ungewisse Zukunft und suchen händeringend nach Lösungen für ihren bedenklichen Nachwuchsmangel. Fast jeder dritte Betrieb in Deutschland findet mittlerweile keine Azubis mehr, um seine angebotenen Lehrstellen zu besetzen. Die Konsequenz: Die Zahl der Ausbildungsbetriebe sinkt.

Irrweg Studium?

Einen Grund für das schwindende Interesse junger Menschen an einer klassischen Ausbildung sieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag darin, dass Jugendliche heute bereits früh in ihrem Leben mitentscheiden und aus einer Vielzahl von Optionen wählen könnten. Sie entschieden sich daher für ein Studium, in der Hoffnung, sich beruflich besser entfalten und gleichzeitig besser verdienen zu können. Für nicht wenige endet dieser Pfad allerdings auf einem Holzweg. Nahezu jeder Dritte bricht sein Studium wieder ab und landet so um eine Erfahrung reicher wieder auf dem Ausbildungsmarkt.

Auswege aus der Azubi-Misere

Not macht ja bekanntlich erfinderisch und so entdecken Firmen mit Nachwuchssorgen die vorhandenen Potenziale von Flüchtlingen, Lernschwächeren und Studienabbrechern für sich. Es müssen schon längst nicht mehr nur die Schulabgänger mit den besten Noten sein.
Die Zahlen sprechen für sich:

  • Allein 2016 begannen rund 60.000 Studienabbrecher eine Ausbildung.
  • Rund 80 Prozent aller Unternehmen bieten mittlerweile auch Lernschwächeren eine Ausbildung an.
  • Sieben Prozent der IHK-Betriebe sind bereit, Flüchtlinge auszubilden. Damit könnten rund 15.000 Flüchtlinge in einem IHK-Betrieb eine Ausbildung absolvieren.

Bessere Ausbildungsreife in der Schule

Um die Situation auf dem Ausbildungsmarkt nachhaltig zu entspannen, sehen die Betriebe auch die Schulen in der Pflicht. Ihre Forderung: Die schulische Berufsorientierung muss sich verbessern, damit Schulabsolventen sich gleich für eine Ausbildung entscheiden und nicht erst ein Studium wählen, dass sie dann doch abbrechen. Gerade an Gymnasien sollte neben der akademischen Bildung auch ein stärkerer Fokus auf die berufliche Ausbildung gelegt werden. Die Entwertung der klassischen Ausbildungsberufe, wie sie der Arbeitsmarktforscher Stefan Sell gerade für die weiterführenden Schulen diagnostiziert, führe sonst zu erheblichen Problemen für die deutsche Wirtschaft.
Gleichzeitig müssten sich die Schulen nach Ansicht der Unternehmen stärker um die Ausbildungsreife der Schüler bemühen. Jeder zehnte Betrieb bemängelt aktuell die Ausbildungsreife der angehenden Azubis und die meist unklaren Berufsvorstellungen der jungen Menschen. Kritisiert werden zudem die Sprach- und Mathefähigkeiten der Berufsanfänger sowie deren Bereitschaft, sich als Azubi auch wirklich mal ins Zeug zu legen.

Schlechte Ausbildungsqualität verbessern

Gewerkschaften wie der DGB geben allerdings auch den Unternehmen eine Mitschuld an der derzeitigen Ausbildungsmisere. Gerade in den Branchen Gastronomie, Hotel und Lebensmittelhandwerk sei die schlechte Ausbildungsqualität ein wesentlicher Grund dafür, dass viele Azubis ihre Ausbildung wieder abbrechen. Die Folge: Viele offene Stellen.

Zeitarbeit als Einstieg – Unser Tipp:

Gerade Studienabbrechern und Jobsuchenden mit Migrationshintergrund bietet auch die Zeitarbeit gute Möglichkeiten, um potenzielle Ausbildungsberufe kennenzulernen und einen einfachen Einstieg ins Berufsleben zu finden. Wir informieren Sie gerne!

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.spiegel.de
www.tagesspiegel.de
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www.faz.net

Kommunikation im Büro: So klappt es mit deinen Kollegen

08.08.2017

Kommunikation im Büro: Mann und Frau im Gespräch.

