So klappt es im Vorstellungsgespräch – Praxistipps von unseren Personalexperten

07.09.2017

Junge Frau im Vorstellungsgespräch

Klasse, deine Bewerbung war überzeugend und du wurdest zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Wie solltest du dich vorbereiten und was solltest du beachten, damit du beim vielleicht wichtigsten Termin deines Berufslebens voll punkten kannst? Wir haben ein paar Tipps für dich, die dich hoffentlich im nächsten Vorstellungsgespräch weiterbringen werden.

Mach deine Hausaufgaben!

Bereite dich gut auf das Vorstellungsgespräch vor. So gehst du selbstsicher und ohne Nervosität in den Termin und kannst mit deiner Persönlichkeit und deinem Wissen überzeugen. Mache dir im Vorfeld noch einmal dein Know-how und deine Berufserfahrung klar und überlege dir, wie du im Bewerbungsgespräch auftreten willst und mit welchem Erscheinungsbild du möglichst optimal rüberkommst. Stell dich vor den Spiegel oder suche dir eine Partner und spiele den Teil des Jobinterviews, in welchem du über dich und deine Berufserfahrung berichten sollst, einmal durch.

Lampenfieber vor dem Termin? So kannst du deine Nervosität bekämpfen!

Mach dir im Vorfeld klar, was bei dir Stress in Bezug auf das bevorstehende Jobinterview auslöst. Lege dir für Fragen und Situationen, die bei dir Stress bewirken könnten, Antworten und Reaktionen parat. Gehe vor dem Termin noch eine Runde laufen. So baust du Stress ab und bekommst deine Aufregung in den Griff. Ähnlich beruhigend wirken bestimmte Atemtechniken. Zähle dazu beim Einatmen bis drei. Halte anschließend die Luft an und zähle wiederum bis drei. Atme schließlich ebenfalls im Dreierrhythmus wieder aus. Wiederhole diese entspannende Atemübung im Vierer-, Fünfer und dann Sechser-Rhythmus. Nervosität ist allerdings nicht per se etwas Negatives. Sie ermöglicht es deinem Körper, Höchstleistungen zu erbringen und hilft dir dabei, dich voll auf das Jobinterview zu konzentrieren.
Mach dich ausgeruht auf den Weg und vermeide direkt vor dem Termin Stress bei der Anfahrt. Plane entsprechende Zeitpuffer ein. Gehe anschließend mit Zuversicht und Freude in das Gespräch. Lass klappernden Schmuck und andere Accessoires zuhause, da sie deine Körpersprache beeinflussen.

Es geht los. Die ersten Minuten zählen!

Personaler wissen bereits nach den ersten Minuten, ob du der oder die Richtige für den zu vergebenen Job bist. Ihr Bauchgefühl spielt dabei eine zentrale Rolle. Du musst also menschlich und professionell voll überzeugen und das von der allerersten Sekunde an! Konntest du bei der Begrüßung punkten, hast du den Job schon halb in der Tasche.

Zeig dich von deiner berufserfahrenen Seite!

Im Vorstellungsgespräch geht es um dich, deine Fachkenntnisse und deine Berufserfahrung. Du solltest dein professionelles Know-how also gut präsentieren können. Dabei solltest du ganz klar deine Stärken kennen, aber auch ehrlich zu deinen Schwächen stehen. Zeige durch deine beruflichen Erfolge, dass du deinem potenziellen Arbeitgeber tatsächlich einen Mehrwert bieten kannst. Denn darum geht es!

Punkte mit deinen Soft Skills!

Klar, in deinem Job bist du ein Profi und das zeigst du im Jobinterview auch. Aber wie steht es um deine Soft Skills? Sie sind genauso wichtig wie deine Hard Skills, denn dein Gegenüber will wissen, ob du gut ins bestehende Team passt. Versuche also auch mit deiner sozialen Kompetenz zu überzeugen und zeige, dass du die richtige Verstärkung fürs Team bist. Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Stressbewältigung oder Disziplin zählen genauso bei der schwierigen Kandidatenauswahl wie Berufserfahrung oder Fachexpertise.

Achte auf deine Körpersprache!

Wusstest du schon, dass du 80 Prozent einer Botschaft durch deine Körpersprache vermittelst? Deine Worte sollten daher immer zu deiner Mimik und Gestik passen. Sonst wirkst du unaufrichtig und verschenkst Sympathiepunkte, denn Recruiter achten genau auf deine Körpersprache!
So kannst du durch deine Körpersprache im Jobinterview punkten:

  • Halte dich aufrecht.
  • Gib bei der Begrüßung kurz aber herzlich die Hand. Nicht schütteln, sondern kurz und nicht zu fest drücken.
  • Schau deinem Gesprächspartner in die Augen.
  • Setze dich erst hin, wenn dir ein Sitzplatz angeboten wird.
  • Sitze aufrecht aber entspannt.
  • Lege deine Hände auf den Tisch.
  • Durch lächeln oder nicken zeigst du Sympathie und Interesse.
  • Trete eher zurückhaltend und nicht zu forsch auf.
  • Du hast Schweißhände? Dann wasche dir kurz vor dem Termin noch einmal deine Hände.

