Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft …

06.04.2018

… oder vom „Müller“ zum „Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft“

Wissenschaftsjahr 2018 - Arbeitswelten der Zukunft

Wissenschaftlicher Elfenbeinturm trifft Arbeitsleben: Beim Wissenschaftsjahr 2018 dreht sich alles um die Arbeitswelten der Zukunft. Unter dem Motto „Erleben. Erlernen. Gestalten.“ könnt ihr alle mitmachen, Fragen stellen und gemeinsam mit den Forschern nach Antworten und Lösungen für unser Arbeitsleben von morgen suchen. Eine tolle Chance!

Digitalisierung, Digitalisierung und … Digitalisierung

Im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres 2018 stehen die Themen Digitalisierung (logisch;-)), künstliche Intelligenz sowie alternative Arbeitsmodelle. Ganz praktisch geht es um so wichtige Fragen wie: Wie werdet ihr übermorgen arbeiten? Wie könnt ihr euch bestmöglich auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes von morgen vorbereiten? Wird euer neuer Kollege ein Roboter sein oder euer nächster Arbeitsplatz irgendwo im Grünen liegen?
Die Themenfelder des Wissenschaftsjahres sind hochspannend und gehen letztlich jeden von euch etwas an. Denn jeder von euch wird früher oder später über sie stolpern bzw. von ihnen einen kräftigen Push für sein eigenes (Berufs-)Leben mitnehmen können. Wir möchten euch das Themenspektrum kurz vorstellen, um so eure Zukunftsfantasien anzuregen.

Arbeitswelten der Zukunft: Wachsende und lernende Arbeitswelt

Moderne Technologien bringen für jeden, der damit arbeitet, ganz neue Möglichkeiten. Allerdings nur dann, wenn man die neuen Technologien und ihre Potenziale kennt und auch kompetent einzusetzen weiß. Das bedeutet für euch, ihr müsst euch auch nach Schule, Ausbildung oder Studium weiter bilden und das regelmäßig – ein Leben lang. Ideen, die diskutiert werden, sind: Teilzeit + Weiterbildung als Arbeitsmodell, Berufsauszeit zur Weiterbildung oder gar eine gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung. Vor allem der kompetente Umgang mit Daten (Stichworte: Big Data und Datenschutz) wird zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen. An Industriearbeitsplätzen, beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder im Marketing.

Arbeitswelten der Zukunft: Vernetzte und automatisierte Arbeitswelt

Automatisierung

Viele von euch werden sich an Roboter als neue Kollegen gewöhnen müssen. Pflege, Lehre, Dienstleistungsbranche, Landwirtschaft oder Industrie – in vielen Branchen werden die künstlichen Kollegen Aufgaben übernehmen. Allerdings werden sie auch immer Menschen benötigen, die sie programmieren, kontrollieren und steuern. Das wird in Zukunft verstärkt eure Aufgabe sein. Persönliche Gespräche, kreative Lösungen, Entscheidungen mit Augenmaß – hier stoßen Roboter an ihre Grenzen und genau hier seid ihr auch in Zukunft mit euren Talenten gefragt.

Vernetzung

Die Zusammenarbeit von Menschen überall auf der Welt wird sich durch die Digitalisierung weiter verändern. Es ist egal, ob ihr ganz klassisch im Büro, bei euch zu Hause oder auf einer Yacht am anderen Ende der Welt sitzt, über das Internet könnt ihr von jedem Ort aus miteinander kollaborieren und neue Produkte oder Lösungen entwickeln.

Arbeitswelten der Zukunft: Innovative und organisierte Arbeitswelt

Ganz gleich, in welcher Branche ihr tätig seid, die Digitalisierung wird sie tiefgreifend verändern. Wie radikal der Wandel sein wird, das spürt ihr bereits heute. Viele Jobprofile haben sich mittlerweile verändert und ganz neue Jobprofile sind entstanden, um die Digitalisierung produktiv nutzbar zu machen. Das beste Beispiel für den radikalen Wandel ist die klassische Fließbandarbeit. Wo früher Menschen arbeiteten, sind heute Roboter am Werk. Den häufig düsteren Prognosen zum Trotz gehen dadurch jedoch nicht massenweise Arbeitsplätze verloren. Vielmehr wandelt sich die Arbeit der Menschen, denn gute Automatisierung klappt nur, wenn Menschen sie programmieren, kontrollieren und steuern. Und seid einmal ehrlich: Wenn euch Maschinen harte oder anstrengende Tätigkeiten abnehmen, könnt ihr ganz gut damit leben oder?