Du willst deinen Arbeitsalltag entspannter gestalten? Dann kannst du mit unseren Tipps für deine Kommunikation im Büro viel erreichen. Denn schließlich ist alles eine Frage der richtigen Kommunikation, das gilt auch und gerade an deinem Arbeitsplatz. Je nachdem, wie du mit deinen Kollegen kommunizierst, kannst du entspannt und stressfrei viel erreichen oder auf böse Blicke, Ablehnung und unüberwindliche Barrieren stoßen. Ein positives und entspanntes Klima am Arbeitsplatz fängt mit guter Kommunikation an.

Werde ein Meister der Büro-Kommunikation!

Persönliches Gespräch schlägt E-Mail

Du willst mit einem Kollegen etwas klären? Dann solltest du unbedingt das persönliche Gespräch suchen, statt eine E-Mail zu senden. Im Gespräch lassen sich Anliegen oftmals schneller klären. Durch direkte Rückfragen bekommst du zudem das gute Gefühl, dass dein Gegenüber dein Anliegen auch verstanden hat.

Immer ein freundliches Wort auf den Lippen

Die Basis für ein entspanntes Arbeitsklima ist der informelle Austausch. Gehe ruhig aktiv auf deine Kollegen zu! Mit einem freundlichen Wort kannst du positiv bei deinen Kollegen punkten. Aufhänger können Arbeitsthemen und besondere Anlässe sein oder gemeinsame Hobbys und Interessen.

Eine Prise Klatsch und Tratsch

Klatsch und Tratsch am Arbeitsplatz können auch mal sein. Es kann aber durchaus Tabuthemen geben und auch Zeiten, in denen du ohne schlechtes Gewissen deiner eigentlichen Arbeit nachgehen kannst. Die perfekte Zeit für den informellen Plausch mit den Kollegen ist die Mittagspause.

Reden ist Silber, zuhören ist Gold

Wenn du ein Gespräch beginnst, sollte dein Gegenüber auch deine volle Aufmerksamkeit bekommen. Zuhören können ist dabei genauso wichtig, wie das Äußern der eigenen Ansichten, Interessen und Meinungen.

Wissen ist Macht

Du hast eine wichtige Besprechung? Dann bereite dich ausführlich darauf vor. Mit der nötigen Expertise und dem guten Gefühl, dass du dich auskennst, kannst du selbstbewusst auftreten und mit präzisen Fakten statt inhaltsleeren Phrasen glänzen.

Du hast wichtige Infos? Hol deine Kollegen mit ins Boot!

Ein Projekt kann nur gelingen, wenn alle im Team bestens informiert sind. Leitest du für deine Kollegen wichtige Informationen immer aktiv weiter? Das solltest du auf jeden Fall tun. Allerdings nicht ungefiltert. Überlege: Wer braucht welche Infos und ordne die Infos für deine Kollegen ein.

Nachhaken und Interesse bekunden

Dir ist im Gespräch etwas nicht klar? Dann scheue dich nicht, nachzufragen. So zeigst du, dass du dich wirklich für ein Thema interessierst.

Kritik? Ja, aber bitte konstruktiv!

Dein Kollege ist anderer Meinung? Das ist in Ordnung. Ihr müsst nicht immer in allen Punkten übereinstimmen. Gegensätzliche Standpunkte und konstruktive Diskussionen können ein Thema voranbringen und neue Lösungswege eröffnen. Zeige dich offen, für die Ideen und Ansichten deiner Kollegen. Du willst Kritik äußern? Dann mache es konstruktiv! Wie das geht? Ganz einfach:

  • Überleg dir vorher genau, was du kritisieren willst und was deine Kritik bewirken soll.
  • Kritisiere konkret! Du willst in der Regel ein bestimmtes Verhalten oder einen bestimmten Zustand kritisieren, nicht die ganze Person.
  • Finde heraus, wann der geeignete Zeitpunkt ist, um deine Kritik zu äußern. Im Zweifelsfall: Schlafe noch einmal drüber, bevor du voreilig viel Porzellan und Beziehungsarbeit zerschlägst.
  • Gib der Gegenseite die faire Chance, sich auf deine Kritik vorzubereiten, indem du einen Gesprächstermin vereinbarst. Dann könnt ihr in Ruhe alles durchsprechen.
  • Fast wichtiger als die Kritik ist die gemeinsame Suche nach einer Lösung für das aktuelle Problem.

Kluge Köpfe setzen auf Teamwork

Die besten Lösungen lassen sich häufig im Team finden. Die Basis dafür ist eine intensive Kommunikation über das Problem und die Beiträge, die jeder einzelne zur Lösung des Problems erbringen kann.

