Mit Ü50 und Ü60 glücklich im Berufsleben: Die OECD zeigt Wege auf

Ältere Arbeitnehmerin: Mit Ü50 und Ü60 glücklich im Berufsleben

Fachkräftemangel, alternde Gesellschaft, wackelndes Rentensystem, höhere Lebenserwartung: Es gibt viele sehr gute Gründe dafür, warum Unternehmen stärker auf ältere Fach- und Führungskräfte setzen sollten. Vor diesem Hintergrund hat die OECD die Situation der Arbeitnehmer 50+ genauer unter die Lupe genommen. Darauf basierend wurden Vorschläge erarbeitet, wie Ältere länger und besser im Berufsleben gehalten werden können.

Arbeitnehmer Ü50: Häufig unmotiviert

Leider ist der Status quo ernüchternd. Bislang tun sich viele Firmen schwer damit, für ältere Arbeitnehmer das passende Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Folge: Vielen älteren Kollegen fehlt die Motivation, auch jenseits der 50 oder 60 beruflich weiter Vollgas zu geben. Das hat die OECD erkannt und analysiert, wie berufliche Tätigkeit im Alter attraktiver und lohnender gemacht werden kann. Politik und Wirtschaft müssen dafür eng zusammenarbeiten. Verstärken sie ihre Bemühungen nicht, könnten laut OECD schon 2050 auf 100 Erwerbstätige 58 Ruheständler und Nichterwerbstätige im Alter 50 plus kommen.

Länger, besser arbeiten – Handlungsempfehlungen

Das Spektrum der OECD-Vorschläge ist breit. Es bietet viele Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Beschäftigungssituation von Arbeitskräften 50+. Wichtige Empfehlungen sind:

  • Firmen sollen Arbeit im Alter fördern. Das kann z. B. durch Belohnungen erfolgen.
  • Altersdiskriminierungen, egal ob bei Einstellungen oder Fortbildungen, sollen vermieden werden. Für das Thema soll auch durch öffentliche Kampagnen sensibilisiert werden.
  • Ältere Arbeitnehmer sollen sich selbst für den Arbeitsmarkt fit halten. Dazu müssen sie regelmäßig ihr berufliches Wissen auffrischen oder Neues lernen. Auch auf ihre Gesundheit und ihre physischen Möglichkeiten sollen ältere Arbeitnehmer Acht geben.
  • Lernangebote für ältere Arbeitnehmer sollen genau auf ihre Erfahrungen und die benötigten Kompetenzen zugeschnitten sein.
  • Bei der Suche nach einem neuen Job sollen ältere Arbeitskräfte gezielt und mit den passenden Angeboten für den erneuten Jobeinstieg unterstützt werden.
  • Es sollen Anreize für Unternehmen geschaffen werden, ältere Arbeitnehmer einzustellen oder weiter zu beschäftigen. Darüber hinaus solle die Zusammenarbeit, der Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer von jüngeren und älteren Kollegen gefördert werden.
  • Unternehmen sollen stärker auf die Lebensbedürfnisse älterer Arbeitnehmer Ü50 eingehen. Hierbei können sie ihnen unter anderem durch flexible Arbeitszeitmodelle sowie durch weniger Arbeitsbelastung eine gute Vereinbarkeit von Leben und Arbeit ermöglichen.
  • Altersgruppenübergreifend soll die Qualität der Arbeit verbessert werden. Das fängt bei der Sicherheit am Arbeitsplatz an, geht über Maßnahmen zur Unterstützung der psychischen und physischen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer bis hin zu weniger Stress am Arbeitsplatz sowie einer ausgewogenen Work-Life-Balance.
  • Der Übergang vom Berufsleben zur Rente muss flexibler gestaltet werden. Möglich wäre dies unter anderem durch eine gute Kombinierbarkeit von Rente und Arbeitseinkommen oder Phasenmodelle für den Renteneintritt. Im Gegensatz dazu sollen Angebote für einen frühen Renteneintritt stark eingeschränkt werden.

Fazit: Von einem längeren Arbeitsleben profitieren alle

Es gibt viele Wege, um ein möglichst langes Arbeitsleben attraktiv zu machen und ältere Arbeitnehmer so länger im Job zu halten. Allerdings müssen sie genutzt werden. Damit kommen Firmen jedoch den Bedürfnissen vieler Älterer entgegen. Diese wollen heute auch dank einer ausfüllenden beruflichen Tätigkeit möglichst lange fit und aktiv bleiben. Denn ein längeres Arbeitsleben ist für alle ein Gewinn – für die Arbeitnehmer Ü50 und Ü60 genauso wie für Unternehmen und die Gesellschaft.

Unsere Quellen und mehr Informationen

www.spiegel.de/karriere/
www.oecd.org
www.perspektive50plus.de