Arbeitswelten der Zukunft: Vielfältige und gestaltbare Arbeitswelt

Flexibilität

Könnt ihr euch mit Homeoffice, Crowdworking oder Teilzeitarbeit anfreunden oder nutzt ihr vielleicht sogar bereits diese Möglichkeiten? Dann seid ihr Teil des Trends zu mehr Freiheit und Flexibilität im Arbeitsleben sowie Vorreiter der sich wandelnden Einstellung zur Arbeit in unserer Gesellschaft. Wie eure Arbeitstage aussehen und wie viel Platz Arbeit in eurem Leben einnehmen soll, das könnt ihr heute stärker denn je mitgestalten.

Chancengleichheit

Neben Freiheit und Flexibilität wird Chancengleichheit von Frauen ein wichtiges Zukunftsthema bleiben – gerade auch bei der Besetzung von Führungspositionen sowie beim Frauenanteil in den sogenannten MINT-Berufen. Darüber hinaus ergeben sich auch für Menschen mit Behinderungen durch moderne Technologien ganz neue Möglichkeiten und Chancen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Denkanstöße für euch

Wie ihr sehen könnt, bietet das Wissenschaftsjahr „Arbeitswelten der Zukunft“ viele spannende Themen an, über die sich auch für Nicht-Wissenschaftler das Nachdenken lohnt. Jeder von euch sollte sich angesprochen fühlen – denn hier ist Forschung ganz dicht dran an eurem täglichen Arbeitsleben. Ihr wollt mehr erfahren oder die Arbeitswelten der Zukunft sogar live erleben? Wir haben Expertenmeinungen und Erlebnisorte als Denkanstöße für euch.

Flexibel, hybrid, digital: Was sagen renommierte Forscher zu den Arbeitswelten der Zukunft?

Wir haben ein paar interessante Statements für euch zusammengestellt, die das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa)

„Die zukünftige Arbeitswelt basiert auf der immer kraftvoller werdenden Flexibilisierung, Vernetzung und Individualisierung der Arbeit. Dimensionen der Flexibilisierung sind Arbeitsort, Arbeitszeit und Arbeitsstrukturen. Resultierend daraus entwickeln sich vielfältige Szenarien von mobilen und vernetzten Arbeitssystemen.“

Prof. Dr. Sabine Pfeiffer, Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen

„Es ist wichtig, dass wir die digitale Arbeitswelt so gestalten, dass alle Teil dieser Arbeitswelt sind.“

Prof. Dr. Wolfgang Ewer, Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe e. V. (BFB)

„Wissen ist ein Rohstoff, der sich selbst beflügeln muss, damit Deutschland im Zuge von Digitalisierung und demografischem Wandel Land der Könnerinnen und Kenner bleibt.“

Prof. Dr. Christoph Igel, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

„Es sollen „hybride Teams“ entstehen, in denen der Mensch mit autonomen Systemen am Arbeitsplatz zusammenarbeitet; also solche Teams, die die Vorteile von Mensch und intelligenter Maschine gleichermaßen nutzen.“
„Traditionelle Formen der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung werden räumlich und zeitlich aus dem Seminarraum an den Arbeitsplatz verlagert. Die Wissenschaft nennt dies „in situ learning“ oder „learning on the shopfloor“.“

Trendforscherin Birgit Gebhardt

„Humane Arbeit wird Lernen sein: kommunikativ, interaktiv, experimentell und kreativ. Das spricht für neue Lehrkonzepte, neue Arbeitsweisen, neue Schulen und neue Büros.“

Prof. Dr. Armin Grunwald, Karlsruher Institut für Technologie

„Auf jeden Fall wird die Umwälzung des Arbeitsmarkts im Zuge der Digitalisierung soziale Kosten erzeugen. Hier ist vorausschauendes Handeln geboten, vor allem im Bereich der Aus- und Weiterbildung.“
„Ob die Zukunft der Arbeit gut wird oder zu massiven sozialen gesellschaftlichen Problemen führen wird, ist weder Schicksal noch Verhängnis. Vielmehr ist es unsere Aufgabe, die Transformation als Prozess vorausschauend und aktiv zu gestalten.“

Prof. Dr. Bertolt Meyer, TU Chemnitz

„Manuelle und einfache Arbeiten werden verschwinden und durch neue Tätigkeiten ersetzt. Das erfordert neue Kompetenzen und eine möglichst breit gefächerte Qualifizierung.“

Prof. Dr. Michael S. Aßländer, Technische Universität Dresden

„Nichts scheint das Leben des modernen Menschen mehr zu bestimmen als seine berufliche Arbeit.“

Stimmt ihr den Experten zu oder habt ihr zu einzelnen Statements eine andere Meinung? Wir freuen uns auf eure Kommentare zum Thema über unsere Facebook-Fanpage.