Nicht nur im Marketing: Wiederholung prägt ein

Dir ist etwas sehr wichtig? Dann scheue dich nicht, die für dich wichtigen Themen immer wieder anzusprechen. Nur so erzielst du bei deinem Chef oder deinen Kollegen einen Merk-Effekt.

Irren ist menschlich, wenn du zu deinen Fehlern stehst

Du kannst dich mal irren oder auch einen schlechten Tag haben. Das ist menschlich und wird dir verziehen, wenn du dich entschuldigst und deine Fehler nicht unter den Tisch kehrst, sondern anerkennst und offen thematisierst.

Ein nettes Lob kommt immer gut

Jeder freut sich über ein Lob. Du ebenso wie deine Kollegen. Wenn es bei einem Projekt richtig gut läuft und du mit dem Job deiner Kollegen richtig zufrieden bist, zeige es ihnen mit Lob und Anerkennung. Genauso wichtig ist es, dass du dich auch selbst loben lässt und nicht das Lob anderer relativierst.

Hektik? Stress? Unbedingt vermeiden!

Hektik, Zeit- und Leistungsdruck wirken sich negativ auf deine Kommunikation am Arbeitsplatz aus. Wer ständig unter Druck steht, hat keine Zeit, sich in Ruhe mit den Kollegen abzustimmen und nach der besten Lösung zu suchen. Stress und Hektik auf Arbeit wirken sich zudem auf dein ganzes Leben aus. Wenn du völlig k.o. oder frustriert von der Arbeit kommst, hast du am Abend keine Energie mehr für die anderen wichtigen Dinge in deinem Leben.

Du bist das Vorbild!

Es ist nie zu spät, Vorbild zu sein. Dir passen die Umgangsformen bei deinem aktuellen Arbeitgeber nicht? Du findest die Kommunikation im Büro, wie sie derzeit läuft, miserabel? Dann engagiere dich für eine bessere Kommunikation am Arbeitsplatz. Werde Vorbild, übernehme Verantwortung und zeige deinen Kollegen, wie es besser laufen kann. Durch dein Verhalten und deine Kommunikation kannst du deinen Kollegen am besten zeigen, was du von ihnen erwartest.

Lass deinen Körper für dich sprechen!

Zur Kommunikation gehören bekanntlich nicht nur Worte. Auch die Körpersprache ist wichtig. Durch nonverbale Kommunikation kannst du das, was du sagen willst, glaubwürdig unterstreichen. Nichts und niemand ist so ehrlich wie dein Körper.

Der richtige Händedruck – ein perfekter Auftakt

Viele Begegnungen beginnen mit einem Händedruck. Der sollte sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

  • Drücke ruhig kräftig – aber nicht zu kräftig – zu!
  • Drücke nicht zu kurz und nicht zu lang!

Distanz, Körperhaltung und -bewegung: So kommst du positiv rüber

Im Kontakt mit anderen ist es wichtig, die richtige Distanz zu wahren. Eine gestreckte Armlänge als Abstand empfinden andere Menschen hier bei uns als angenehm. Achte gleichzeitig auf deine Körperhaltung. Eine gerade Körperhaltung zeigt anderen, dass du standfest und selbstsicher bist. Deine Bewegungen sollten ruhig und damit überzeugend sein. Auf hektische und aufgeregte Bewegungen hingegen solltest du verzichten.

Schau mir in die Augen!

Ganz wichtig ist der Augenkontakt. Du kannst dein Gegenüber nur überzeugen, wenn du entspannt den Blickkontakt wahrst.

Entspannt sitzen

Selbst durch deine Sitzhaltung kommunizierst du mit deinem Gegenüber. Bei einem geschäftlichen Treffen solltest du deinem Gesprächspartner nicht direkt, sondern im Winkel zwischen 30 und 60 Grad gegenübersitzen.

Überzeuge mit einem Lächeln!

Mit einem Lächeln kannst du andere für dich gewinnen. Dein Lächeln sollte allerdings ehrlich sein und kein eher abschreckendes, künstliches Grinsen.

Deine Hände sagen viel über dich aus …

Lass nicht nur deinen Mund, sondern auch deine Hände sprechen. Sind deine Hände offen, weiß dein Gegenüber, dass du offen für seine Anliegen bist. Ineinander verschlossene Finger oder aufgestellte Hände zeugen hingegen von einer Abwehrhaltung.