Achtung: Stressfragen!

Personaler versuchen immer gern, dich etwas aus der Reserve zu locken. Dazu haben sie listige Stressfragen parat. Ein paar Beispiele: Bist du bereit, Überstunden zu machen? Warum hast du so lange studiert? Wie schätzt du deine Leistung im Vorstellungsgespräch ein? Ist dir Karriere oder Familie wichtiger?
Reagiere auf solche Stressfragen niemals gereizt, sondern überlege ruhig deine Antwort. Dein Gesprächspartner interessiert sich nämlich viel mehr für deine Reaktion. Deine tatsächliche Antwort ist ihm gar nicht so wichtig. Du bist Berufseinsteiger? Dann musst du noch nicht mit Stressfragen rechnen.

Sei kreativ: Brainteaser!

Nicht nur mit Stressfragen möchten Personaler hinter deine Fassade schauen. Ein ebenso beliebtes und gern eingesetztes Mittel sind sogenannte Brainteaser. Das sind kleine Aufgaben, die auf den ersten Blick unlösbar erscheinen. Mit diesen Brainteasern will dein Gesprächspartner herausfinden, wie schnell du in Stress gerätst und wie du an Lösungen herangehst. Je kreativer und logischer dein Lösungsweg ist, umso besser. Auch hier ist die tatsächlich richtige Lösung eigentlich gar nicht so wichtig.

Zeige Interesse durch eigene Fragen!

Du interessierst dich ehrlich für den angebotenen Job und hast dich mit deinem hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber beschäftigt? Dann zeige es und stelle eigene Fragen im Jobinterview. Dadurch kannst du wichtige Punkte sammeln. Ausgangspunkt für deine Fragen kann die Stellenausschreibung oder die Selbstdarstellung des Unternehmens im Netz sein. Aber Frage deinem Gegenüber bitte keine Löcher in den Bauch: Zwei bis vier Fragen reichen völlig aus!

Verzichte auf Übertreibungen!

Im Bewerbungsgespräch machst du natürlich auch Werbung in eigener Sache. Bleib dabei aber bitte auf dem Boden. Markige Sprüche wie „Ich mache alles für Sie.“ oder „Das kann ich perfekt.“ sind Übertreibungen, die deine Glaubwürdigkeit als Kandidat in Frage stellen oder gar ruinieren können.

Bewahre nach dem Vorstellungsgespräch die Ruhe!

Habe ich den Job? Diese Frage brennt dir natürlich unter den Nägeln. Trotzdem solltest du nach dem Vorstellungsgespräch erst einmal die Füße stillhalten und dem Arbeitgeber Zeit und Ruhe für eine Entscheidung lassen. Wann du eine Rückmeldung erwarten kannst, dass erfährst du zumeist direkt im Vorstellungsgespräch. Die Faustregel sind ein bis zwei Wochen. Lass das Vorstellungsgespräch noch einmal Revue passieren. Was hast du deiner Meinung nach gut gemacht und wo musst du dich das nächste Mal besser vorbereiten? Was hast du über das Unternehmen erfahren? Hat es dich als möglicher neuer Arbeitgeber überzeugt und passen die Rahmenbedingungen wie Gehalt oder Arbeitszeiten?

Auf in die zweite Runde!

Gerade wenn es um Führungspositionen geht, setzen viele Unternehmen nicht nur auf einstufige Auswahlverfahren. Nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch folgt hier häufig eine zweite Runde. Die kann z. B. ein zweites Gespräch mit dir als Bewerber oder ein Assessment Center beinhalten. Richte dich darauf ein!

Mal kein Erfolg? Egal, du hattest ein gutes Training!

Du hast eine Absage erhalten? Dann nimm es mit Fassung und auf keinen Fall persönlich. Ein Tipp: Smalltalk, Kennenlernen, Selbstpräsentation, Rückfragen, Abschluss – Bewerbungsgespräche laufen in der Regel nach einem ähnlichen Schema ab. Mit jedem Gespräch bekommst du mehr Routine. Sieh Vorstellungsgespräche, bei denen du dich nicht durchsetzen konntest, daher immer auch als Training fürs nächste Spiel.
Wir wünschen dir viel Erfolg!

Die Onlinestellenbörse monster.de hat die zehn häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch zusammengestellt:

  1. Erzählen Sie mir etwas über sich!
  2. Warum haben Sie sich bei uns beworben?
  3. Aus welchem Grund wollen Sie Ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen?
  4. Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  5. Was möchten Sie in drei/fünf/zehn Jahren erreicht haben?
  6. Warum denken Sie, die richtige Besetzung für diese Stelle zu sein?
  7. Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?
  8. Was stört Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  9. Was würden Sie gerne verdienen?
  10. Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Unsere Quellen und mehr Infos

karrierebibel.de
www.absolventa.de
www.monster.de
www.sueddeutsche.de/karriere/
www.sueddeutsche.de
www.zeit.de/campus/
www.stern.de/wirtschaft/job/