Angsthase, Kumpel oder Charmeur: Welcher Bewerbertyp bist du?

Was für ein Bewerbertyp bist du? Wir stellen dir eine Reihe typisch schräger Bewerber vor, die für uns zum normalen Bewerberalltag gehören.

Als Personalexperten haben wir tagtäglich mit den verschiedensten Bewerbertypen zu tun. Das Spektrum reicht von absolut schräg bis zu total sympathisch. Welcher Bewerbertyp bist du? Wir stellen dir eine Reihe typisch schräger Bewerber vor, die für uns zum normalen Bewerberalltag gehören.

Der ängstliche Bewerber

Für ängstliche Bewerber sind Jobinterviews der blanke Horror. Derartige Gespräche sind für sie eine hohe Hürde, die sie irgendwie überwinden müssen. Dabei sitzt ihnen die Angst vor dem Misserfolg ständig im Nacken. Das Unwohlsein kann man diesem Bewerbertyp deutlich ansehen, was die Chancen im Bewerbergespräch nicht gerade steigert. Er leidet unter Symptomen wie unsicherer Sprachgebrauch, Schweißausbrüche sowie verkrampftes Äußeres.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Tief durchatmen
  • Locker bleiben
  • Bewerbungsgespräche trainieren

Der sich unter Wert verkaufende Bewerber

Es ist schon irgendwie paradox. Dieser Bewerbertyp weiß genau, dass er den Wunschjob eigentlich sehr gut kann. Allerdings kann er aus Zurückhaltung oder Bescheidenheit sein Know-how nicht gut verkaufen. Er ist kein begnadeter Selbstvermarkter, der seine eigenen beruflichen Leistungen mit starken Worten vor anderen ausrollen kann. Das Ergebnis: Obwohl er eigentlich ein Topkandidat für den ausgeschriebenen Job wäre, landet er bei der Bewerberauswahl nur im häufig chancenlosen Feld der durchschnittlichen Kandidaten. Außer, er trifft auf einen talentierten Personaler, der genau hinschaut und sein berufliches Können erkennt.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

Der einen auf Kumpel machende Bewerber

Dieser Bewerber schalltet im Bewerbergespräch fast automatisch in den Du-Modus. Er fühlt sich schon beim ersten Besuch in den Räumen seines potenziellen Arbeitgebers wie zu Hause. Neugierig und unbedarft schaut er überall einmal rein. Das Gespräch würde er am liebsten als gemütlichen Plausch in der Büroküche durchführen. Auf Personaler wirkt diese kumpelhafte Art eher respektlos. Schließlich hat der Kandidat noch keinen Vertrag in der Tasche und gehört auch noch nicht zum Team.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Mit den Regeln für Vorstellungsgespräche beschäftigen
  • Grenzen wahrnehmen und akzeptieren

Der dick auftragende Bewerbertyp

Dieser Bewerbertyp ist nicht nur sehr selbstbewusst unterwegs, sondern legt immer noch einen drauf. Im Jobinterview kommt das ziemlich arrogant und überheblich rüber. Leider vergisst er beim heldenhaften Feuerwerk seiner eigenen Leistungen gerne einmal den Perspektivwechsel, nämlich was sein potenzieller Arbeitgeber von seinem ganzen Können eigentlich hat. Besondere Vorsicht bringen Personaler den dick auftragenden Bewerbern entgegen, bei denen sie hinter der großartigen Fassade Tricksereien vermuten. Hartnäckiges Nachfragen bringt bei diesen Kandidaten schnell den künstlich aufgeblähten Lebenslauf zum Einsturz. Aus großen Projekten und Erfolgen werden dann plötzlich durchschnittliche Leistungen, die den Kandidaten allenfalls im Mittelfeld platzieren.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Perspektivwechsel und bescheideneres Auftreten üben
  • Überlegen, wie dein Wunscharbeitgeber von deinen Leistungen als Bewerber profitiert
  • Beim Lebenslauf auf dem Boden der Tatsachen bleiben

Der sich anbiedernde Bewerber

Dieser Bewerbertyp schmeißt sich so richtig ans Wunschunternehmen heran. Er überschüttet es mit Komplimenten für Mitarbeiter, Produkte, Unternehmensphilosophie. Damit überspannt er den Bogen allerdings maßlos. Denn Personaler entschärfen diese überzogene Begeisterung schnell als unecht und unehrlich. So kommt das ganze Anbiedern nicht als Begeisterung rüber, sondern als unehrliche Show.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Etwas weniger Begeisterung zeigen
  • Wenige, dafür aber zu 100 Prozent ehrlich gemeinte Komplimente platzieren