… deine Arme auch!

Nicht nur deine Hände sagen viel über dich aus. Deine Arme verraten ebenfalls viel über dich. Zwei Beispiele: Verschränkst du deine Arme vor der Brust, nimmst du eine offensichtliche Schutz- bzw. Abwehrhaltung ein. Verschränkst du deine Arme hingegen hinter dem Kopf, zeigst du deinem Gesprächspartner deutlich, dass du hier das Sagen hast.

Steh zu deiner Meinung!

Noch ein letzter Tipp: Läufst du beim Reden hin und her, zeigst du den anderen, dass du keinen festen Standpunkt hast. Also: Steh zu deiner Meinung!

Fazit:

Du hast eine ganze Menge Möglichkeiten, durch bewusst eingesetzte verbale und nonverbale Kommunikation das Arbeitsklima positiv zu beeinflussen und so zu einem entspannten Arbeitsalltag für dich und deine Kollegen beizutragen.

Unsere Quellen sowie mehr Tipps und Informationen rund um deine Kommunikation im Büro

www.zeit.de
karriere.unicum.de
www.hafawo.at
arbeits-abc.de
www.stil.de

Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland: Der Fortschrittsindex 2017

26.07.2017

Vater spielt mit Sohn. Der Fortschrittsindex 2017 zeigt: Jeder dritte Vater nimmt mittlerweile Elterngeldmonate in Anspruch.

Die Arbeitswelt in Deutschland wird zunehmend familienfreundlicher dank der Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Das zeigt der unlängst vorgestellte Fortschrittsindex 2017 des Familienministeriums. Wir haben uns den Fortschrittsindex für Sie genauer angeschaut.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf 2017: Die Fakten

  • Mehr Geburten: Die Geburtenrate in Deutschland – also die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau – stieg von 1,35 im Jahr 2004 auf 1,05 im Jahr 2015.
  • Bessere Betreuung: Die Betreuungsquote von Kindern unter drei Jahren hat sich seit 2006 mehr als verdoppelt – von rund 14 Prozent auf fast 33 Prozent. Der Ausbau steht weiter im Fokus – besonders Angebote für Kinder zwischen einem und zwei Jahren.
  • Mehr berufstätige Mütter: Deutlich mehr Mütter sind berufstätig als noch vor zehn Jahren. 2006 waren 41 Prozent der Frauen mit Kindern zwischen zwei und drei Jahren erwerbstätig. Dieser Anteil stieg bis 2015 dank der Unterstützung durch die neuen, familienorientierten Väter auf 58 Prozent.
  • Mehr Väter in Elternzeit: Jeder dritte Vater nimmt mittlerweile Elterngeldmonate in Anspruch. In manchen Bundesländern ist es sogar fast jeder zweite Vater. Gerade junge Väter zwischen 18 und 29 Jahren wünschen sich eine Arbeitszeitreduktion für mehr familiäres Engagement.
  • Immer mehr Unternehmen setzen auf Familienfreundlichkeit: Die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für Unternehmen stieg von 47 Prozent im Jahr 2003 auf 77 Prozent im Jahr 2016. Jedes vierte Unternehmen plant mittlerweile Maßnahmen für eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit. Statt klassischer Teilzeit werden heute individuelle Maßnahmen wie flexible Arbeitszeit, flexible Führungsmodelle oder mobile Arbeitsorte genutzt.
  • Mehr Elterngeld-Bezieher: Die Zahl der Bezieher von Elterngeld Plus stieg von 13,8 Prozent im 3. Quartal 2015 auf 22,7 Prozent im 4. Quartal 2016.
  • Bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: Zwischen 2001 und 2012 stieg die Erwerbsquote der unter 65-jährigen Pflegenden von 52 auf 65 Prozent. Mit Maßnahmen wie Pflegeunterstützungsgeld und einem Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit sowie zusätzlichen Angeboten der Arbeitgeber wie flexible Arbeitszeiten und Auszeiten wird die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf weiter gefördert.

Memorandum über die neue Vereinbarkeit

Das Bundesfamilienministerium verabschiedete 2015 gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund ein Memorandum über die neue Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt. Darin verständigten sich die Akteure auf gemeinsame Ziele, um das Familienbewusstsein in der Arbeitswelt zu fördern. Denn familienbewusste Arbeitsbedingungen sind eine wichtige Bedingung für eine nachhaltig erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.
Der Fortschrittsindex 2017 zeigt nun Erfolge, Entwicklungen und Aktivitäten der letzten Jahre in den zentralen Handlungsfeldern dieser neuen Vereinbarkeit.

