Frauen und Karriere – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Junge Karrierefrau: Frauen und Karriere in Deutschland - Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Frau und Karriere? Ja, das passt. Denn auch Frauen wollen in Deutschland Karriere machen. Das zeigt eine Umfrage des Instituts Chivey unter 5.000 Frauen und Männern.

Das Ergebnis der großangelegten Studie:

  • 36,9 Prozent der interviewten Frauen streben in ihrer Karriere eine oder weitere Führungspositionen an.
  • 47,6 Prozent haben keine oder keine großen Karriereambitionen.
  • Rund 40 Prozent der Frauen sind der Auffassung, dass sie ihre Karrierevorstellungen auch umsetzen können. Weitere rund 40 Prozent sind allerdings nicht so zuversichtlich.

Frauen und Karriere: Große Chancen in kleinen Firmen

Dabei haben Frauen in der deutschen Wirtschaft vor allem Chancen in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Je kleiner das Unternehmen, desto höher ist die Quote von Managerinnen. Gerade in Kleinunternehmen besetzen Frauen über ein Drittel der Managementpositionen in der mittleren Führungsebene. Ihre Führungsarbeit wird dort sehr geschätzt.

Im Top-Management großer deutscher Konzerne sind Frauen hingegen nach wie vor eher Exoten. Der Frauenanteil im Vorstand der 30 größten Börsenunternehmen lag 2018 bei 13,4 Prozent und stagnierte damit auf dem Vorjahresniveau. Bei den mittelgroßen Unternehmen im MDax lag der Anteil der weiblichen Top-Manager sogar nur bei 6,8 Prozent. Im internationalen Vergleich fällt Deutschland damit im Bereich Diversität auch im Vergleich zu Ländern mit einer Quotenlösung immer weiter zurück.

Karrierestolpersteine: Familie und männliche Monokultur

In Führungspositionen haben Frauen mit spezifischen Schwierigkeiten zu kämpfen:

  • Auf der einen Seite stehen sie vor der großen Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. So bedeutet die Babypause für viele Frauen einen Karriereknick. Gleichzeitig bestehen nach wie vor gesellschaftliche Vorbehalte gegen Mütter, die berufstätig sind.
  • Auf der anderen Seite haben sie es gegenüber ihren männlichen Kollegen und der „männlichen Monokultur“ (Dr. Wiebke Ankersen, Geschäftsführerin der AllBright Stiftung Berlin) an den Unternehmensspitzen nicht immer leicht. Diese männliche Monokultur in deutschen Vorständen könnte allerdings nach Ansicht von Christian Berg, ebenfalls Geschäftsführer von AllBright, durchaus zum Risiko für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen werden. Da sich darin eine veraltete Sicht auf Qualifikation, Kompetenz und Führungskultur spiegele. Vielfältig aufgestellte Führungsteams seien unvorhersehbaren Herausforderungen oft besser gewachsen.

Frauen und Karriere: Gemeinsam für mehr Frauen in Führungspositionen

Um Frauen den Weg in Führungspositionen zu ebenen, sollten Unternehmen ihnen die dazu notwendigen Erfahrungen ermöglichen. Gleichzeitig sollten die Frauen auch selbst aktiv werden und ihre eigenen Karriereinteressen und Leistungen den Vorgesetzten angemessen kommunizieren. Denn nur gute Arbeit zu leisten, reicht für die Karriere häufig nicht.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.fr.de/leben/
initiative-chefsache.de
www.welt.de/wirtschaft/
www.allbright-stiftung.de

Mehr Tipps für Frauen mit Karriereambitionen finden Sie unter anderem hier: www.stepstone.de