Der lästernde Bewerbertyp

Dieser Bewerbertyp schweift im Jobinterview gerne ab. Er lästert über seinen alten Arbeitgeber, über frühere Kollegen und Vorgesetzte. Ungehemmt packt er Informationen über seinen Ex-Arbeitgeber auf den Tisch, in der Hoffnung, bei seinem potenziellen Arbeitgeber punkten zu können. Allerdings geht diese Rechnung nicht auf. Denn welches Unternehmen holt sich gerne einen neuen Mitarbeiter ins Haus, der später wahrscheinlich über ihn lästern wird. Gleichzeitig erhält der Bewerber den Stempel „unprofessionell“.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Auf deine eigenen Stärken besinnen, statt über die ehemaligen Kollegen herzuziehen
  • Insiderwissen kompetent und sensibel vermitteln, ohne eventuell vertrauliche Informationen leichtsinnig zu verbreiten

Der überpenibel vorbereitete Bewerber

Dieser Bewerbertyp will im Jobinterview nichts dem Zufall überlassen. Er bereitet sich umfassend vor und sucht schon vorher auf jede mögliche Frage eine Antwort. Daraus resultiert allerdings ein Problem: Im Bewerbergespräch ist der Kandidat zwar bestens vorbereitet, aber auch sehr unflexibel. Kommt dann doch einmal eine Frage, die er nicht auf dem Schirm hatte, bringt ihn das komplett aus dem Konzept.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Gründlich vorbereiten, aber auch Fragen einplanen, die du spontan beantworten musst
  • Offen ins Gespräch gehen und nicht zwanghaft an den Vorbereitungen kleben

Der Bewerber vom Typ Anmacher

Ein Jobinterview ist keine Kontaktbörse. Das haben Bewerber vom Typ Anmacher leider noch nicht verstanden. Wer die Recruiterin mit schönen Augen bezirzen will oder den Recruiter mit Minirock und weitem Ausschnitt bedrängt, der ist schon aus dem Rennen. Flirten und Jobsuche passen nicht zusammen.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Die Trennung von privat und geschäftlich üben
  • Bei Kleidung und Styling für das nächste Jobinterview recherchieren, wie sich die Mitarbeiter des potenziellen Arbeitgebers so kleiden

Der muss halt Geld verdienen Bewerber

Der muss halt Geld verdienen Bewerber arbeitet nur, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können. Sonst hat er mit Arbeit nicht viel am Hut. Er möchte lieber seinen persönlichen Interessen und Hobbies nachgehen. Das ist soweit auch o. k., versetzt Personaler allerdings nicht in Begeisterungsstürme, wenn diese Haltung zu offensichtlich kommuniziert wird. Daher sollten auch diese Bewerber ein gewisses Maß an Freude und Begeisterung für den neuen Job an den Tag legen.

Du zählst dich zu diesem Bewerbertyp und willst deine Jobchancen verbessern?

Unsere Tipps:

  • Zu viele Fragen zu Urlaubstagen oder Regelungen bei Überstunden vermeiden
  • Wirkliches Interesse für den angestrebten Job zeigen
  • Große Geschichten über die eigenen Interessen und Hobbies weglassen

Hast du deinen Bewerbertyp gefunden? Nein? Dann freu dich!

Du hast lange überlegt, kannst dich aber keinem der beschriebenen Bewerbertypen hundertprozentig zuordnen? Das ist gut möglich, denn natürlich sind die vorgestellten Typen Extreme. Du kannst z. B. irgendwo dazwischenliegen. Dies dürfte deine Jobchancen allerdings eher verbessern als verschlechtern. Daher wünschen wir dir viel Erfolg beim nächsten Jobinterview.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.karriere.at
www.karriere.at/blog/
arbeits-abc.de
news.kununu.com
www.wiwo.de/erfolg/jobsuche/

Noch ein Tipp:

In unserem nächsten Beitrag schauen wir uns die andere Seite genauer an und stellen dir typische Personaler vor, auf die du im Jobinterview treffen kannst.