Acht von zehn Beschäftigten halten familienfreundliche Maßnahmen wie flexiblere Arbeitszeiten und -orte für wichtig, um berufliche und private Verpflichtungen zu vereinbaren. (Fortschrittsindex 2017, S.12)

Immer mehr Unternehmen für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Vorgestellt wurde der Fortschrittsindex 2017 unlängst im Rahmen des 10. Unternehmertages „Erfolgsfaktor Familie“ von Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek. Er verwies im Rahmen der Präsentation auf zentrale Erfolge auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit: „Immer mehr Unternehmen setzen die NEUE Vereinbarkeit mit innovativen Konzepten in ihrem betrieblichen Alltag um, weil sie erkannt haben, dass Väter sich Zeit für ihre Kinder wünschen und Mütter nicht aufs Karriere-Abstellgleis gehören.“ Die Idee der Familienarbeitszeit, so Kleindiek weiter, sei eine gute Ergänzung, um Familien zu unterstützen, wo beide Eltern vollzeitnah arbeiten und sich beide um die Kinder kümmern möchten.

Positive Dynamik des Themas Familienfreundlichkeit

Ein Beleg für die positive Dynamik des Themas Familienfreundlichkeit ist das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Es zählt mittlerweile über 6.500 Mitglieder (www.erfolgsfaktor-familie.de). Die teilnehmenden Unternehmen zeigen, dass es selbst für Arbeitsplätze mit besonderen Anforderungen an Flexibilität (z. B. Dienstreisen oder Schichtdienste) Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt. Schließlich haben auch die Arbeitgeber etwas von der neuen Vereinbarkeit. Weniger Zeitkonflikte, geringere Fehltage, eine stärkere Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen sowie weniger Fluktuation sind nur einige Vorteile.
Die Erfahrungen zeigen, dass Familienfreundlichkeit im Betriebsalltag am besten gelingt, wenn Führungskräfte Vorbild sind und ihre Mitarbeiter dazu motivieren.

Für Firmen gibt es noch einiges zu tun

„Erst wenn Motive und Leitlinien von Geschäftsführungen nicht nur verkündet, sondern auch im betrieblichen Alltag gelebt werden, stellen sich positive Effekte einer gelungenen Vereinbarkeit voll ein. Im Moment klafft in immer noch zu vielen Firmen offenbar eine Lücke zwischen dem Selbstbild der Unternehmensleitung und der Wahrnehmung durch die Belegschaft.“ (Fortschrittsindex 2017, S.26)

Fortschrittsindex 2017: Weiter vielfältiger Handlungsbedarf

Auch sonst gibt es auf dem Weg zur neuen Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiteren Handlungsbedarf vor allem bei den Betreuungsangeboten für Kinder sowie den Möglichkeiten für Eltern, individuelle Arbeitszeitmodelle zu nutzen.

  • Bei den Betreuungsangeboten für Kinder zwischen drei und sechs Jahren besteht vor allem zusätzlicher Bedarf nach erweiterten Betreuungszeiten vor 8 Uhr morgens und nach 17 Uhr am Nachmittag. Auch bei Grundschulkindern bis unter 11 Jahren sowie bei Kindern, die eine Ganztagsschule oder einen Hort besuchen, äußern die Eltern zusätzlichen Betreuungsbedarf.
  • Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, ihre Unternehmenskultur weiter in Richtung Väterfreundlichkeit zu verändern. So verzichten immer noch viele Väter auf Elternzeit, da sie Einkommensverluste oder Nachteile im Beruf fürchten (Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2015). Den Vätern diese Sorgen vor einem vermeintlichen Karriereknick zu nehmen, ist eine Führungsaufgabe.
  • Gleichzeitig können auch Unternehmen ihren Beitrag zum Erfolg der Kinderbetreuung leisten, indem sie z. B. betriebliche Angebote wie Betriebskitas, Belegplätze oder Zuschüsse weiter ausbauen.

