Frauenpower? Männer dominieren weiter den MINT-Bereich

Wenig Frauen in vielen MINT-Bereichen

Es wird viel getan, um Frauen stärker für technische Berufe zu interessieren. Trotzdem bewerben sich auf MINT-Jobs nach wie vor überwiegend Männer. Frauen streben weiter vor allem in die typischen Frauenberufe oder beginnen ein Studium. Das zeigen Auswertungen des DIHK sowie eine groß angelegte Studie der Online-Stellenbörse Stepstone.

Extremer Frauenmangel in vielen MINT-Bereichen

In technischen Berufen sind Frauen nach wir vor Exoten. Ihr Anteil bei den Beschäftigten in MINT-Berufen ist mit 15 Prozent (Stand 2017 nach Bundesagentur für Arbeit) weiter unterdurchschnittlich. Egal ob Elektrotechnik, Maschinenbau oder Webentwicklung, schreiben Unternehmen in diesen Bereichen Stellen aus, erhalten sie vor allem männliche Bewerber. Das unrühmliche Schlusslicht bilden Stellen für Maschinenbauingenieure und Mechatroniker. Der Frauenanteil unter den Bewerbern für diese Jobs liegt bei gerade einmal fünf Prozent. Maschinenbauingenieurinnen und Mechatronikerinnen scheint es also auf dem deutschen Arbeitsmarkt so gut wie nicht zu geben. Ähnlich düster sieht es in anderen Ingenieursberufen aus. So sind bei Ingenieuren für Fahrzeugtechnik nur sechs Prozent der Bewerber weiblich, bei Elektroingenieuren sieben Prozent und bei Ingenieuren für Automatisierungstechnik lediglich neun Prozent.

Forschung & Entwicklung setzt positiven Trend

Etwas besser sieht es im Bereich Software- und Webentwicklung aus. Dort liegt der Anteil der Bewerberinnen immerhin bei rund 20 Prozent – bei Jobs in der SAP- und ERP-Beratung sogar bei 28 Prozent. Ein positives Signal setzt der Bereich Forschung und Entwicklung. Hier liegt der Anteil der Bewerberinnen sogar bei 56 Prozent und übersteigt damit den Anteil männlicher Bewerber.

MINT vs. Frauenberufe – nur langsam ändert sich was

Trotz dieses kleinen MINT-Lichtblicks strömen Frauen weiter vor allem in die typischen Frauenberufe. Bei Stellen in der Assistenz oder im Sekretariat sind laut der aktuellen Studie 87 Prozent der Bewerber weiblich. In der besonders unter Fachkräftemangel leidenden Pflege sind es gut 76 Prozent.

Die Zahlen machen deutlich, dass klassische Rollenbilder und Klischees auch bei der Ausbildungs- und Berufswahl erstaunlich stabil sind. Sie ändern sich nur sehr langsam, was auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bestätigt. Der DIHK schaute sich dazu die beliebtesten Ausbildungsberufe beider Geschlechter für die Jahre 2016 bis 2018 genauer an und verglich sie miteinander. Dabei gab es vor allem in zwei Berufen positive Veränderungen: 1. Mehr junge Frauen streben den Beruf der Fachinformatikerin an. 2. Auch der Beruf des Kraftfahrzeugmechatronikers wird bei Mädchen zunehmend begehrter.

Ausgebremst werde dieser positive Trend allerdings dadurch, dass viele junge Frauen und Männer nur die Top Ten der Ausbildungsberufe kennen würden, obwohl sie zwischen Hunderten von Ausbildungen wählen könnten. Darüber hinaus streben junge Frauen offenbar häufiger an die Hochschulen als in eine Ausbildung.

MINTeressiert? Jetzt informieren

Unser Tipp: Für Frauen und Mädchen, die unabhängig von Klischees und Rollenbildern mehr über die MINT-Berufe erfahren möchten oder ihre Zukunft in einem dieser Berufe sehen, gibt es unter www.komm-mach-mint.de viele wichtige Informationen, Veranstaltungstermine sowie eine MINT-Jobbörse.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.personalwirtschaft.de/recruiting/
www.stepstone.de
www.komm-mach-mint.de
www.spiegel.de/karriere/
www.spiegel.de/lebenundlernen/job/
statistik.arbeitsagentur.de (Broschüre als PDF-Download)