Stress oder wenn dich dein Job krank macht – Teil 1: Der tägliche Stresshammer

26.01.2018

Stress oder wenn dich dein Job krank macht

Bist du gerade im Stress? Dann solltest du diesen Beitrag später lesen, wenn du wieder etwas Ruhe hast und dich konzentrieren kannst. Wir möchten dich mit diesem Post dazu anregen, einmal über deine eigenen Stresserfahrungen nachzudenken, und dir anschließend zeigen, wie du deinen Arbeitsalltag stressfreier gestalten kannst. In diesem zweiteiligen Beitrag geben wir dir dazu Antworten auf die folgenden Fragen: Woher kommt der von vielen empfundene Stress? Wie wirkt er sich auf deinen Körper und deine Gesundheit aus? Wie kannst du lernen, besser mit Stress umzugehen oder gar den Stress als zuverlässigen Partner für mehr Leistung einzusetzen? Wir wünschen dir weniger negativen Stress und mehr Freude bei der Arbeit.

Dauerstress, aber freiwillig?

Viele Menschen klagen auf Arbeit über hohe Belastung und Dauerstress. Geht es dir ebenso? Die Folgen für deine Gesundheit können verheerend oder gar tödlich sein. So sorgte der Tod einer 31-Jährigen Japanerin weltweit für Aufsehen, die wegen massiver Arbeitsüberlastung und 159 Überstunden in einem Monat verstorben war. Auch in Deutschland gibt es klare Warnsignale, die auf zu viel negativen Stress im Arbeitsalltag hinweisen. Psychische Störungen gehören mittlerweile zu den häufigsten Krankheitsbildern in unserem Land. Sie können für die Betroffenen das Aus im Berufsleben bedeuten und kosten Unternehmen sowie die Volkswirtschaft Milliarden.
Das Paradoxe daran ist, dass Arbeitgeber nur selten ihren Mitarbeitern tatsächlich die Anweisung geben, so viel zu arbeiten, wie sie es freiwillig tun, oder gar krank auf Arbeit zu erscheinen. Schließlich wissen sie um ihre Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter. Den gefährlichen Stress machen sich die Mitarbeiter also nicht unwesentlich selbst. Experten sehen darin auch eine Bewältigungsstrategie, um mit der sich rasch verändernden Arbeitswelt klarzukommen.

Woher kommen Stress und Arbeitsdruck, die deine Gesundheit gefährden?

Stressexperten wie der Arbeitspsychologe Andreas Krause sehen dafür verschiedene Gründe:

  1. Der Arbeitsdruck, dem du täglich ausgesetzt bist, ist gestiegen. Gleichzeitig sollen ständig Ergebnisse her, für die du dich natürlich verantwortlich fühlst. Warum ist das so? Die Führung von Unternehmen hat sich verändert. Stichwort: Ziel- und ergebnisorientierte Führung. Dabei sagt dir dein Chef nicht mehr, was du genau tun sollst, sondern er gibt dir Ziele. Wie du sie erreichst, das liegt in deiner Verantwortung. Riskant wird es für dich und deine Gesundheit, wenn die Zielvorgaben automatisch von Jahr zu Jahr steigen. Entsprechend wachsen auch Druck und Dauerstress.
  2. Stellenabbau und Fachkräftemangel führen in den meisten Betrieben zu eine sehr knappen Personaldecke. Wenn du wegen Krankheit ausfällst, müssten deine ohnehin schon am Limit arbeitenden Kollegen ran. Das willst du ihnen natürlich nicht zumuten.
  3. Dein Selbstverständnis als Mitarbeiter hat sich verändert. Teste dich ruhig einmal selbst! Du wirst sehen, dass du auch als Angestellter ziemlich unternehmerisch denkst und natürlich auf der Gewinnerseite stehen möchtest. Die zielorientierte Führung ist also bereits ein Teil deines arbeitenden Selbst geworden.
  4. Gerade Berufseinsteiger werden heute häufig nur noch befristet eingestellt. Sie hangeln sich von einem befristeten Arbeitsverhältnis zum nächsten. Das bedeutet Planungsunsicherheit für ihr Leben und permanente Angst vor Jobverlust.
    Diese ursächlichen Gründe für mehr Stress und Arbeitsdruck können sich bei dir im Berufsalltag in konkreten Stressfaktoren äußern, die deine Gesundheit unterschiedlich beeinflussen.

Welche Auswirkungen können verschiedenen Stressfaktoren, die du in deinem Arbeitsalltag erlebst, auf deinen Körper haben?

Wir nennen dir die „Top10“ der typischen Stressfaktoren und die mit ihnen einhergehenden Risiken für deine Gesundheit. Welche dieser Stressfaktoren kennst du aus deinem eigenen Arbeitsalltag?

Überstunden oder Schichtarbeit

Da wären zum einen die Überstunden. Deutschland zählt hier weltweit zu den Spitzenreitern. Die Auswirkungen zu vieler Überstunden auf deinen Körper sind erheblich. Depressionen, Schlafstörungen oder Angstzustände sind nur einige der körperlichen und seelischen Folgen, mit denen Dauerüberstundler zu kämpfen haben. Gerade Schichtarbeiter riskieren ihre Gesundheit – Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen.

Geringer Handlungsspielraum

Wie viel Handlungsspielraum hast du in deinem Job? Wenig Handlungsspielraum erhöht das Risiko für deine Gesundheit – speziell Bluthochdruck droht.

Die Intensität der Arbeit

Die Arbeitsintensität in vielen Jobs steigt und steigt. Wenn du dauerhaft unter extremer Arbeitsbelastung leidest, kann das bei dir psychische Störungen oder gar Depressionen auslösen.

Mobbing

Mobbing hat sich in den letzten Jahren zu einem Dauerthema entwickelt. Fühlst du dich gemobbt, kann das zu Depressionen und Angstzuständen führen.

Ein Mangel an sozialer Unterstützung

Fehlt dir in deinem beruflichen Umfeld die soziale Unterstützung, dann steigt dein Risiko für Depressionen.

Stress in deiner beruflichen Rolle

Kennst du deine Rolle bei der Arbeit nicht genau oder gerätst du aufgrund deiner Rolle immer wieder in Konflikte? Dann Vorsicht! Es drohen Angst, dauerhafte Anspannung und Depressionen.

Hoher Job-Strain

Du musst ständig hohe Anforderungen in deinem Job erfüllen, hast aber nur wenig Kontrolle und Spielraum für Entscheidungen? Die Folgen für deinen Körper können mit Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes oder psychischen Erkrankungen verheerend sein.

Fehlende berufliche Anerkennung

Bekommst du für deine Arbeit nicht die Anerkennung, die du verdienst, dann kann das zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ernsthaften Beeinträchtigungen deiner Psyche führen.

Pendeln

Wenn du regelmäßig für deinen Job pendelst, fühlst du dich eher gestresst.

Arbeitsplatz-Unsicherheit

Unsicherheit um den und am Arbeitsplatz erhöht dein Risiko für psychische Probleme wie Depressionen oder Stress. Gleichzeitig kann die Unsicherheit kardiovaskuläre Erkrankungen begünstigen.

Fazit

Stressfaktoren sind in deinem Arbeitsalltag heute allgegenwärtig. Du wirst sie nicht vollständig ausschalten können. Sie können, wie wir gesehen haben, deiner Gesundheit ernsthaften Schaden zufügen. Es gibt aber Wege, mit Stress umzugehen und ihn sogar positiv zu nutzen. Welche, das erfährst du im zweiten Teil unseres Stress-Specials im Erhard Services-Joblöwenblog!