Quellen und mehr Infos

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Fortschrittsindex 2017. Erfolge auf dem Weg zur NEUEN Vereinbarkeit, Berlin 2017
www.bmfsfj.de
www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/

Let me recrutain you! – Recrutainment, wenn die Bewerbung zum Computerspiel wird

17.07.2017

Ein Computerspiel sagt mehr über einen Kandidaten als ein Bewerbungsgespräch. Immer mehr Unternehmen setzen auf innovatives Recrutainment.Klassische Stellenanzeigen ziehen heute oft nicht mehr auf der Jagd nach jungen Talenten. Wer als Arbeitgeber in Zeiten des Fachkräftemangels Talente für sich gewinnen möchte, muss sich bei der Kandidatenansprache schon etwas einfallen lassen. Recrutainment heißt das neue Zauberwort. Es soll Innovation, Interaktion sowie Spaß in die Bewerberansprache und den Bewerbungsprozess bringen – entscheidende Vorteile in Zeiten des War for Talents.

Mit Recrutainment junge Talente erobern

Computerspiel statt Bewerbungsgespräch? Immer mehr Unternehmen setzen auf innovatives Recrutainment, um gezielt junge Talente anzusprechen und die passenden Kandidaten für ihre Vakanzen herauszufiltern. Zukünftig wirst du daher immer seltener deinen Lebenslauf präsentieren müssen. Stattdessen jagst du vielleicht virtuelle Monster im Team durch die Gegend und verrätst deinem zukünftigen Arbeitgeber so mehr über dich, als du es je freiwillig in einem Vorstellungsgespräch tun würdest.

Die Recrutainment-Formel: Spaß gegen Information

Recrutainment? Den Begriff hast du noch nie gehört? Dahinter steckt der Versuch, klassische Formen der Talentrekrutierung mit Infotainment und Unterhaltung zu verknüpfen. Das Gute daran: Du als Bewerber hast mehr Spaß an der Bewerbung und lernst deinen zukünftigen Arbeitsplatz spielerisch kennen. Dein potenzieller Arbeitgeber erhält wiederum viele interessante Fakten zu deinen Fähigkeiten und zu deinem Persönlichkeitsprofil. Gleichzeitig lässt sich ein Spiel schwieriger manipulieren als ein Lebenslauf;-)

Recrutainment im Groß(konzern)einsatz

Selbst große Konzerne setzen mittlerweile auf Recrutainment, um gezielt junge Talente für Führungspositionen anzusprechen. So füllen Bewerber bei einem großen Konsumgüterkonzern beispielsweise im ersten Schritt ein Onlineformular aus und werden anschließend zu einem Spiel-Assessment eingeladen. Dabei müssen sie sich 20 Minuten lang verschiedenen Spielsimulationen stellen. Der Konzern setzt sie als Filter ein, um in der Vielzahl der Bewerbungen geeignete Kandidaten zu finden. Die Spiele sagen so viel über die Bewerber aus, dass das Zuschicken eines Lebenslaufes nicht mehr nötig ist.

Ganz verlässt sich der Konzern allerdings nicht auf das Spiele-Assessment. Nach dem spielerischen Kennenlernen folgen Onlineinterviews mit den Bewerbern, bevor im letzten Schritt auf die favorisierten Kandidaten ein wiederum virtuelles Discovery Center wartet, in dem sie mit Konkurrenten kooperieren müssen.

Ein Game sagt mehr als tausend Worte

Gute Recrutainment-Anwendungen sind klug ausgetüftelt und führen während du zockst eine ziemlich genaue Analyse deiner Persönlichkeit durch. Teamplayer oder Einzelgänger? Risikofreudig oder vorsichtig? Kreativ? Problemlösungsorientiert denkend? Das Programm untersucht genauer, wie du als Spieler tickst. Aus deinem Spielverhalten kann es viel über deine Persönlichkeit und deine Fähigkeiten ableiten. Eine entsprechende Einschätzung gibt es an die Personalverantwortlichen deines potentiellen, neuen Arbeitgebers weiter.

Im Gegensatz zum oft steifen Bewerbungsgespräch schaffen es Recrutainment-Anwendungen dabei, den Bewerbungsprozess entspannt und locker zu gestalten.

Recrutainment mal ganz praktisch

Viele Unternehmen tüfteln an Recrutainment-Lösungen. Das müssen allerdings nicht immer Computerspiele sein. Wir haben ein paar Beispiele für dich zusammengestellt, die dir zeigen, wie vielfältig und kreativ gutes Recrutainment aussehen kann.