Wo könnt ihr die Arbeitswelten der Zukunft schon heute erleben?

Ihr wollt schon einmal in der Zukunft Probearbeiten? Wir haben ein paar Mitmach- und Erlebnistipps für euch.

Das Future Work Lab – Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik in Stuttgart

Im Innovationslabor könnt ihr Industriearbeit 4.0 live kennenlernen und am eigenen Leib ausprobieren, welche Potenziale in den Arbeitswelten von morgen z. B. dank des Einsatzes von Exoskeletten stecken. An regelmäßigen Open Lab Days seid ihr im Future Work Lab herzlich willkommen.
https://futureworklab.de/

COCONAT – community and concentrated work in nature, Brandenburg

Könnt ihr euch einen ehemaligen Gutshof in der brandenburgischen Natur als Arbeitsplatz vorstellen? Dann seid ihr im COCONAT Space richtig. Das Unternehmen bietet Coworking Spaces für Selbständige, Kreative und Start-Ups. Der Clou: Im COCONAT könnt ihr Arbeit und Freizeit in der Natur unmittelbar miteinander verbinden und so eine mögliche Arbeitswelt der Zukunft entspannt kennenlernen.
http://coconat-space.com/de/

Demonstrationsfabrik Aachen – RWTH Aachen

In der Demofabrik Aachen könnt ihr Industrie 4.0 schon heute erleben und das ganz praktisch. Die Fabrik ist eine Kooperation von Wissenschaft und Industrie und zeigt Produktionsabläufe 4.0 in einer realen Fabriksituation (Blechverarbeitung). In der Demofabrik ist allerdings nicht nur zuschauen erwünscht, ihr könnt auch selbst aktiv werden und experimentieren. Erfahrene Wissenschaftler unterstützen euch dabei.
http://demofabrik-aachen.rwth-campus.com/

DASA – Arbeitswelt Ausstellung, Dortmund

In Dortmund stellt euch die DASA-Arbeitswelt-Ausstellung die Arbeitswelten von gestern, heute und morgen vor. Sie ist mit 13.000 Quadratmetern die größte Ausstellung ihrer Art in Deutschland und bietet neben einer Dauerausstellung immer wieder wechselnde Sonderausstellungen an. Vom LKW-Simulator bis zum DASA-Drom, einem Warenlager mit umfallenden Regalen, könnt ihr hier jede Menge Arbeitswelt erleben.
https://www.dasa-dortmund.de/

MS Wissenschaft „Arbeitswelten der Zukunft“ auf Tour

Leinen los! Das Wissenschaftsjahr geht auf Reisen mit der MS Wissenschaft. Das umgebaute Frachtschiff startet ab 15.05.2018 auf große Deutschland-Tour. Mehr Infos zum Schiff und seinen Stationen findet ihr unter: https://ms-wissenschaft.de/

Mitmachen: Schreibt eure eigenen Visionen zu den Arbeitswelten der Zukunft auf!

Ihr habt eine eigene Idee, wie die Arbeitswelten der Zukunft aussehen können? Dann schreibt sie auf z. B. als Kurzgeschichte, fiktive Stellenanzeige oder Gedicht. Macht mit beim Schreibwettbewerb FutureJobs für Jugendliche und junge Erwachsene anlässlich des Wissenschaftsjahrs auf LizzyNet.de. Einsendeschluss ist der 01. August 2018. Alle Infos zum Schreibwettbewerb und zu anderen Wettbewerben rund ums Wissenschaftsjahr findet ihr unter https://www.wissenschaftsjahr.de/2018/neues-aus-den-arbeitswelten/alle-aktuellen-meldungen/maerz-2018/schreibwettbewerb-futurejobs-startet/ sowie unter https://www.wissenschaftsjahr.de/2018/mitmachen/. Viel Spaß!

Arbeitswelten der Zukunft: Unsere Quellen und mehr Infos

www.wissenschaftsjahr.de
www.bmbf.de
www.youtube.com/user/wissenschaftsjahr
ms-wissenschaft.de