Bewerbergespräch: In wenigen Fragen zum richtigen neuen Mitarbeiter

24.04.2018

Bewerbergespräch: In wenigen Fragen zum richtigen neuen Mitarbeiter

Wie schwierig ist es eigentlich, unter unzähligen Bewerbern, den richtigen Mitarbeiter zu finden? Wie kann man wirklich gute Bewerber von Blendern unterscheiden, die sich nur sehr gut verkaufen? Mit den richtigen Fragen im Bewerbergespräch wird die zielsichere Auswahl der besten Kandidaten zum Kinderspiel. Das Gute: Schon wenige Fragen reichen aus, um Bewerber herauszufiltern, die gut zum eigenen Unternehmen passen. Wir stellen Ihnen heute zwei Fragestrategien vor, wie sie auch in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels die richtigen Mitarbeiter finden.

Die Vier-Fragen-Strategie

Mit nur vier Filterfragen schafft es David Walter, Chef eines erfolgreichen US-Immobilienunternehmens, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Dabei greift er auf Erfahrungen zurück, die er in über 1.000 Vorstellungsgesprächen mit den unterschiedlichsten Bewerbern sammeln konnte.

Frage Nr. 1: Wie hat dich das Arbeitsklima beim alten Arbeitgeber motiviert bzw. demotiviert?

Nach Ansicht von David Walker verraten Bewerber, wenn sie über ihren früheren Arbeitgeber reden, auch viel über sich selbst. Und mehr noch – sie verraten auch, ob sie sich überhaupt mit dem Thema Arbeitsklima auseinandersetzen.

Frage Nr. 2: Wie war der beste Chef, den du jemals hattest?

Auch die Antwort auf diese Frage verrät einem Geschäftsführer oder Personaler, wie ein Bewerber denkt. Benötigt er genaue Anweisungen oder möchte er sich lieber auf Augenhöhe mit seinen Vorgesetzten austauschen? Wünscht er sich ein Arbeitsklima das durch Offenheit und partnerschaftlichen Umgang miteinander geprägt ist oder will er eher seine Ruhe?

Frage Nr. 3: Wie hast du in der Vergangenheit einen Konflikt mit einem Kollegen gelöst?

Hier bittet David Walker die Kandidaten, ein konkretes Beispiel zu nennen. Die Beschreibungen lassen seiner Ansicht nach tief blicken. Unter anderem verrät die Antwort auf diese Frage, was ein Kandidat unter einem Konflikt versteht und wie er sich auch tatsächlich in einer solchen Situation verhalten würde. Den richtigen Umgang mit Konflikten versteht David Walker als einen entscheidenden Faktor für eine Unternehmenskultur, die von Respekt und Kollegialität geprägt ist.

Frage Nr. 4: Wie oft möchtest du in deiner angestrebten Position Feedback erhalten und wie?

Die Antwort auf diese Frage zeigt, was ein Bewerber unter Feedback versteht und ob der Kandidat somit zur Feedbackkultur in einem Unternehmen passt. Geht es beim gewünschten Feedback um eine Leistungsbewertung oder um eine Einschätzung der eigenen Person? Wird ein Jahresgespräch oder wöchentlich Feedback erwartet?

Mit nur vier Fragen zum richtigen neuen Mitarbeiter? Ob diese Strategie auch in ihrem Fall zum Mitarbeitererfolg führen kann, das testen Sie am besten in den nächsten Bewerbergesprächen aus. Sollte diese minimalistische Fragestrategie für Ihre Talentauswahl nicht ausreichen, möchten wir Ihnen noch eine interessante Alternative vorstellen.

Bewerbergespräch: Die Sieben-Fragen-Strategie

Nicht mit vier aber mit sieben Fragen schafft es auch Mitch Rothschild, Chef der US-Online-Gesundheitsplattform Vitals, die passenden Talente herauszufiltern. Er empfahl in einem Interview mit der New York Times die folgenden sieben Fragen, um im Bewerbergespräch hinter die Hüllen von Bewerbern zu blicken:

Die Fragen 1,2 und 3 dienen dazu, Fähigkeiten und Talente von Bewerbern aufzudecken. Darüber hinaus helfen sie zu erkennen, welche Leidenschaften die Kandidaten haben.

  • Frage Nr. 1: Geben Sie mir einen kurzen Überblick über Ihr Leben!
  • Frage Nr. 2: Wie beschreiben Sie sich selbst? Drei Beispiele, bitte!
  • Frage Nr. 3: Was können Sie in Ihrer Freizeit besser als alle anderen? Zwei Beispiele, bitte!
  • Um herauszufinden, wie Bewerber ticken und was sich störend auf ihre Arbeit auswirken könnte, nutzt Rothschild zwei weitere Fragen: Frage Nr. 4: Was glauben Sie, werde ich nach 90 Tagen nicht an Ihnen mögen?
  • Frage Nr. 5: Was glauben Sie, werden Sie an mir dann nicht mögen?
  • Um im nächsten Schritt zu erfahren, was Bewerber von einem Job erwarten, empfiehlt Rothschild die folgende Frage:
    Frage Nr. 6: Drehen wir den Spieß um. Sie bieten einen Job an, ich bin der Bewerber. Was erwarten Sie von mir?
  • Über die siebente und letzte Frage lässt sich schließlich herausfinden, was Bewerber über ihre Umwelt denken und wie viel Potenzial sie sehen, durch eigenes Tun etwas zu verändern. Frage Nr. 7: Und zuletzt: Wie viel Prozent Ihres Lebens glauben Sie zu bestimmen?

Passt die Sieben-Fragen-Strategie von Mitch Rothschild zu Ihrem Bewerber-Auswahlverfahren oder führt auch sie allein nicht zum passenden Ergebnis? Dann können Sie die Fragen beider Strategien auch im Bewerbergespräch miteinander kombinieren. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Erfolg bei der nächsten Mitarbeitersuche und unterstützen Sie selbstverständlich gerne durch unser Know-how und unsere jahrelange Erfahrung.

Unsere Quellen und mehr Informationen

t3n.de
www.inc.com
www.capital.de
www.nytimes.com