Wasabi Waiter: Recrutainment als Online-Rollenspiel

Ein Klassiker. Das US-amerikanische Start-up Knack schickt Bewerber in ein Videospiel, in dem die Kandidaten ihre Kreativität und ihre Fähigkeiten zum Multitasking unter Beweis stellen müssen. Das Game hat den tollen Titel „Wasabi Waiter“ und lässt den Bewerber als Kellner Aufgaben erfüllen.

Berufsorientierung, genau auf dich zugeschnitten

Die „Praxis Checks“ des Modehändlers Peek & Cloppenburg helfen jungen Menschen spielerisch bei der Berufsorientierung im Einzelhandel. Über die Mobile-App erhalten die Nutzer realistische Einblicke in typische Aufgaben und Tätigkeiten eines Kaufmanns im Einzelhandel oder eines Handelsfachwirts.

Berufsorientierung maßgeschneidert – Ausbildungen und Duales Bachelorstudium in P&C-Praxis-Checks spielerisch-simulativ ausprobieren

Jobs zum Abheben: Berufsorientierungsspiel der Lufthansa

Auch die Lufthansa bietet jungen Talenten die Chance, sich spielerisch über Berufe im Luftverkehr zu informieren. Mit einem Spiel zur Berufsorientierung können Schüler den richtigen Ausbildungsplatz bei der Airline für sich finden.

Spiel zur Berufsorientierung der Lufthansa. Quelle: CYQUEST

Spiel zur Berufsorientierung der Lufthansa. Quelle: CYQUEST

Abenteuerlich: Recrutainment per Live-Escape-Game

Eine andere Form des Recrutainments erinnert an das beliebte TV-Format Big Brother. Die Bewerber werden in einem Container mit unterschiedlichsten Aufgaben konfrontiert und müssen abschließend wieder einen Weg nach draußen finden.

Zocker bevorzugt?

Haben Arbeitgeber mit Recrutainment den heiligen Gral für die Bewerberansprache der Zukunft gefunden? Wahrscheinlich nicht. Es gibt viele kritische Stimmen zur neuen Spielfreude in den Personalabteilungen. Etwa: Werden computerspielaffine Personen – meist Männer;-) – durch derartige Bewerbertests bevorzugt?

Klare Erkenntnisse gibt es dazu bislang nicht. Bisher fehlen wissenschaftliche Studien, die die Verlässlichkeit dieser neuartigen Form der Bewerberauswahl genauer unter die Lupe nehmen. Mit der Menschenkenntnis, Empathie und Urteilsfähigkeit von erfahrenen Personalmitarbeitern können es die Algorithmen nach Ansicht einiger Experten jedenfalls nicht aufnehmen. Häufig stecke hinter den modern aufgemachten Spielen nicht viel mehr als ein ganz normaler Intelligenztest.

Stress pur statt Bewerbungsspaß?

Andere Recrutainment-Formate versetzen Bewerber stärker in Stress als die ohnehin wenig geliebten Assessment-Center. Schließlich droht bei einem Durchhänger im Spiel jederzeit ein GAME OVER für den Kandidaten! Das ist paradox, denn häufig versuchen Unternehmen durch Recrutainment gerade die Bewerber zu erreichen, die sich vor Assessment-Centern fürchten.

Knock out für ältere Bewerber?

Ein weiterer Kritikpunkt: Nicht alle Bewerber lassen sich durch Recrutainment und Gamifizierung ansprechen und erreichen. Die spaßorientierte Bewerberansprache begeistert vor allem junge Talente aus den Generationen Y und Z. Sie leben die Digitalisierung und können es sich aufgrund des akuten Fachkräftemangels leisten, nach einem passenden Arbeitgeber zu schauen.

Ältere Bewerber hingegen fallen beim Recrutainment durchs Raster. Unternehmen, die zugunsten des Recrutainments ganz auf den klassischen Bewerbungsprozess mit Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch verzichten, verlieren so wertvolle Kandidaten.

Ein teures Vergnügen

Zudem kann Recrutainment für die Arbeitgeber schnell zu einem teuren Spaß werden. So kann eine ausgefeilte Recrutainment-Kampagne schnell mal 30.000 Euro kosten. Andererseits sind auch die Kosten für gute Personaler hoch. Zudem können Recrutainment-Anwendungen Unternehmen durchaus dabei helfen, teure Fehleinschätzungen bei der Bewerberauswahl zu vermeiden. So entwickelte das französische Postunternehmen Formaposte ein spezielles Online-Spiel zur Auswahl von Azubis, um der vorher sehr hohen Abbrecherquote Herr zu werden.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.welt.de/wirtschaft/karriere/
bewerbung.com
t3n.de/news/
www.spiegel.de/karriere/
www.manager-magazin.de
www.zeit.de
karrierebibel.de

Neue Studie: Beim Onboarding in vielen Firmen noch Luft nach oben

12.07.2017

Neuer Mitarbeiter wird im Büro begrüßt. Effektives Onboarding fördert Mitarbeiterloyalität. Beim Onboarding, also dem an Bord holen neuer Mitarbeiter, gibt es noch erhebliches Verbesserungspotenzial. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Haufe-Gruppe, in deren Rahmen 227 Verantwortliche aus dem Bereich Human Resources befragt wurden. Ganze 84 Prozent der Befragten (!) sehen Optimierungsbedarf beim Onboarding-Prozess in ihren Unternehmen.

Onboarding bislang wenig systematisch

Die Studie zeigt, dass das Onboarding in den befragten Firmen häufig noch wenig systematisch und innovativ erfolgt. Dadurch stellen die Unternehmen den Erfolg teurer, oft langwieriger Recruiting-Prozesse leichtfertig in Frage.

Selten Budgets vorgesehen

Nur wenige Arbeitgeber sehen für das wichtige Onboarding bislang ein eigenes Budget vor. Dabei sind die ersten Tage und Wochen im neuen Job entscheidend für die Mitarbeiterbindung an den neuen Arbeitsplatz. Die Zahlen sprechen für sich: 15 Prozent aller Neuanfänger im Job denken bereits am ersten Arbeitstag an Kündigung. Noch verheerender sieht die Situation bei den neu eingestellten Führungskräften aus. Hier ist die Fluktuation in den ersten 18 Monaten deutlich höher.

Effektives Onboarding fördert Mitarbeiterloyalität

Durch ein effektiv umgesetztes Onboarding können Unternehmen der hohen Fluktuation begegnen und die Mitarbeiterbindung in der Anfangsphase erheblich verbessern. Das zeigt die aktuelle Candidate Journey Studie 2017 von metaHR und stellenanzeigen.de. Onboarding-Maßnahmen wie

  • Schulungen in den ersten zwei Wochen nach Jobantritt,
  • detaillierte Erklärungen zu Arbeitsabläufen und Tätigkeiten,
  • Gespräche mit Vorgesetzten über Erwartungen und Ziele,
  • ein bereits am ersten Tag fertig eingerichteter Arbeitsplatz,
  • die Unterstützung durch erfahrene Angestellte als Mentoren oder Paten
  • sowie eine offizielle Begrüßung

fördern die Loyalität der neuen Mitarbeiter und das vom ersten Tag an. Sie helfen den frisch eingestiegenen Kollegen, sich fachlich und sozial in die neue Firma zu integrieren. Weitere wichtige Erfolgsfaktoren für einen effektiven Onboarding-Prozess sind

  • der Support des Vorgesetzten,
  • individuell angepasste Inhalte während der Einführung, die den neuen Mitarbeiter genau auf den Job vorbereiten, den er dann auch ausführen soll,
  • ein spezifisches Training on the Job in den ersten Wochen, bei dem auch die Guidelines der Firma vermittelt werden.

Und dann gibt es da noch ein paar ganz einfache Tricks für ein gelungenes Onboarding mit positivem Erinnerungseffekt:

  • Zwischen Arbeitsvertrag und erstem Arbeitstag in Kontakt bleiben.
  • Den neuen Mitarbeiter am ersten Tag einfach etwas später anfangen lassen, wenn die anderen Kollegen bereits am Platz sitzen.
  • Eine Information ans Team, dass ein neuer Kollege anfängt.
  • Eine Willkommensmappe mit wichtigen Infos für den ersten Tag bereitlegen.
  • Den neuen Mitarbeiter dem Team vorstellen.
  • Die ersten gemeinsamen Mittagspausen planen.
  • Für spannende Arbeitsaufgaben sorgen.

Unternehmen, die ihren Onboarding-Prozess derart gestalten, können die Loyalität neuer Mitarbeiter gezielt erhöhen. Übrigens: Durch den Einsatz spezieller Software-Lösungen lässt sich der Prozess im Unternehmen zusätzlich optimieren.

Quellen und mehr Infos

www.haufe.de/personal/hr-management/
hr-blog.prosoft.net
blog.prospective.ch
https://www.impulse.de/management/

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